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vonHelmut Höge 06.08.2006

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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Mein Blog-Kollege Bernd Pickert schreibt in seinem neuesten Beitrag: „Unser Aushilfshausmeister… hat unglaublich viel zu sagen.

Anhand des Wikipedia-Stichworts „Hausmeister“ einnert er mich gleichzeitig aber noch einmal an das Wesentliche:
„Ein Hausmeister oder eine Hausmeisterin (auch: Hauswart, Portier, in Frankreich der oder die Concierge) ist jemand, der vom Hauseigentümer beauftragt worden ist, um für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Seine üblichen Aufgaben sind beispielsweise das Reinigen der Korridore, das Auswechseln durchgebrannter Glühbirnen, das Ablesen des Strom– bzw. Wasserzählers und einfach „nach dem Rechten sehen“.“

Abschließend bemerkt er noch: „In der taz ist eben alles anders besser.“

Nun bin ich zwar nur Aushilfshausmeister, insofern gilt das alles nur bedingt für mich, aber über das „Auswechseln durchgebrannter Glühbirnen“ habe ich mir nun wirklich – und zwar schon gleich bei meinem ersten Arbeitseinsatz – Gedanken gemacht – und dazu u.a. mit einem Mitarbeiter der „Stiftung Warentest“ am Lützowplatz über dieses Problem – „gV“ – geplanter Verschleiß – gesprochen.

Er drückte sich vage aus: „Ich kann mir vorstellen, daß man den gar nicht planen muß, weil er ja massiv eintritt, bei Waschmaschinen z.B. durch die hohe Schleuderzahl: Da ist nach zehn Jahren ganz einfach die Lebensdauer – der Lagerbuchsen oder so etwas – am Ende“… Aber in der DDR gab es ein Gesetz, daß „Weiße Ware“ mindestens 25 Jahre halten mußte – und die Kühlschränke, von dkk Scharfenstein, hielten auch so lange…“ Mag sein, aber bei der ‚Braunware‘ z. B. lohnt sich heute die gV-Prüfung schon allein deswegen nicht mehr, weil die Hersteller nicht nur einmal im Jahr ihre Produkte ändern, sondern in der Regel schon alle Dreivierteljahr. Wenn wir die testen, kann es uns passieren, daß bei der Veröffentlichung bereits 40-50% der Produkte nicht mehr auf dem Markt sind: also können wir uns diese Komponente – gV – gar nicht mehr erlauben zu prüfen“.

Wir kamen dann auf Glühlampen zu sprechen, weil hierbei die Forschungslage weitergehende Schlußfolgerungen erlaubt. 1882 erwarb Emil Rathenau von Edison die „Glühlampenpatente“ und gründete die „Deutsche Edison Gesellschaft“. Zusammen mit der Gasglühlicht-Auer-Gesellschaft und der Siemens & Halske AG ging daraus 1919 die Osram KG hervor – im Jahr der Ermordung Rosa Luxemburgs. Während Rathenau mit originellen Vorführungen in Berlin und Theaterilluminationen in München erst einmal ein „Bedürfnis“ nach den neuen Lichtquellen wecken wollte, lehnte Siemens solche „Marketingstrategien“ ab. Er setzte stattdessen auf die vielfältigen Möglichkeiten der Einflußnahme auf Staatspolitiken. Um Konkurrenten und Wildwuchs niederzuhalten, wurde dazu schon bald auf Betreiben von Siemens die „Internationale Glühlampenvereinigung“ als Verein eingetragen: Das erste – noch rein europäische – Elektrokartell. Zusammen mit Edison entstand daraus 1925 in London das „Weltkartell General Patent and Development Agreement“: Im Verlauf ihrer Tätigkeit teilten sich die Mitglieder – die jeweils national größten Elektrofirmen – weltweit die Märkte untereinander auf und stimmten die Preise untereinander ab. Bereits Ende 1925 – „ausgerechnet zum Fest des Lichts“, so der Kassler Zukunftsforscher Rolf Schwendter – beschloß dieses Glühlampenkartell die Lebensdauer aller Birnen von 5000 auf 2000 Stunden zu verringern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Lebensdauer noch einmal heruntergesetzt: auf bis heute „gültige“ 1000 Stunden. Da man jedoch in Deutschland nach der Wiedervereinigung die Voltstärke von 220 auf 230 erhöhte, halten hier die Glühlampen sogar nur noch etwa 700 Stunden. Das DDR- Glühlampenkombinat „Rosa Luxemburg“ (von Lux = Licht) hatte seine Produktion bereits gleich nach der Wende auf die neue EU-Voltstärke eingestellt: die Narva-Lampen hielten schon ab 1993 wieder 1000 Stunden. Daneben wurden dort aber auch noch – mit einem Tungsram- Patent – sogenannte „Resista“- Lampen hergestellt, die aufgrund einer „verbesserten Wendel-Geometrie“ 2500 Stunden lang brannten: halb so lange wie die chinesischen Normal-Glühbirnen. Diese halten bis heute 5000 Stunden.

