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vonNicola Schwarzmaier 20.04.2013

taz Hausblog

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Von Ansgar Skoda

"Stopp. Neustart", Foto: Wolfgang Borrs

Ist ein Neustart oder sind gesellschaftliche Veränderungen generell möglich? Das fragt sich das Podium von „Stopp. Neustart“ am Samstagmorgen. Frank Augustin, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins agora42, und Wolfram Bernhardt, deren Herausgeber, konnten – für die aus krankheitsgründen entfallenen Referenten Louise Jacobs und Birger Priddat –  die 27-jährige Berlinerin Sibel Atasayi, die gerade in politischer Psychologie promoviert, und Albert Lieberg von system-wechsel.org gewinnen. Die Diskussion: sehr lebhaft, weil viele Thesen streitbar sind.

Erfindungen zur Energiewende seien beispielsweise nicht immer unproblematisch. Wie stellt man eine Beziehung her zwischen einem persönlichen Neustart und einem gesamtgesellschaftlichen? Und wie weit gehen Veränderungen und Visionen eigentlich? Dem Globalisierungskritiker Lieberg geht es um grundsätzliche Fragen. Die menschliche Spezies beherrsche den Planeten. Schade der Mensch sich eigentlich selbst, wenn die Evolution aufgrund von Ressourcenknappheit scheitert? Weltweit weniger materielle Güter würden weniger Ressourcenverbrauch bedeuten. Klar ist, wir müssen andere Arten des menschlichen Zusammenlebens finden. Doch wie begeistert man die Leute und wie kommt man von Gewohnheiten weg?

Jemand im Publikum, der sich als Andi vorstellt, meldet sich zu Wort: Wenn man von der Welt spricht, war diese eigentlich vorher schon da? Wer definiert diese und was ist denn eigentlich der Staat? Ein bisschen konzeptfrei geht es plötzlich um grundsätzliche philosophische Fragen. Atasayi meint, man müsse stets lokal handeln, aber global denken.

Eine große Frage ist auch, wie wir uns parteipolitisch positionieren. Durch die Widerwahl Angela Merkels werde die momentane Ausweglosigkeit noch fataler. Die Politik sei reformbedürftig. Auch Atasayi meint, Merkels Führung stimme depressiv und sei lähmend. Sie handle reaktionär und Begeisterungsfähigkeit fehle einfach. Diese „There is no alternative“-Logik sei angekommen. Nicht im Zynismus zu enden oder zu verbittern sei die Kunst.

Vehement bekundet eine Zuhörerin aus dem Publikum ihren Unmut, dass es bei den Wahlen keine Möglichkeit gebe durch eine „Nein“-Stimme seinen Protest gegen die nicht mehr wählbare Politik festzuhalten. Es würde ja über die Köpfe hinweg entschieden. Man könne bei 40 Prozent fehlender Wahlbeteiligung nicht mehr von einer Minderheit in der Bevölkerung sprechen. Bernhardt und Augustin warnen jedoch davor, rechten Radikalisten den politischen Raum zu öffnen, nur weil sie sich klar positionieren.

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