Über Online-Journalismus und Ein-Euro-Shops

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat Harald Staun geschrieben, dass es in der Chefredaktion von www.sueddeutsche.de keinen Journalisten gibt. Ein richtiger Journalist ist für Staun offenbar nur, wer beste Qualität produziert und dafür viel Geld verlangt. Ich finde diese Bemerkung fies und unfair. Wenn ich in einen Ein-Euro-Shop gehe, dann sage ich den Leuten dort ja auch nicht, sie seien keine richtigen Verkäufer.

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ein-euro-shopEin paar Häuser von der taz entfernt ist so ein Ein-Euro-Shop. Man kann dort viel über Marktwirtschaft im Allgemeinen und Journalismus im Besonderen lernen.

In den Ein-Euro-Shop gehen Leute, die Produkte zu niedrigen Preisen kaufen wollen. Man bekommt dort zum Beispiel drei Küchenmesser für einen Euro. Im taz-Shop zahlt man für so ein Messer 59 Euro.

Was bedeutet das für die Qualität der Messer im Ein-Euro-Shop? Nun, in einer Marktwirtschaft gibt es einen Zusammenhang zwischen Verkaufspreis und Herstellungskosten. Es gibt zwar Firmen, die billigen Scheiß herstellen und ihn teuer verkaufen – aber es gibt keine Firma, die teure Messer produziert und sie unter den eigenen Herstellungskosten verkauft. Das wissen auch die Käufer. Sie erwarten von einem Messer-Produzenten nicht, dass er ein Verlustgeschäft macht. Sie erwarten von einem Messer, dass es schneidet, selbst wenn es nur 33 Cent kostet. Aber sie wissen, dass die Klinge nicht besonders stabil ist, dass die Schneide nicht geschliffen scharf ist und dass das Messer nicht jahrelang rostfrei bleibt. Die Käufer akzeptieren, dass sie nur das bekommen, wofür sie bezahlen.

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Foto(5)Natürlich sind billige Messer qualitativ schlechter. Aber das heißt doch nicht, dass die Leute, die die billigen Messer herstellen, qualitativ schlechtere Arbeit leisten. Im Gegenteil: Es ist nicht besonders schwierig, ein gutes Messer für jemanden herzustellen, der einem 59 Euro dafür bezahlt. Wenn man als Produzent mit solchen Ressourcen ausgestattet wird, ist die Arbeit leicht. Deutlich schwieriger ist es, ein Messer für jemanden herzustellen, der einem nur 33 Cent bezahlt, also nur ein Hundertachtzigstel. So etwas zu schaffen, ist ein echtes Meisterwerk.

Es ist jedenfalls nicht ehrenrührig, billige Produkte aus günstigem Material herzustellen. Es gibt eine Nachfrage danach, also gibt es auch ein Angebot danach. In Frankfurt zum Beispiel gibt es nicht nur die Nachfrage nach einer teuren Qualitätszeitung, die bundesweit in der ersten Liga spielt, sondern auch nach einem günstigeren Lokalblättchen. Deshalb erscheint im gleichen Verlag, in dem die FAZ für 49,90 Euro im Monat erscheint, auch die 30 Prozent billigere Frankfurter Neue Presse, von deren Berichterstattung man außerhalb Frankfurts noch nie etwas gehört hat.

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Foto(2)Manchmal höre ich Tipps wie diese: „Die taz sollte mehr Geld in ihren Internet-Auftritt investieren, mehr Online-Redakteure einstellen und besseren Online-Journalismus machen. Dann wird taz.de besser und bekannter und die Leser zahlen dann auch bald mehr dafür.“

(Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass es solche Tipps immer nur für www.taz.de gibt und nie für den taz-Shop. Beim taz-Shop leuchtet allen Leuten ein, dass man für die Herstellung der Messer nicht auf Dauer viel mehr Geld ausgeben kann, als die Kunden zahlen.)

Wenn mir jedenfalls mal wieder jemand mit diesem Tipp für www.taz.de kommt, frage ich immer zurück, wie viele Jahre mit dem „bald“ in „die Leser zahlen dann auch bald mehr dafür“ gemeint sind. Meistens sagen die Leute dann etwas von zwei bis drei Jahren. Ich sage dann immer, dass diese Frist dann aber schon lange vorbei ist.

Vor 19 Jahren begann die taz damit, alle Texte aus der gedruckten Ausgabe auch ins Internet zu stellen. Unter jedem Artikel stand: „taz muss sein: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert?“ Wenn man darauf klickte, hieß es: „Guten Tag, liebe Surferinnen und Surfer! Sie schätzen die taz? Sie besuchen uns häufiger? Gut, denn wir brauchen Sie. Die taz muss dringend ihre Einnahmen erhöhen. Unser Existenzmodell der Unabhängigkeit macht es nötig, dass die taz von ihren LeserInnen unterstützt und getragen wird.“ Als Zahlungswege boten wir Kreditkarte, Bankeinzug und Überweisung.

taz-statZwölf Jahre lang haben wir auf taz.de alle Texte aus der Zeitung veröffentlicht. Automatisch, also ohne Bilder und ohne Links, und zwar schon am Abend vor dem Erscheinen der Zeitung. Seit 7 Jahren haben wir eine Online-Redaktion, die die Artikel mit viel Extra-Aufwand bildschirmgerecht aufbereitet. Die jährlichen Kosten dafür lagen 2010 bei gut 600.000 Euro (siehe Grafik) und sind inzwischen weiter gestiegen. Seit drei Jahren werben wir im Rahmen der Kampagne „taz zahl ich“ besonders offensiv für die Bezahlung der Artikel auf www.taz.de und ermöglichen das per Überweisung, Lastschrifteinzug, Flattr, Kreditkarte, SMS und Paypal. Im Jahr 2013 zahlten unsere Leser 125.000 Euro für www.taz.de. Das ist ein Hundertfünfzigstel von dem, was sie für Inhalte aus der gedruckten Ausgabe zahlten.

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wofuer-taz-leser-zahlenTrotzdem ist das Gerede von der „Kostenloskultur im Internet“ falsch. Die taz verdient gutes Geld im Internet. Unsere Leser zahlten im vergangenen Jahr:

– 890.000 Euro, um täglich über das Internet die PDF-Version der gedruckten Ausgabe per E-Mail zu bekommen
– 280.000 Euro, um in Internet-Datenbanken nach Artikeln aus der gedruckten Ausgabe zu suchen

Es ist verblüffend, dass unsere Leser im Internet siebenmal so viel Geld für die PDF-Ausgabe zahlen wie für die Artikel auf www.taz.de. Denn für die Ansicht auf einem Bildschirm ist www.taz.de eindeutig besser geeignet: Unsere Online-Redaktion sucht zu jedem Artikel ein Foto raus, setzt Links auf externe Webseiten und auf frühere taz-Artikel, wir binden ab und zu Videos ein und machen Fotogalerien. Bei der PDF-Ausgabe sind Format und Schriftgröße dagegen auf die Ansicht auf einem hochformatigen Blatt Papier mit 47 Zentimetern Höhe und 31,5 Zentimeter Breite optimiert. Wenn man sich das auf einem Computerbildschirm anschaut, muss man ständig zoomen und scrollen. Man kann die Links, die in den Texten stehen, nicht anklicken. Und die PDF-Ausgabe kommt erst abends zwischen 19 und 20 Uhr, wenn die meisten Texte aus dieser Ausgabe schon seit ein paar Stunden auf www.taz.de stehen.

taz-zahl-ichWer www.taz.de anhand objektiver Kriterien mit der PDF-Ausgabe vergleicht, muss zu dem Schluss kommen, dass die PDF-Ausgabe kaputt ist. Trotzdem zahlen unsere Leser viel mehr Geld für die PDF-Ausgabe als für www.taz.de. Und der Trend ist wie folgt: Bei den Umsätzen mit der PDF-Ausgabe gab es innerhalb des letzten Jahres ein phänomenales Wachstum von 50 Prozent. Die Zahlungen für www.taz.de stagnieren (siehe Grafik).