Als die Narva-Lichtforscher die Budapester „Langlebensdauer-Glühlampen“ 1981 erstmalig auf der Hannover-Messe vorstellten, meinten ihre Osram-Kollegen abfällig: „Ihr wollt euch wohl alle arbeitslos machen!“ „Im Gegenteil,“ antworteten ihnen die Narva-Kader, wir müssen einfach immer ressourcenschonender arbeiten. Das Berliner Glühlampenwerk Narva wurde jedoch nach der Wende systematisch abgewickelt. 1998 liquidierte der letzte Betriebsratsvorsitzende, Michael Müller, der jetzt in seinem ehemaligen Betrieb Hausmeister ist, auch noch die letzten Reste der Beschäftigungsgesellschaft Priamos, mit der abschließend wenigstens noch „Ersatz-Arbeitsplätze außerhalb der Lichtproduktion“ geschaffen werden sollten. Von Narva blieb bloß die ABM-Gesellschaft „Brücke“ übrig, die der eingetragene Verein Avran (Narva rückwärts buchstabiert) mit Privatkrediten der Betriebsräte gegründet hatte. Die Schriftsteller Hochhuth und Grass widmeten der Narva-Abwicklung düstere Kapitel in ihren Wende-Romanen.

Zuvor hatte der Westberliner Erfinder Dieter Binninger noch versucht, einen Teil der Narva-Lampenproduktion von der Treuhand zu übernehmen. Er besaß bis dahin eine kleine Glühlampenfabrik in Kreuzberg, in der Birnen mit einer Lebensdauer bis zu 150.000 Stunden hergestellt wurden – von einem ehemaligen Arbeiter der polnischen Glühbirnenfabrik Polam: Herr Weinstock. 150.000 Stunden, das sind etwa 42 Jahre: so lange hielt die DDR! Binninger hatte den Namen für seine Glühbirnen Mitte der Achtziger Jahre von Narva bekommen: „Langlebensdauer-Glühlampen“. Nach der Wende ließ er sie probehalber dann auch bei Narva produzieren. Kurz nachdem Binninger seine Kaufofferte für einen Teil des Glühlampenwerks bei der Treuhand abgab, stürzte er mit dem Flugzeug bei Helmstedt ab: am 5. März 1991.