Was könnte der Grund sein? Ganz offenkundig hat es nichts damit zu tun, wie leicht die Bezahlung ist. Man kann unsere PDF-Ausgabe ausschließlich per Lastschrift von einem deutschen Konto zahlen und muss dazu eine 22-stellige IBAN und die bis zu 11-stellige BIC angeben. Man kann nicht per Kreditkarte, Paypal, SMS, Flattr oder Überweisung zahlen.

FotoIch kann mir das nur so erklären: Unsere Leser zahlen nicht für Webseiten wie www.taz.de, weil sie das auch kostenlos bekommen. Das PDF bekommen sie dagegen nicht kostenlos. Die taz könnte natürlich das PDF genauso kostenlos anbieten, aber das machen wir nicht. Wir haben entschieden, das es das PDF im Internet nur gegen Geld gibt. Und deshalb zahlen die Leute auch dafür.

Man könnte jetzt schimpfen, dass unsere Leser offenbar im Oberstübchen nicht mehr ganz dicht sind. Wenn man für ein kaputtes Produkt so viel mehr Geld bezahlt als für ein funktionierendes, hat man nicht mehr alle Tassen im Schrank. Und ist darüber hinaus natürlich auch unsolidarisch und ein Schmarotzer. Der Punkt bei solchen Leserbeschimpfungen ist nur: Es hilft nichts. Wir selbst haben die Kostenlos-Kultur im WWW geschaffen, jetzt müssen wir damit klarkommen.

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Foto(3)Die ursprüngliche Hoffnung der Verlage war, durch das kostenlose Angebot so viele Leser wie möglich anzulocken und dann Geld mit Werbung zu verdienen. Dieses Geschäftsmodell ist bisher nicht aufgegangen und ich glaube auch nicht, dass es noch aufgehen wird.

Der Grund dafür sind Katzenbilder. Und Webseiten mit Satire. Und Webseiten, auf denen sich die Leute die Inhalte, die sie interessieren, gegenseitig selbst schreiben (Facobook, GMX, WordPress). Es gibt im Internet einfach so viele Möglichkeiten, Leute mit deutlich weniger Aufwand auf eine Webseite zu locken als mit Journalismus. Und den Unternehmen, die die Anzeigen schalten, ist es egal, auf was für einer Webseite sie das machen. Wichtig ist für sie, wie viele Leute draufklicken und dann was bei ihnen kaufen.

Natürlich kann es sein, dass es ein oder zwei Journalismusproduzenten gibt, die einen so hohen Marktanteil haben und mit einem Artikel so viele Leser anziehen, dass sich das Werbegeschäft für sie rechnet. Aber für die anderen gilt, dass sie beim Leute-Anlocken niemals mit den Katzenbildprozenten werden konkurrieren können. (Der Counter rechts zum Beispiel zeigt, wie viele Leute bisher auf diesen Artikel geklickt haben, an dem ich zwei Tage lang geschrieben habe.)

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Nun wurde die taz nicht gegründet, um einen möglichst hohen Profit zu machen. Die taz wurde gegründet, um guten Journalismus™ zu machen und damit viele Leute zu erreichen. Wir haben auch nichts dagegen, wenn Leute für ihr Abo weniger zahlen, als sie müssten. Wir bieten bei der gedruckten Ausgabe extra einen Schmarotzer-Tarif für diese Leute an: Bei uns kann jeder Abonnent frei wählen, ob er den normalen Preis von 41,90 Euro im Monat zahlen möchte, den ermäßigten Preis von 25,90 Euro oder den extra hohen Preis von 49,90 Euro. Wir nennen das „Solidarpakt“ und es funktioniert: Die Hälfte der Leser zahlt den Normalpreis, ein Viertel den ermäßigten Preis und ein Viertel den erhöhten Preis. Wir haben nichts dagegen, wenn die Leute die taz für wenig Geld oder sogar kostenlos lesen, so lange wir insgesamt genug Geld bekommen, um damit guten Journalismus™ zu machen.

Foto(2)Die Geschäfte bei der taz laufen gut, wir verdienen jedes Jahr mehr Geld mit den Inhalten aus der gedruckten Ausgabe, mit dem taz-Shop, der Le Monde diplomatique, dem taz-Café und den Leserreisen. Es gibt keinen Grund für uns, warum wir unsere Artikel nicht weiter im Internet verschenken sollten. Wir freuen uns, wenn wir damit viele Leute erreichen. Wirklich.

Technisch gesehen könnte man im Internet natürlich einen viel besseren Journalismus machen als auf totem Holz. Genauso wie man technisch gesehen aus Edelstahl ein Messer herstellen kann, das viel besser schneidet als ein Faustkeil aus Stein. Aber darauf kommt es nicht an. Denn in einer Marktwirtschaft bekommt man nicht bei jedem Produkt das Beste, was sich aus dem Material technisch gesehen herstellen lässt. Man bekommt nur das, wofür man bezahlt. Ein Hersteller kann keine Messer für 59 Euro herstellen, wenn seine Kunden dafür nur 33 Cent ausgeben wollen. Wer nicht für Online-Journalismus zahlt, der bekommt auch keinen Online-Journalismus, sondern eben nur Print-Journalismus im Internet als Abfallprodukt einer Zeitungsproduktion.

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Es ist nicht anrüchig, für Kunden zu arbeiten, die wenig Geld ausgeben. Wer das macht, der ist auch nicht schlecht in seinem Beruf. Würde jemand sagen, dass Ingvar Kamprad ein schlechter Möbelhersteller ist? Dass Karl und Theo Albrecht keine richtigen Lebensmittelverkäufer sind? Dass Rainer Schaller ein mieser Fitnesstrainer ist? Dass man Götz Werner nicht als Drogist bezeichnen kann?

Ich arbeite für die Print-Ausgabe in der Berliner Lokalredaktion der taz. Ich gehe häufig vormittags auf eine Pressekonferenz und habe dann fünf oder sechs Stunden Zeit, um in 80 bis 100 Zeilen aufzuschreiben, was dort so gesagt wurde. Das ist einfaches Handwerk, nicht sehr schwierig. Genauso wie es auch nicht sehr schwierig ist, pro Woche eine Zeitungsseite mit Medienthemen zu betreuen, wenn man dafür vollzeit angestellt ist, lieber Harald Staun.

Foto(1)Unsere Online-Redakteure stellen nicht nur die Artikel aus der gedruckten Ausgabe ins Internet und schreiben einige Artikel auch selbst, sondern sie haben auch den ganzen Tag über die weltweite Nachrichtenlage im Blick. Sie müssen dafür Themen schnell erfassen und im Blick behalten. Sie müssen laufend neu entscheiden, was gerade wichtig ist und was auf der Seite nach oben gehört. Es gibt dafür keine handwerklichen Regeln und keine objektiven Kriterien. Ich würde mir das ehrlich gesagt nicht zutrauen und ich freue mich, das bei meinen Kollegen in guten Händen zu wissen.