Ich schrieb daraufhin mehrere Artikel über ihn und Narva. Am 11. November 1991 erhielt ich einen Brief vom Glühbirnenkartell, das inzwischen „International Electrical Association“ hieß und in Pully bei Lausanne residierte: „Please note that the IEA was wound-up and entered into liquidation on the 31. September 1989“. Es hatte sich also quasi mit Beginn des Zerfalls der Sowjetunion selbst aufgelöst – oder war jedenfalls in eine neue Phase der Aufteilung ihrer Märkte und Einflußsphären getreten. In der IEA waren die großen japanischen, US-amerikanischen und europäischen Elektrokonzerne organisiert gewesen – in verschiedenen Sektionen, die alle Produktionsbereiche von der Glühbirne über die Kabel- und Turbinenproduktion bis zur Atomkraftwerkstechnik regelten, um Preisverfall und Überproduktion zu vermeiden. Der Sowjetunion hatte man in der IEA einen „Beobachterstatus“ eingeräumt. Sowohl der Siemens- als auch der Osram-Chef waren Sektions-Vorsitzende. Nachdem ein Sekretär der IEA sich mit einem Teil der Kartellunterlagen abgesetzt hatte, veröffentlichten verschiedene staatliche Antikartell-Kommissionen in den USA Berichte über das unmarktwirtschaftliche Treiben des „Glühbirnenkartells“. In Deutschland war insbesondere der IEA-Experte und Mittelstandsberater Rudolf Mirow publizistisch aktiv. Er hielt denn auch die Selbstauflösung des Kartells 1998 für eine Lüge: die IEA habe vielmehr nach dem Zerfall der Sowjetunion den Ostmarkt aufgeteilt, General Electric bekam z.B. Tungsram und Siemens-Osram beteiligte sich an Polam. Für die DDR habe im übrigen Siemens sofort Heimat-Gebietsschutz geltend gemacht.

1992 schrieb Mirow der Treuhandchefin Birgit Breuel einen Brief: „Es besteht der Verdacht, daß dieses Kartell sich jetzt den Markt der Neuen Deutschen Bundesländer untereinander aufgeteilt hat… und daß Mitglieder der IEA erneut mit ‚combat-‚ auch ‚fighting proceedings‘ genannt, gegen sogenannte ’non- members‘ vorgehen… Es wäre bedauerlich, wenn auf Grund der Unkenntnis der Organisationsformen der Elektroindustrie jetzt möglicherweise veraltete, aber doch sanierungsfähige Betriebe geschlossen würden, die Mitgliedern der IEA einmal Paroli und Wettbewerb bieten könnten. Da alle Untersuchungen zeigen, daß es in der Elektroindustrie nie eine Marktwirtschaft gegeben hat, werden sich die Probleme der ostdeutschen Unternehmen, und also auch die von Narva, vorerst nicht mit reinen marktwirtschaftlichen Instrumenten lösen lassen“. 1993 wurde Rudolf Mirow in Indonesien von einem Auto überfahren und starb.

Im selben Jahr fand in Rostock, organisiert vom Betriebsrat der Deutschen Seereederei, eine Wirtschaftskonferenz statt. Tyll Necker, damals Sprecher des Deutschen Unternehmenerverbandes, führte dort – im Zusammenhang der ostdeutschen Bergbau-Privatisierungen – aus: „Bei Kali z.B. hat es nie eine Marktwirtschaft gegeben. Ende der Durchsage!“ In dieser Branche werden die Preise u.a. über das sogenannte „Wiener Kalikartell“ geregelt. Und der Arbeitskampf der Bischofferöder Kalikumpel begann denn auch wenig später mit einem Flugblatt des Bremer Kalikartell-Experten Peter Arnold, das er selbst an der Grube verteilte.

Ich besuchte deswegen einmal das deutsche „Kartellamt“ in Berlin, am Platz der Luftbrücke. Sie hatten dort nach der Wende mit Rudolf Mirow über die IEA diskutiert. Jetzt schätzten sie ihn als „ein bißchen paranoid“ ein. Man gab mir eine Liste mit allen Westkonzernen, die Ostfirmen aufgekauft hatten. Am meisten hatte Siemens zugelangt. Die Liste war jedoch nicht auf dem neuesten Stand. Die „Kartellwächter“ versprachen, mir den fehlenden Teil zuzuschicken. Das geschah aber nie, obwohl ich immer wieder danach fragte: Sie waren dort anscheinend inzwischen selber „paranoid“ geworden!