Kurz gesagt: Die Redakteure von taz.de, dem Ein-Euro-Shop der taz, haben mit widrigen Rahmenbedingungen zu kämpfen und leisten dabei Großartiges.

Kommentare (93)

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  1. Die Frage ist ja nicht nur, durch welche zusätzlichen oder externen Gimmicks Online-Journalismus Geld verdient. Die Frage ist doch die, wie Journalismus sich dadurch verändert. Ist das nachhaltig?

    http://www.taz.de/Kolumne-Besser/!137156/
    Deniz Yücels Kolumne von heute hat mich ernüchtert. Sind die Geldeinnahmen im (Online-)Journalismus bereits so was von weit weg von Journalismus? So wie wenn mein Lebensmittelhändler mir Reisen und Gartenzubehör zu verkaufen versucht. Ich meine, wie nachhaltig sind denn solche Verkaufen zur Sicherung Ihres Berufes? Eben.

    Der direkte (digitale) Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften, das seit ewigen Zeiten bewährte Verkaufen von Werbung zusammen mit Journalismus. Das klingt nachhaltig. Der allgemeine Rest, Ihre Genossenschaft ausgenommen, ist doch unter dem Strich auf lange Sicht gesehen wacklig. Da muss was neues Nachhaltiges her!

    • Üben Online-JournalistInnen den gleichen Druck auf ungezogene PolitikerInnen, unfaire BürgerInnen, profitgierige Unternehmen usw. aus wie JournalistInnen, deren Arbeit gedruckt wird? Anders formuliert: Bringen OnlinejournalistInnen gleich viel oder mehr gesellschaftlich in Bewegung, wenn sie Missstände aufdecken?

      Das ist meiner Meinung nach die Frage, auf die OnlinejournalistInnen eine Antwort nachweisen müssen, wenn sie in den Medienhäusern in die Chefredaktionen aufsteigen und die Phase Ein-Euro-Shop hinter sich lassen wollen.

      • Mit Ihrem Antwortkommentar kann ich wenig anfangen. Ich bin kein Journalist. Ich verstehe die Zusammenhänge zwischen dem inhaltlichen Journalismus und seinem verlegerischen Kapitalismus nicht. In einer früheren Kolumne Besser mit dem Titel „Kapitalismus? Klar, aber nicht bei uns“ schrieb Deniz Yücel, Journalisten verfolgten neben anderem rücksichtslos ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen
        http://www.taz.de/!106756/. Das erläuterte er in der Kolumne weiter.

        Nach meinem Wirtschaftsverständnis heißt das nichts anderes, als dass die Journalisten in der taz emsig selbst kapitalistisch arbeiten. Wie sich das gleichzeitig mit journalistischen Druckausüben im digitalen Bereich, im Größeren gesehen mit der Presseethik verträgt, das verstehe ich nicht. Muss ich auch nicht. Leben ist auch so rätselhaft genug.

    • Mit dem taz-Shop nahmen wir 800.000 Euro pro Jahr ein, das sind 3 Prozent unserer Gesamteinnahmen. Siehe auch: http://blogs.taz.de/hausblog/2009/11/22/warum-ist-der-taz-shop-voller-schickeria-produkte/

  2. @ doreen le
    zu viel von den nord-amis nachmachen – kann ich nur warnen. die ham ähnlich wie bei den chlorhühnern sehr verschiedene marktbedingungen verglichen mit unseren

    • Die „sehr verschiedenen marktbedingungen“ wären bitte?

      • ich machs kurz.

        usa: home of finanzkrise 2008

        usa: home of silicon valley

        usa: land der zeitungs-aktiengesellschaften

        usa: medium fernsehen seit jahrzehnten viel beliebter als in deutschland

        usa: zeitungsabbonnements müssen nach jedem jahr aktiv verlängert werden
        deutschland: in der regel open end

        usa: überregionale printmedien haben es seit jeher schwer, weil
        nationales auslieferungsgebiet 9.826.630 quadratkilometer
        deutschland: 357.168 quadratkilometer

  3. Danke für die vielen Links und Anregungen, Doreen Le!! Da haben wir jetzt eine Menge Lesefutter…

  4. 12. Who the f…, taz is
    Die Chicago Tribune bringt einem ihre KolumnistInnen-Prominenz näher mit Kurzvorstellungen. Yah!

    Zu vielen Ihrer KolumnistInnen habe ich keinen Bezug. Ihre Texte überspringe ich beim Zeitungslesen. Ich habe keine Ahnung, worüber Detlef Kuhlbrodt, Barbara Dribbusch, Eric Bonse, Rene Hamann und mehrere andere eigentlich schreiben. Bestimmt großartig, mir fehlt nur leider der Bezug zu diesen KolumnistInnen. Lese ich nicht. Bei deren ersten Kolumnen, in die ich reinlas, banden sie mich nicht.

    Meist stelle ich erst durch ein einprägsames Leseerlebnis einen Bezug her. Bei Margarete Stokowski war es eine beschriebene Sexszene, bei Claudius Prösser die Szene, wo er vom Wasserturm geschubst wurde, bei Maik Söhler die Abrechnung für seine Kinder für zugefügte Schmerzen, bei Bettina Gaus der Titel Macht zusammen mit ihrer mir bereits bekannten jahrzehntelangen Erfahrung. Bisschen mehr Vorstellung dieser JournalistInnen-Prominenz könnte zastern!

  5. 11. Kühlschrank leer
    Eine Werbeart sehe ich ausnahmsweise, nicht von allen Ketten, gerne an: Einkaufsflyer von Aldi, Lidl, Netto, BioCompany, Kaufland, Naturkaufhaus usw. Die könnten Ihnen doch Zaster geben. Wie bei der Chicago Tribune.

  6. 10. Eigene Tube
    Die Nationalpost in Kanada macht videomäßig ihr eigenes Ding. Sie macht sich nicht abhängig von Vimeo und Google-Konzerns Youtube. Bei Youtube-Video stören mich Werbeeinblendungen zu Produkten und anderen Videos zu Beginn und am Ende, die sich teilweise nicht Ihren Kriterien nicht-sexistischer Werbung usw. nach richten.

  7. 9. Where have all the pictures gone
    Das Boulevard-Blatt Express in Großbritannien hat eine eigene Suche für vergangene Bildergalerien. Bei euch sind alle vergangenen Bildergalerien zwar online, aber in den Tiefen des Web. Schade, dass die verbudelt sind.

  8. 8. Viralbration
    Bei der Washington Post können Online-Artikel super easy via Mail an Freunde, Bekannte, Nicht-Freunde … verbreitet werden.

  9. 7. Besser spät als nie
    Bei dem Boulevardblatt lassen sich einzelne Ausgaben digital nachkaufen. Gibts bei Ihnen nicht.

  10. 6. Welt-Schnappschuss
    Seltsam, ein Trend in anderen Ländern scheint zu sein, dass Nachrichtenmedien ihre Fotos und Bilder, sprich Nachrichtenbilder, Karikaturen und Comics, an LeserInnen verkaufen.

    Ich weiß nicht, ich würd sone Fotos ohne Raubkopie-Markenzeichen im Bild nur ausnahmsweise kaufen bei besonderen Ereignisse wie Olympia-Eröffnungsfeiern, Fertigstellung BER vielleicht, Meilensteinen der Gleichberechtigung. Der Telegraph in Großbritannien macht das unter anderen.

  11. Ups, alle Links kamen nicht durch. War ich vielleicht zu müd für. Kommen spätestens am Wochenende nach. Schöne Woche allerseits!

  12. 5. Wahl-Infografiken
    Der New Zealand Herald hat tolle interaktive Wahl-Karten! Die sehen einfach machbar aus. Das RSS-Angebot der Zeitung lohnt auch einen Blick, da einfacher auswählbar als bei Ihnen meiner Meinung nach.

  13. Die Mail & Guardian in Südafrika bietet eine verlinkte Presseschau, mit Foto! Das machen viele Zeitungen bereits gedruckt in Form von Textausschnitten oder Zusammenfassungen.

    Links are free! Von Guardian, New York Times und Co würde ich gern Spezial-Content verlinkt bekommen! Auf deren Internetseiten bin ich für gewöhnlich: nie. Aufenthaltsqualität auf taz.de wäre mit solcher gecheckter Internationalität, Sie würden wohl kaum Putins Hofblätter auswählen, noch größer.

  14. In Alaskas Anchorage Daily News können die Internetseiten mit den Artikeln ohne zusätzliches Plugin wie Zeitungsseiten geblättert werden! Will ich auch!

  15. 2. Tages-Chronik vor der Pay-Wall
    Die Zeitung The China Post in Taiwan erfüllt online die Chronik-Funktion von Medien in einfacher Form tageweise. In den Online-Ressorts lassen sich vergangene Tages-Berichterstattungen leicht über das Tagesdatum ansteuern. Auf taz.de muss meiner Erfahrung nach über Tags zu einzelnen Tagen navigiert werden, bei beabsichtigter Artikeleinsicht über die Archiv-Flatrate, über Suchwörter in dem Suchfeld oder über Suchwörter in Suchmaschinen. Mir ist keine große Suchmaschine bekannt, die chronologisch Ergebnisse auflistet. Da wäre seitens von Ihnen mehr Orientierung drin. Auf diese Weise würde die Aufenthaltsqualität auf taz.de meiner Meinung nach steigen. Werbung für Ihre Produkte im taz-Shop und Fremdprodukte und Dienstleistungen hätten mehr Zeit zum Wirken.

  16. 1. Vorschlag E-Books
    Sie könnten Ihre vielen Bücher im taz-Shop doch auch wie die Zeitung The Globe Mail in Canada als E-Books anbieten! Flexibel lesbar wie das E-Paper der taz!

  17. Über die Vorschläge
    Die kamen wie folgt zustande: Ich ging bei Nachrichtenmedien weltweit online streunen. Währenddessen notierte ich, was ich auch gern hätte und bezahlen würde. Ach ja, ich surfte an erster Stelle in Ländern, denen ich technischen Fortschritt gegenüber der Bundesrepublik zutraue.

    • Seltsame Länderauswahl. bißchen Erdkunde scahdet nicht. Ich empfehle den Kauf des Atlas Le Monde Diplomatique.

      • Hallo Harald!

        Die Auswahl ist beliebig. Ich nahm mir einen Länderindex und schrieb von allen Kontinenten Länder raus, die interessant sein könnten. War spannend, die www-Tour. Ich frage mich, warum ich das vorher kaum machte und ziemlich national surfte. Weiß ich nicht. Kurzsichtig oder so.

  18. Gute Nacht/Guten Morgen!

    Die Vorschläge schreibe ich auf getrennt in Text und Link. Die Links müssten eigentlich nachkommen, sobald sie aus dem Spamfilter, bitte, gefischt werden.

  19. Buenas tardes, lang lebe die taz!

    Ich hätte eine Hand voll Vorschläge, wie Sie online mehr Zasta erwerben können. Soll ich die hier veröffentlichen und zur Diskussion stellen oder für mich behalten oder an eine Adresse senden?

  20. Pingback: Lesedepot: Die Tipps der Woche (weekly) | Das Textdepot

  21. Journalismus – oje, ein weites Feld. Was mir derzeit gehörig auf den Wecker geht, ist die fast überall zu lesende Einheitsmeinung, zum Beispiel in Bezug auf die Krim-Krise. Leider ist hier auch die taz keine Ausnahme, die Behandlung dieses Themas könnte durchaus etwas differenzierter ausfallen. Aber warum soll man bei der taz für etwas zahlen, was man ohnehin überall lesen kann? Schätzen würde ich etwa die konsequente Gegenüberstellung von Pro und Contra. Ich frage mich ernsthaft: Warum eigentlich taz? Sorry, nicht böse gemeint, bloß mein subjektiver Eindruck.

    Ich lese momentan zwar noch Print, werde mich davon aber bald verabschieden. Also irgendwie und irgendwo online. Die taz-App ist auf Dauer etwas mühsam (habe mir mal die Demo zu Gemüte geführt). Technisch, nicht inhaltlich, bin ich von der iPad-App der österreichischen „DiePresse.com“ total begeistert. So würde online taz lesen, was ohnehin zunehmend mit Tablets geschieht, viel mehr Spaß machen. Mehr Spaß = mehr LeserInnen = u.U. mehr Einnahmen. Die taz ist dagegen, nun ja, ein bisschen altbacken. Bloß eine Anregung.

  22. PDF vs. Online liegt auf der Hand > Online ist Netzverpflichtend und somit teils flüchtig – PDF habe ich auf meinen HDDs!

    Aber, Herr Heiser, auch PDF könnte man(n) heute leicht Multimediatauglich und griffig/saftiger gestalten. Zu dem gibt es sehr gute Beispiele für Offline-Lösungen neben dem PDF-Format.
    Mein Tip: einfach mal rechts und links über die Schulter schauen und geeignete, zuverlässige Software-Büros verpflicheten ;)

    …an Sonsten…DANKE…weiter SO…

  23. Ich finde wir sollten diese „Schmarotzer“ Kultur nicht veruteilen. Das das Internet hat einen entscheidenen Vorteil, undzwar das es Informationen für Jeden gitbt, unabhängig seine finanzielle Lage.

    Ich für meinen Teil habe das PDF Abo, obwohl ich die PDF nicht lese. Ich surfe täglich die Webseite der Taz an und möchte nicht bei jedem Artikel neu entscheiden ob der mir jetzt Geld wert ist oder nicht. Für mich ist es einfacher einen festen Betrag im Monat zu zahlen und dann mit gutem Gewissen das Online Angebot zu nutzen.
    Mit der selben Rechtfertigung besuche ich dann auch die Onlineportale der anderen Nachrichtenargenturen an. Meine finaziellen Mittel sind, als Azubie, begrenzt und ich kann es mir nicht leisten Abo’s bei 6 oder 7 Zeitungen im Monat zu Bezahlen. Um sich aber Unabhängig zu Informieren ist es wichtig sich nicht auf ein Nachrichten portal zu Reduzieren. Also bezahle gebe ich denen mein Geld die es meiner Meinung am meisten Verdient haben, und das ist in diesem Fall die Taz.

  24. Der Artikel enthält viel Wahres, vor allem über die Kostenlos-Unkultur im Netz. Die war allerdings so nicht geplant, sondern ursprünglich sollte sich der Online-Journalismus durch Werbeeinnahmen finanzieren, so wie Privatradio oder -TV. Leider ist diese Rechnung für die allermeisten Verlage nicht aufgegangen.