In Berlin hatte sich derweil der Weltbank-Manager Peter Eigen mit einer internationalen Initiative niedergelassen, die er „Transparency International“ nannte. Ihr ging und geht es darum, durch Bekämpfung der Korruption die Entwicklungschancen armer Länder zu verbessern. Konkret sollen z. B. Für große Industrieprojekte in der Dritten Welt „Inseln der Integrität“ geschaffen werden: d.h. die an der Ausschreibung sich beteiligenden Konzerne müssen vorher Verpflichtungserklärungen unterschreiben, daß sie niemand bestechen werden, um den Zuschlag zu bekommen. Für diese Anti-Korruptions-Aktivität will Peter Eigen neben Politikern und Banken auch die großen Konzerne gewinnen. In den USA werden immer mal wieder Firmen verklagt, die Bestechungsgelder bezahlt haben – auch im Ausland. In Deutschland kann man dagegen diese Gelder nach wie vor steuerlich absetzen. Bis vor einigen Jahren gab es im Wirtschaftsamt Frankfurt am Main sogar noch Listen, denen im Ausland tätige Geschäftsleute entnehmen konnten, mit wieviel Schmiergeld sie in welchem Land zu rechnen hatten. Seit dem Zerfall der Sowjetunion sind die Geschäftsgebaren nun völlig aus dem Ruder gelaufen, auch hierzulande, so daß Peter Eigens Initiative scheinbar genau richtig kommt. Merkwürdigerweise kannte er das Elektrokartell IEA jedoch überhaupt nicht. Er hielt es lediglich für eine Besonderheit – z.B. von Siemens, das dieser deutsche Konzern in den letzten Jahren immer wieder wegen Korruptionsverdacht international unangenehm aufgefallen war: In Singapur bekam Siemens sogar fünf Jahre Geschäftsverbot und jüngst begann die Staatsanwaltschaft in Moskau gegen die Siemens AG zu ermitteln, weil die Münchner angeblich den Sonderbeauftragten für die Elektronikbeschaffung bei der KGB- Nachfolgeorganisation bestochen hatten.

Auch in der Ex-DDR, wo der Konzern beizeiten gute Kontakte zu einem Koko-Geschäftsführer in Ostberlin und dessen Schwiegersohn in Westberlin aufgebaut hatte, war es nach 1989 zu mehreren Merkwürdigkeiten gekommen: So teilte die das Narva-Werk im Auftrag der Treuhand international anbietende Unternehmensberatungsfirma Price Waterhouse z.B. mit, Siemens habe überall auf der Welt verlauten lassen, man werde das Berliner Glühlampenwerk kaufen – dabei hätte Osram gar keine Offerte abgegeben und wäre auch von seinen Join-Venture-Plänen längst wieder abgerückt. Zuvor hätten die Siemens-Manager in der Treuhand alles getan, um das Werk auf die Abwicklungsliste zu setzen. Ein entsprechender Beschluß der sogenannten „Plaschna- Kommission“ sei dann aber durch den Treuhandchef Rohwedder wieder rückgängig gemacht worden. Ein Elpro-Vorstandsmitglied erfuhr sodann von einem belgischen General-Electric-Manager, nachdem GE vom Kauf des DDR- Vorzeige-Elektrounternehmens Elpro zurückgetreten war: In letzter Sekunde hätten sich Siemens und GE über die IEA geeinigt – die General Electric übernehme Elpro nicht, dafür helfe ihnen Siemens wieder ins Irangeschäft rein. Die Elpro AG ist inzwischen so gut wie abgewickelt! Einen winzigen Betriebsteil übernahm die General Electric zuletzt 1997 aber doch noch. Ähnliches war in der Zwischenzeit auch mit dem AEG- Konzern passiert: Er wurde unter den Kartellmitgliedern aufgeteilt, ein Teil kam zu Alcatel, große Bereiche wurden abgewickelt, darunter auch kurz zuvor von der AEG im Osten erworbenen Betriebe – wie das Transformatorenwerk in Oberschöneweide beispielsweise.