    Eine schlichte Möglichkeit ignoriert der Artikel aber: Die taz könnte ein bessere Online-Ausgabe der Zeitung anbieten. Nicht bloß einen PDF-basierten Reader, der nur mühsam zu benutzen ist und hausintern offenbar nicht geschätzt wird: Ich habe vor einigen Jahren ein Printabo gegen ein Onlineabo tauschen wollen. Es kam stattdessen eine Kündigungsbestätigung (!), wie ein anderer Leser hier auch schon berichtet. Das E-Paper-Abo habe ich dann schnell wieder gekündigt, weil mir die App überhaupt nicht gefiel, die usability ist schlecht. Man kann entweder die Seite zoomen (auf Dauer sehr mühsam) oder eine endlose Textwüste aller dort platzierten Artikel scrollen (sehr ermüdend).

    Es gibt aber, wie ZEIT, Welt, FR, Handelsblatt u.a. zeigen, durchaus Zeitungs-Apps, die zwar noch nicht optimal sind, aber schon ihr Geld wert. Man kann alternativ und ohne Extramannschaft auch verbesserte E-Paper, anbieten, die neben dem zoombaren Seiten-PDF zum Beispiel auf Fingertipp jeden Artikel in einem sauberen Lesemodus öffnen, mit klickbaren Links und eingebetteten Multimedia-Elementen. Das könnte die Zahl der papierunwilligen Zeitungsabonnenten erhöhen. Mit reinen Webseiten – da stimme ich mit dem Autor überein – wird das in absehbarer Zeit leider nicht funktionieren.

  25. Vielen Dabk für diesen guten, gelungenen Artikel!

  26. “ Und den Unternehmen, die die Anzeigen schalten, ist es egal, auf was für einer Webseite sie das machen. Wichtig ist für sie, wie viele Leute draufklicken und dann was bei ihnen kaufen.“

    sehr erfrischend mal einen journalisten zu lesen der nicht an völliger realitätsverweigerung beim thema implosion des geschäftsmodells zeitung ist.

    print ist tot und print online ist online tot und das nicht nur wegen der katzenbilder, sondern auch ohne sie durch die erfindung der suchmaschine.

    wenn ich früher tische in stadt x verkaufen wollte mußte ich in der zeitung werben, heute reicht mir meine webseite.
    das ist nämlich der eigentliche punkt an dem google die verlage killt.

    • Schon mal darüber nachgedacht, dass die Websites, die Google findet, von irgendwem erstellt werden mussten?
      Mir scheint, Du glaubst hier in die falsche Richtung.
      Ferner scheint es mir reichlich naiv, anzunehmen die eigene Website würde reichen und schon laufen die Geschäfte.

      • Haha. Wie wenn Google keine Webseiten mehr finden würde, wenn Taz, SZ, FAZ und Kollegen pleite sind. Die Verlage werden sterben. fertig. Die Taz hat evtl. eine Chance zu überleben, Springer auch, das war’s dann.

        • ????
          Machen nur Verlage Websites? Das wäre mir neu.

          „Die Verlage werden sterben. fertig.“
          Hat hier ein Prophet gesprochen? Mir scheint es reichlich vermessen, von sich selbst zu glauben, die Zukunft vorhersagen zu können.

  27. Ich unterstütze guten Journalismus gerne und manchmal finde ich solchen sogar bei der taz. Da mir eigentlich auch egal ist wie das nötige Geld zu euch kommt wollte ich mal fragen von welcher Zahlungs-Art ihr am meisten habt. Ist ein Abo besser als ein Online-Abo? Oder zahle ich besser gleich per Paypal? Oder eine Abbuchung einfach so?

    Ich lese die taz seit meiner Kindheit und habe sie auch Abboniert seit ich 19 bin. Da ich im Moment die taz nur per Post bekomme, habe ich versucht mein ABO in ein Online-Abo zu ändern. Wieso geht das eigentlich nicht? Stattdessen wurde meine Kündigung bestätigt….

    Egal, ich bin eh viel zu treu und werde euch weiter Geld überweisen. Auch wenn mich der Begriff „Schmarotzer-Tarif“ für Menschen die wirklich wenig Geld haben eine ziemliche unverschämtheit finde. Wenn ihr das nich anbieten würdet hätte ich vermutlich nie die taz abboniert. Und ich habe von Anfang an, trotz geringen Einkommen immer mindestens den Normal-Tarif bezahlt.

    • Am meisten haben wir davon, wenn jemand einen Genossenschaftsanteil kauft, weil wir dann 500 Euro Einnahmen haben und keine Kosten :-)

      Bei einem Online-Abo zahlt man weniger als bei einem Print-Abo, aber die Kosten für uns sind auch geringer. Unter dem Strich verdienen wir mit einem Online-Abo zum günstigsten Preis so viel Geld wie mit einem Print-Abo zum ermäßigten Preis.

      Bei den Online-Zahlmöglichkeiten fallen folgende Transaktionskosten an: http://blogs.taz.de/hausblog/2011/04/11/taz-zahl-ich_-_die_transaktionskosten/

      Ist das jetzt eine klare Antwort? Ich fürchte nicht. Hier also ein anderer Ansatz: Jeder Leser sollte das taz-Produkt nehmen, was ihm am besten gefällt, und dafür so viel zahlen, wie er fairerweise kann oder möchte.

      Das mit dem Schmarotzer habe ich nicht so gemeint. Der Begriff kommt zum ersten Mal in dem Absatz vor, der so beginnt: „Man könnte jetzt schimpfen, dass unsere Leser offenbar im Oberstübchen nicht mehr ganz dicht sind.“ Damit meinte ich eigentlich: „Einige andere Journalisten schimpfen darüber, dass …“ Später im Absatz schreibe ich dann, dass solche Beschimpfungen nichts bringen. Ein paar Absätze später schreibe ich dann, dass die taz selbst so einen „Schmarotzer-Tarif“ anbietet, ich wende den Begriff also positiv und erkläre dann, warum wir das machen, warum das eine gute Sache ist und dass wir uns wirklich freuen, wenn wir mit unseren Artikeln viele Leute erreichen. Meine Absicht war, andere Leute zu kritisieren, die Kostenlos-Leser als Schmarotzer bezeichnen oder empfinden. Ich nehme es auf meine Kappe, dass das nicht so klar rübergekommen ist.

  28. Hmm, was könnte die taz unternehmen, um online kein Ein-Euro-Shop mehr zu sein? Brainstorming folgt.

    • Wie wärs mit einem alternativen taz-qualitäts-wiki mit Eintritt? Über die Jahrzehnte müssten Sie wahnsinnig viel journalistisches Wissen angesammelt haben. Bevor das in Archiven vergilbt oder in einem (Pdf-)Archiv umständlich mit Suchbegriffen aufgerufen werden muss, wäre ein einfaches Multimedia-Wiki doch viel spannender. So, dass ich Leser mir in Kürze Hintergründe über Links, Fotos, Interviews, Originalquellen usw. selbst erschließen kann, ohne Medienbruch erleiden zu müssen, weil der Spaß am Surfen und Entdecken irgendwo bei der frustrierten Suche mit falschen Suchwörter auf der Strecke bleibt.

      • Ich würde Link-Packages zu speziellen aktuellen Themen kaufen. Beispiel ein AKW-Protest in Brandenburg. Als politisch Interessierter möchte ich nah dran sein an der Bewegung, an den Veranstaltungen, an den AKW-Akteuren, Unterschriftensammlungen, relevanten Dokumenten. Verschlagwortet ihr eure Links und könnte ich die in einem Package ordentlich aufbereitet downloaden: Das würde ich bezahlen. In der Hand hätte ich zu einer Zeit, die mir passt, zu einem Thema, das mich gerade interessiert, eine mehr oder weniger tagesaktuelle Link-Nachricht.

        Zu abstrakt? So würde ich das brauchen können: Es ist Sonntagvormittag. Frühstück mit Ei und Zeitungslektüre. Eine Diskussion innerfamiläre Diskussion entspannt sich an einem aktuellen Artikel. Bevor aus der Diskussion wieder Streit aufkommt, weil mir die schlagfertigen Argumente ausgehen und die Gegenseiten in Stammtischwallung kommen, könnte ich einen Klogang vortäuschen und mich bei euch schnell updaten. Was haben die Proteste rückblickend gebracht? Woran hapert der Ausbau von Windenergie im Moment noch mal? Wer ist schuld? Danke taz.de. Super, mit erläuterter Übersicht zum schnellen Ausdruck. Haha, game over Gegenseite! Bzw., endlich mehr gepflegte Diskussionskultur zuhause und weniger kalter Kaffee.

        • Kaufe ich in einem Ein-Euro-Shop ein, was selten vorkommt, stört mich die Unsicherheit, ob ich was wahrscheinlich bekomme oder nicht. Zufalls-Erfolgsquote. Könnte ich dem Shop sagen, was ich kaufen möchte und er bringt das bei genug Interessenten herbei, würde ich mehr kaufen. Warum startet ihr nicht eine Umfrage auf taz.de und fragt, was wir von euch online Journalistisches kaufen wollen?

          Stichwort Schwarmintelligenz und Beteiligung an der Zukunft der taz. Bei eurem neuem Haus sollen wir uns doch auch mit Ideen, Kritik und so weiter beteiligen.

          • Ich glaube nicht, dass das Problem von http://www.taz.de ist, dass dort zu wenige gute journalistische Inhalte stehen. Das Problem ist glaube ich auch nicht, dass nicht genug Leute hier vorbeischauen, weil sie vorher zu unsicher sind, ob sie etwas Gutes hier finden können. Monatlich kommen hier 1,26 Millionen Menschen vorbei. Weil viele davon mehrfach kommen, ergeben sich so 4,9 Millionen Besuche. Und weil sie bei jedem Besuch mehrere Artikel lesen, kommen wir auf 13,3 Millionen Seitenansichten. Offenbar machen wir bereits den Journalismus, den viele Leute lesen wollen.

          • Ich war in einer Pause und nicht fertig. Auf Ihren Post, der mit „Ich glaube nicht, dass das …“ beginnt, antworte ich mangels Platz hier. Die Idee war nicht als Beleidung des guten Journalismus gemeint, den Sie machen. Ich verstehe mich als Teil der Kommune und einer von den vielen vorbeischauenden Usern. Ehrlich gesagt habe ich beim Lesen von taz.de keineswegs den Eindruck eines Besuchs bei einem Ein-Euro-Shops. Ich versuchte nur, Ihr Bild aufzugreifen. War nur eine Idee mit der Schwarmintelligenz. Mir gefällt an den Artikeln auf taz.de oft nicht, dass ich sie die meisten aus der Zeitung vom Vorabend kenne. Mir kommen die Metaphern einer Wiederaufbereitungsanlage und einer Bäckerei mit Brötchen vom Vortag in den Sinn. Leute, die die Zeitung nicht kaufen und nur online kostenlos lesen, wird das nicht stören. Die kennen das Neuere und Frischere nur nicht. Ok, das Weiterschreiben bringt nichts mehr. Ich bin noch gekränkt, dass Ideen unerwünscht sind. Brainstorming Over

          • Ich wollte Sie nicht unterbrechen. Ich habe Sie auch nicht so verstanden, dass Sie unseren guten Journalismus beleidigen wollen. Ich begrüße es, dass Sie sich Gedanken machen und dass Sie den Vorschlag haben, die Leser zu befragen, was sie von uns an Onlinejournalismus kaufen wollen. Ich hatte gehofft, dass es Sie freut, wenn ich auf diese Vorschläge reagiere, sie ernst nehme – was eben auch bedeutet, dass ich es dann sage, wenn ich glaube, dass ein Vorschlag nicht an der richtigen Stelle ansetzt.

        • Wir bieten bisher folgende Themenpakete an:
          – Ausverkauf öffentlicher Güter
          – Urbanisierung
          – China
          – Migration
          – USA
          – Globalisierung
          – Afrika
          – Nano.Gen.Tech
          – Indien
          – Südamerika
          – Welternährung
          – Arabische Welt
          – Russland
          – Finanzkrise
          – Südosteuropa

          Jeweils 112 Seiten, aufwändig zusammengestellt und bebildert, für 8,50 Euro: http://www.monde-diplomatique.de/pm/.edition/edition

          Es lohnt sich leider nur, das zusammenzustellen, wenn wir davon ausgehen, dass sich genug Leser für das Thema interessieren (und dafür zahlen). Beim AKW-Protest in Brandenburg wäre mein Bauchgefühl, dass das bei diesem Thema nicht der Fall ist. Aber wer 5 Euro zahlt, kann 30 Tage lang in unserem Online-Archiv selbst nach allen Texten zum Thema suchen: http://taz.de/Datenbank/!121830/

          Oder uns mit der Suche beauftragen: http://www.taz.de/!123585/

        • Spannende Diskussion – und erstaunlich, wie Menschen mit verschiedenartiger Mediennutzung aneinander vorbei reden können – jeweils das Beste wollend!

          Es geht doch im Artikel darum, dass Online-Journalismus nicht viel bringt und deshalb auch nicht so gut sein kann, wie er sein könnte.

          In dieser Formulierung der Problematik schwingt schon irgendwie mit, dass es bereits eine feste Vorstellung vom „besseren Online-Journalismus“ gibt. Und ich vermute mal, das die in Richtung mehr Qualität, Quantität, Tiefe/Breite, Multimedialität und Vernetztheit geht. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege!

          Bashir hat jedoch einen anderen Blickwinkel eingebracht, nämlich den der User: Was wünschen wir uns von der TAZ – über das Vorhandene hinaus? Was hat sie, das sie uns noch geben/erarbeiten könnte, für das wir auch gerne zahlen würden??

          Es muss etwas sein, das wir BRAUCHEN und nicht an jeder Ecke des Webs bekommen. Etwas, das es SO, WIE WIR ES BRAUCHEN noch gar nicht gibt!

          Bashir zeigt spontan in die richtige Richtung: Wir brauchen nicht noch mehr Information, noch bessere Artikel, noch mehr Videos, noch mehr Linklisten, Klickstrecken, Galerien, etc. usw.

          Was wir brauchen ist ORIENTIERUNG bzw. Strukturierung, Kuratierung, Zugänglichmachung von Themen, bei denen wir dann die Tiefe der Auseinandersetzung und die Medien dafür selber wählen können. Vom kurzen Überblick bis zu tiefschürfenden Teilaspekten, sowohl Fakten, Statistiken, Grafiken, Wissensbeiträge als auch Meinung, Akteure, laufende Initiativen, Andochstellen für jegliches Engagement (Petititonen, Kampagnen, Demos, Kongresse, Stiftungen, BIs….)

          Im Web und jeglichen sozialen Medien steht immer der EINZELNE ARTIKEL im Brennpunkt der Aufmerksamkeit – seien es Katzenbilder oder journalistisch tolle Texte. Also konkurrieren alle per Headline, Tweet und SEO-Aktivitäten um die flüchtige Aufmerksamkeit.