Für den Historiker H.D. Heilmann stellen die Lebens-Werke von Rathenau und Siemens so etwas wie eine unternehmerische Alternative dar, wobei Rathenau für ihn den guten deutschen Unternehmer verkörperte und Siemens den verbrecherischen. Der Glühbirnen-Forscher Schivelbusch stellte dagegen neulich im Spiegel die Frage, ob es für die deutsche Entwicklung nicht besser gewesen wäre, wenn statt der Ruhrbarone und der Junker die „Elektroindustrie“ insgesamt die deutsche Politik bestimmt hätte: „Zum Jahrhundertbeginn galten Elektrizität und Moderne als dasselbe“. Und weil dies am Ausklang des Jahrhunderts immer noch so ist, deswegen bestritt nun Siemens die „Expo 2000“, die von der letzten Teuhand-Chefin Birgit Breuel geleitet wurde, fast alleine: Der Konzern verlegte die 100.000 km Glasfaserkabel auf dem Hannoverander Gelände, seine Sparte Medizintechnik war mitverantwortlich für den Themenbereich „Gesundheit“, außerdem war Siemens natürlich auch noch beim Themenbereich „Energie“ mit dabei, sowie bei der „Mobilität“, und ferner in der Arbeitsgruppe zum Thema „Wissen“. Seinen größten Expo-Auftritt hatte der Konzern aber im Themenpark „Zukunft“ wo dieser „weltweit führende Anbieter von Infrastrukturlösungen“ zusammen mit der Stadtverwaltug von Shanghai „Ideen und Visionen“ vorstellte. Beim Verkauf von Infrastrukturlösungen hat man es meist mit Verwaltungen zu tun – und die werden weltweit immer korruptionsanfälliger, so daß die Siemenssche Beeinflussungsstrategie immer erfolgreicher wird – nicht trotz, sondern wegen der weltweit andauernden Privatisierungen.

Der ehemalige Elpro-Vorständler, Schmolcke, schrieb während der Privatisierung dieses einstigen – aus der ersten AEG-Glühlampenfabrik entstandenen – DDR- Vorzeigeunternehmens in der Elpro-Hauszeitung „Kontakt“: „Die Widersacher, mit denen wir es aufnehmen müssen, sind im Vergleich zu der Größe unseres Unternehmens übermächtig“. Er verhandelte mit verschiedenen IEA-Mitgliedern – zuletzt war alles vergeblich. Aus dem, was er dabei – von Alcatel-Cegelec, Schneider, Siemens und General Electric – mitbekam, gewann er jedoch den Eindruck: „Da spielen sich die echten Dinge ab, und vielleicht noch da drunter!“

Siemens versuchte danach mehrmals auch die Privatisierung des Öko-Kühlschrankherstellers Foron zu torpedieren: Zuerst beteiligten sie sich an einem Rundschreiben an alle deutschen „Weiße Ware“-Händler, in dem sie vor dem Kauf der Foron-Kühlschränke aus Sicherheitsgründen (Explosionsgefahr) warnten. Dann gerieten die Scharfensteiner aufgrund einer Pseudoprivatisierung durch den ominösen Londoner „East German Investment Trust“ in Schwierigkeiten. Im Mittelpunkt stand dabei der deutsche EGIT-Manager Harald Lang, der zuvor für die Treuhand schon bei Narva und der Elpro AG aktiv gewesen war. Schließlich bewarb sich der Multikonzern Samsung um Foron. Die vermutlich in mehreren IEA-Sektionen vertretenen Südkoreaner bekamen jedoch einen Brief aus München – des Inhalts, daß Siemens eine Übernahme von Foron durch Samsung als unfreundlichen Akt ansehen würde. Samsung zog daraufhin seine Kaufofferte zurück.

Nachdem Binninger, Mirow und Rohwedder (er wurde laut Bildzeitung beim Auswechseln einer Glühbirne erschossen) gestorben waren und der Leiter des Berliner Büros der IEA-Wirtschaftsprüfungsfirma Price-Waterhouse, Krieger, eine andere Stelle angenommen hatte, war auch die „Privatisierung“ der DDR-Industrie so gut wie abgeschlossen. Die ostdeutsche Betriebsräteinitiative zerfiel langsam. Siemens wandte sich der Konsolidierung zu, wobei der Konzern einige Bereiche verkaufte, andere abwickelte und neue Werke – vor allem in Asien und Amerika – hinzuerwarb. Außerdem wurde seine Berlin-Repräsentanz wieder geschlossen.