          Wenn ich nun aber mal ein Thema vertiefen will, bin ich weitgehend auf mich alleine gestellt. Google-Suche, Wikipedia – mehr fällt mir erstmal nicht ein. Wobei Google nochmal einen Wasserfall von unsortierten Infos bringt und Wikipedia halt „nur“ lexikalisch ist -. und von sehr unterschiedlicher Qualität und Glaubhaftigkeit.

          Hey, was da alles möglich wäre! Und zwar ONLINE, nicht als PDF (evtl. dann auch als App).

          Ja, ich weiß, es gibt „Themenseiten“. Die haben fast alle Großmedien. Aber dort sind meist nur die „Artikel zum Thema“ lieblos hintereinander weg aufgelistet – das bringt mich dann auch nicht weiter, bzw. ich will ja nicht in zig alten Artikeln lesen, was dieser oder jener Politiker mal dazu gesagt hat, sondern das Thema in seiner Tiefe und Komplexität erfassen. Beiträge, die das ermöglichen, sind anders als solche, die für Tagesaktualität geschrieben werden.

          „Wie wärs mit einem alternativen taz-qualitäts-wiki mit Eintritt? Über die Jahrzehnte müssten Sie wahnsinnig viel journalistisches Wissen angesammelt haben. Bevor das in Archiven vergilbt oder in einem (Pdf-)Archiv umständlich mit Suchbegriffen aufgerufen werden muss, wäre ein einfaches Multimedia-Wiki doch viel spannender. So, dass ich Leser mir in Kürze Hintergründe über Links, Fotos, Interviews, Originalquellen usw. selbst erschließen kann, ohne Medienbruch“

          Ja, OHNE MEDIENBRUCH! Denn wenn Sebastian dann verblüfft darauf hinweist, dass es doch tolle Themenpakete gibt, nämlich

          „Ausverkauf öffentlicher Güter, Urbanisierung……
          ….. Jeweils 112 Seiten, aufwändig zusammengestellt und bebildert, für 8,50 Euro: http://www.monde-diplomatique.de/pm/.edition/edition

          dann ist das ein veritabler Medienbruch, der eine Menge Menschen ausschließt. Hättet Ihr ein Wiki, einen Salon, einen „Knotenpunkt“ z.B. in Sachen Finanzkrise, wär ich da schon 3 Jahre zahlendes Mitglied!
          So hab ich nicht mal gewusst, dass es den Reader gibt!

          Und ich werde ihn auch jetzt nicht kaufen, weil ich fast nichts Gedrucktes mehr lese. Nicht weil ich was dagegen hätte (bin Jg. 1954, massiv Gutenberg-sozialisiert), sondern weil ich „am Netz“ genug mentalen Input bekomme, so dass ich, wenn ich abends davon ablasse, eher Entspannung suche. Für den Kopf, fürs vom Elend der Welt immer wieder berührte Herz, für die Augen… So ist das vom Papier lesen im Lauf vieler Online-Jahre mehr und mehr verschwunden.

          Damit bin ich nun gewiss nicht alleine. Gäbe es Angebote, die mein Bedürftnis nach Orientierung, Strukturierung und Vertiefung bedienen würden, aktuell gehalten, aber nicht nur für den Tag erstellt, würde ich gerne dafür zahlen.

          So etwas lässt sich auch gut zusammen mit der Leser/-innenschaft entwickeln! Es könnte neben den Inhalten auch community-Funktionen geben, Diskussion, Profile… und auf der Bezahler/innen-Seite sowohl die Tages- Wochen und Monatskarte, als auch die Jahresmitgliedschaft. Für den Start Crowdfounding (für Spender gibts Zugangsgutscheine), für Genossenschaftler, Mäzene und Sponsoren die „Themenpatenschaften“.

          Hey Leute, probiert doch sowas einfach mal aus! Wer, wenn nicht die TAZ könnte das stemmen ?

          • Danke für die Analyse eines Missverständnisses! Das mit der Kommunikation hätten Bashir und ich echt besser hinbekommen können…

            Unsere Reader gibt es nicht nur gedruckt, sondern auch als PDF :-)

            Wir machen es immer mal wieder, dass wir ein großes Thema zu einem Dossier zusammenbinden und dann ein Gesamtüberblick über ein Thema geben. In der Artikelansicht sieht man dann oben rechts, dass dieser Artikel Teil eines Dossiers ist, hier zum Beispiel Teil der Dossiers „100 Jahre erster Weltkrieg“: http://taz.de/Forscher-ueber-Maschinengewehre/!135689/

            Wenn man dort drauf klickt, bekommt man alle Artikel des Dossiers:
            http://taz.de/100-Jahre-Erster-Weltkrieg/!t24287/

            Neben jedem Artikel steht zudem ein Hinweis: „Mehr Interviews und Hintergründe zum Ersten Weltkrieg gibt es in der Freitagsausgabe der taz.“ Insgesamt sind es 12 Seiten in der gedruckten Ausgabe. Im Sinne des zu vermeidenden Medienbruchs fehlt allerdings der Hinweis, dass man die Freitagsausgabe auch für 79 Cent im e-Kiosk bekommt: https://www.taz.de/!114771/

            Die 12 Weltkriegs-Seiten kann man aber nur noch zwei Tage lang im e-Kiosk kaufen. Würde es helfen, wenn es eine Übersicht mit allen solchen Dossiers der letzten Zeit gäbe? Wenn man dann sehen kann, dass die taz zum Frauentag X Seiten mit diesem und jenem Themenschwerpunkt hatte, zur Buchmesse Y Seiten, zu Neujahr wieder etwas anderes? Und wenn man die dann einzeln kaufen kann?

          • Lieber Sebastian,

            ja natürlich wären die von dir genannten Punkte eine Verbesserung – aber eben nur eine kleine Verbesserung des Bekannten und Vorhandenen, keine grundsätzlich neue Sache, für die man evtl. ganz anders zahlen würde (bzw. überhaupt zahlen).

            Ich staune, wie sehr du mental an den Formaten hängst, die die TAZ bereits anbietet. Wenn die verbessert werden, kommen evtl. ein PAAR Leser mehr, aber am Zahlverhalten der „Onliner“ ändert das nichts Wesentliches. Dafür braucht es NEUE Formate – und fast fürchte ich, dass die letztlich von Anderen umgesetzt werden, wenn die „Zeitungsmacher“ sich partout nicht vorstellen können, wie etwa ein lebendiger (!) Themenschwerpunkt für Web-Affine (auch PDF und E-Reader sind ein Medienbruch) gestaltet und betrieben werden könnte.

            Einen Ansatz in die Richtung versuchte die SZ mit ihrem Rechercheprojekt, in dem Leser ein Thema auswählen können, das dann intensiv recherchiert wird. Das ist aber noch weit entfernt von dem, was möglich wäre:

            → Eine Art „Salon“ zu einem Thema (Weltkrieg eignet sich nicht, da rein historisch, aber z.B. Energiewende, Landwirtschaft/Ernährung), zu dem man Eintritt bezahlt und der von einer oder mehreren Personen fortlaufend strukturierend, kuratierend und journalistisch „betreut“ und ausgebaut wird – entlang an den Bedürfnissen und Interessen der zahlenden Mitglieder. Man könnte sich dort rundum informieren (mittels der strukturierten und mit kurzen Zusammenfassungen versehenen Texte, Videos, Grafiken etc.), aber auch diskutieren und Kontakte mit ebenfalls im Thema engagierten Menschen knüpfen. Es gäbe nicht nur „Wissen“, sondern auch Teilhabe und gemeinsames Forschen – unterstützt von Journalisten, die genau das recherchieren und aufbereiten, was sich in dieser Themen-Community als wünschenswert und erforderlich heraus stellt. Und neben Wissen, Forschen, Diskutieren müsste der „Salon“ auch aktuelle Infos zu Aktivitäten, Veranstaltungen aller Art rund um das Thema bereit stellen. Und auf allen Ebenen der Info-Vermittlung natürlich nicht allein TAZ-Inhalte, sondern Links zu allem, was dazu relevant ist.