Im Zusammenhang der einsetzenden „Globalisierungs“-Diskussion und der eskalierenden Kämpfe bzw. Kampf-Fusionen um die Weltenergie-Reserven an Öl und Gas erregten bald zwei andere IEAs mein Interesse. Es gibt inzwischen drei Welt-Kartelle namens IEA! Das erste ist wie erwähnt die „International Electrical Association“ in Pully, die sich angeblich 1989 auflöste. Das zweite ist die „International Energy Agency“ – mit Hauptsitz in Paris. Sie wurde im Anschluß an die erste Ölkriese im November 1974 gegründet: als Krisenmanagement-Gegenorganisation zum Kartell der erdölexportierenden Länder OPEC (die Sowjetunion hatte und hat auch in dieser IEA nur einen „halbautonomen Sonderstatus in bestimmten Gremien“). Zunächst hielt sich sogar Frankreich abseits, man begriff dort die IEA als „Machine de Guerre“. Weil die Gas- und Erdöl- Branche in den meisten Ländern immer noch Staatsmonopol ist, dreht sich der Kampf nun auch dort um die Privatisierung. Es geht dabei u.a. um Durchleitungsrechte, Gebietsmonopole, Entflechtung, Veräußerung von Kommunalanteilen etc. An immer mehr städtischen Versorgungsbetrieben sind die Strom-, Öl- und Gaskonzerne beteiligt, zudem fusionieren sie noch laufend untereinander.

Zur Jahrtausendwende lud die OAO Gazprom – der Welt größte Gaskonzern, das auf Aktienbasis privatisierte ehemalige Energieministerium der UDSSR – rund 100 Gas- Manager und -Experten ins Berliner Hotel Adlon. In der Erdgas-Förderung und Verwertung (Up-, Mid- und Downstream-Bereich genannt) gab es „früher“ fast weltweit nur nationale Monopole. Im Gegensatz zur Kali-, Stahl- und Elektro-Industrie etwa mußte die Gasindustrie nicht einmal mit den unerlaubten Mitteln des Kartellzusammenschlusses die Marktwirtschaft aushebeln – und etwa die Welt in „producing“ und „non- producing – consuming – countries“ aufteilen. Stattdessen hatten die Hauptverbraucherländer bzw. Ihre Monopolbetriebe (in der BRD die Ruhrgas AG) „langfristige Verträge“ mit ihren Lieferländern (Holland und der UDSSR z. B.).

Im Zuge der „Reaganomics“ wurde jedoch in England und USA u.a. auch die Gasindustrie „dereguliert“. Die Gas-Versorgung würde dadurch effektiver – und billiger, so lautete zumeist die Begründung. Die beiden Nationen kann man zwar nicht mit den festland-europäischen Ländern vergleichen: England fördert sei eigenes Nordsee-Gas und in den USA gab es auch zuvor schon über 1000 Gasproduzenten. Dennoch beschloß die EU 1998 ebenfalls eine „Richtlinie“ zur Einführung der Marktwirtschaft bei der Gas-Versorgung.