            Ja, das macht neue Arbeit, und zwar fortlaufend. Dafür würde aber auch fortlaufend gezahlt – siehe meinen letzten Kommentar, indem ich mehrere Finanzierungsschienen ausgeführt hatte. So etwas müsste vom Start weg mit den Leserinnen und Lesern entwickelt werden, die auf diese Weise viel mehr involviert und engagiert wären, als wenn man sich einfach mal ein fertiges Medium kauft, das sich dann auch nicht mehr verändert.

          • Nur eine Beobachtung meinerseits Thema Medien(schriff)bruch bzw. Text-Link-Schere bei mir, geht anderen Leser_nnen vielleicht auch so. Wenn ich in einem Artikel in dem Hinweis aus der Übersicht wie bei dem Hinweis zu dem hiesigen Blog-Artikel einen Link in der Ankündigung sehe, klicke ich so mehr nicht auf den angekündigten Artikel, sondern, wenn, eher auf den Link, wenn er mich interessiert. Ich weiß lieber erst, worum es geht, bevor ich anderswohin surfe.

  29. Ich habe das TAZ-E-Paper abonniert und lese trotzdem nur online – zugegebenermaßen gab’s damals für das E-Paperabonnement auch noch ein subventioniertes Nexus 7 dazu, was auf jeden Fall meine Entscheidung beeinflusst hat.

    Wie viele der E-Paperabonnementen läd den täglich die Zeitung runter?

    • Hier die Zahlen der letzten Woche: 11.378 Leute haben ein Digiabo. Davon bekommen 2.986 Leute das Digiabo per Mail. Außerdem haben sich 5.828 Leute die Datei heruntergeladen. Es gibt allerdings eine Überschneidung zwischen beiden Gruppen: Manche Leute lassen sich das Digiabo per Mail schicken und laden es sich zusätzlich herunter. Wenn man das herausrechnet, bleiben 7.590 Leute. Sprich: 66 Prozent der Leute, die ein Digiabo haben, haben letzte Woche die taz als PDF bekommen oder sich heruntergeladen.

  30. Wie viel Mühe sich jemand gemacht hat, um etwas herzustellen, ist in einer Marktwirtschaft irrelevant. Dort geht es nur um Nutzen und Konkurrenz. D.h. wie viel ist mir eine gewisse Information im Internet wert und kann ich dieselbe Information woanders billiger bekommen.

    Den Zahlungshinweis auf der taz-Hauptseite empfinde ich als „Zahl was an uns, damit es diese Website überhaupt gibt, bzw. zukünftig geben wird“. Das sehe ich dann ein, wenn ich auf dieser Seite regelmäßig für mich interessante Informationen und/oder Meinungen lesen kann, die ich nicht woanders umsonst bekomme. Das Verdikt meinerseits ist da noch nicht gesprochen, so oft war ich noch nicht hier.

    Eine andere Zahlungsaufforderung fände ich (evtl. zusätzlich) sinnvoller, nämlich am Ende eines Artikels, der nicht offensichtlich 1:1 von der dpa o.ä. stammt.

    Ein grundsätzliches Problem ist der i.d.R. niedrige monetäre Wert den man selbst einem gut geschrieben Artikel zumisst. Das Internet bietet gute Skalierungsmöglichkeiten durch viele potentielle Besucher. Aber um für die Zahlung eines Trivialbetrags <= 1 € mehr als 10 Sekunden meiner Zeit zu opfern, ist die Hemmschwelle einfach zu hoch. Das Problem ist nicht das Geld, sondern die Zeit, die es kostet, das Geld zu transferieren. Sobald dieses Problem gelöst ist, sollte sich auch mit Nachrichtenwebseiten gutes Geld verdienen lassen.

    • Wir haben nicht nur einen Zahlungshinweis auf der Startseite, sondern auch unter jedem Artikel: „Unser Artikel hat Ihnen gefallen? Sie können dafür bezahlen!“

      Wenn Sie per Flattr zahlen, dauert das einen Klick.

      Wenn Sie per Paypal zahlen, müssen Sie einmal Ihr Paypal-Passwort eingeben. Dafür sollten 10 Sekunden reichen.

      Wenn Sie per SMS zahlen, müssen Sie Ihre Handynummer eintippen. Sie bekommen dann eine SMS mit einem Code, den Sie zur Bestätigung auf der Webseite eintippen. Ihr Handynummer hat 10 oder 11 Stellen, der Code hat 6 Stellen. Wenn Sie das in 10 Sekunden schaffen wollen, müssen Sie ein sportlicher Tipper sein.

  31. Hallo Herr Heiser,
    würden Sie mir erklären warum es zwei Tage gedauert hat den Artikel zu schreiben? Ich habe keine Ahnung von Ihrer Branche.

    Die taz sollte vielleicht so ein Bezahlsystem wie die Bild einführen. Taz+. Was sagen Sie?

    Danke,

    A.Albers

    • Weil ich es nicht schneller geschafft habe. Ich hatte eine Menge Gedanken zum Thema und habe erstmal losgeschrieben und dann versucht, das zu ordnen. Dann habe ich noch dies und das ergänzt und alles neu geordnet. Mein Versuch, daraus einen Text aus einem Guss zu machen, hat nicht funktioniert, also ist es diese Ansammlung einzelner Gedanken mit den „***“-Zeichen dazwischen. Ich habe Formulierungen immer wieder abgewogen und verändert. Zum Beispiel war die Leserbeschimpfung am Anfang noch viel härter, aber das schien mir dann nicht zutreffend zu sein. Dann ging es auch noch darum, Zahlen und Infografiken herauszusuchen. Aber den größten Teil der Zeit habe ich eigentlich mit Nachdenken verbracht.

      Wir machen manchmal so etwas wie taz+, zum Beispiel immer mit dem „Streit der Woche“ in der Sonntaz. In einem Artikel auf taz.de geben wir wieder, was einige Leute in ihren Gastbeiträgen zu einer bestimmten Frage schreiben, und verweisen dann darauf, was für Gastbeiträge von welchen Leuten man nur in der gedruckten Ausgabe findet und wie man diese Ausgabe auch einzeln im eKiosk kaufen kann.

      Hier ein paar Beispiele:
      http://www.taz.de/Der-sonntaz-Streit/!134856/
      http://www.taz.de/Der-sonntaz-Streit/!133997/
      http://www.taz.de/Der-sonntaz-Streit/!133091/

  32. Zu Messern, Kosten und der Marktwirtschaft
    hab ich noch’n schlagendes Beispiel:

    Tauchschulen auf der Welt sind ja auch nicht dort, wo es besonders schöne Tauchreviere gibt, sondern dort, wo besonders viele tauchwillige, zahlungsfähige Toursiten sind…