In Deutschland war bereits mit der Auflösung der Sowjetunion ein rudimentärer Markt entstanden. Der damals in Rußland geschaffene Gazprom-Konzern gründete mit der BASF-Tochter Wintershall die Wingas AG sowie zwei Handelshäuser, um fortan ihrem größten deutschen Gasabnehmer, der Ruhrgas AG, Konkurrenz zu machen: 15% Marktanteile wollte man dem Monopolisten abjagen – mit günstigeren Gaspreisen. Für 4,5 Milliarden DM wurden daraufhin erst einmal neue Speicher und Pipelines kreuz und quer durch das wiedervereinigte Deutschland gebaut. Außerdem baute Gazprom mit westlichen Milliardenkrediten auch noch die Yamal-Pipeline von Westsibirien nach Deutschland – durch Polen, das dafür Transitgebühren bekommt. Da die Profite im Gasgeschäft vor allem im Handel liegen (die Produzenten bekommen nur etwa 30%) und außerdem der Gasverbrauch aus Umweltschutzgründen immer mehr zunimmt (z.B. in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen), stieg der Gazprom- Konzern inzwischen auch noch anderswo in den Handel ein: In Rußland selbst zunächst in Verbindung mit einigen konvertierten Rüstungskombinaten in den Gasgeräte-Bau und -Vertrieb (vom Zähler bis zum Herd und dezentralen Datschenheizungen): „Um von Importen unabhängig zu werden“, wie ein russischer Wissenschaftler, eher patriotisch denn marktwirtschaftlich gestimmt, erklärte. Zusammen mit dem armenischen Staat und mithilfe eines türkischen sowie eines italienischen Konzerns baut Gazprom außerdem demnächst die sogenannte „Blue Stream“ durch das Schwarze Meer in die Türkei. Und dann sind noch zwei weitere Pipelines, eine im Joint-Venture mit Finnland nach Schweden, und eine andere durch die Ostsee nach Peenemünde geplant (um Polen herum). Vom Fernen Osten und Sachalin aus expandiert der Konzern überdies auch noch nach Asien – mit einer Art „Gazprom 2“ – sowie Partnern in Südkorea, China und Japan.

In Rußland beträgt das gesamte Pipelinenetzwerk inzwischen 152.000 Kilometer, gesteuert wird es von einem zentralen Dispatcher – im neuen Gazprom-Hauptquartier in Moskau. Der Konzern beschäftigt 350.000 Mitarbeiter, er übernahm komplette staatliche Forschungseinrichtungen, will sich jedoch demnächst sozialverträglich „verschlanken“. 125 Milliarden Kubikmeter werden insgesamt jährlich von der Gazprom exportiert. Westeuropa deckt seinen Gasbedarf inzwischen hauptsächlich in Algerien und Rußland. Wobei Deutschland bei der Gazprom- Außenhandelstochter ZGG an erster Abnehmer-Stelle steht. Die derzeitige Haupt-Pipeline (bestehend aus 19 Leitungen) führt von Westsibirien durch die Ukraine und die Tschechoslowakei nach Ostdeutschland.

Wegen des von der USA im „Kalten Krieg“ verhängten Röhrenembargos hatten seinerzeit die sozialistischen Bruderländer diese Leitung inklusive Verdichterstationen und unterirdische Speicher mitgebaut. Die DDR ließ sich dieses „FDJ-Zentralobjekt“ einige Milliarden Mark kosten. Seine Fertigstellung fiel mit der Auflösung der DDR nahezu ineins, die letzten Bauarbeiten – im Ural und in der Ukraine – wurden unter der Regie der Bundesregierung zu Ende gebracht. Die heute dem Land Bayern gehörende DDR-Baufirma lud mich vor einigen Jahren zu einer Baustellen-Besichtigungstour in den Ural ein, wo sie zuletzt quasi nebenbei noch Siedlungen für die aus Deutschland abgezogene Rote Armee errichtete. Mein Bericht darüber erschien 1997 im Ostberliner Basisdruck-Verlag unter dem Titel „Berliner Ökonomie“.

Die Ukraine stellt heute für die Gas-Konzerne primär ein „Transit-Problem“ dar, weil dort wiederholt illegal Gas abgezapft wurde. Ein Manager des italienischen ENI-Konzerns meinte auf dem Gas-Kongreß, in Zukunft würde „Sabotage“ sogar zu einem „Schlüsselwort“ werden. Die algerische Leitung läßt man gedankenloserweise bereits von zu Sicherheitsspezialisten konvertierten Fremdenlegionären bewachen.

Die „Security of Supply“ – das war dann auch das Hauptthema auf der Konferenz. Dabei wurde jedoch kaum über die politische Instabilität der Lieferländer diskutiert, auch nicht über die zahlreichen Versuche, den russischen Giganten Gazprom zu zerschlagen. Und nur einmal kam man kurz auf die marktgesetzgeberischen West-Initiativen zu sprechen, mit denen den abtrünnigen Gas-Republiken Kasachstan und Turkmenistan, das seit 1997 eine Pipeline in den Iran und damit an den Persischen Golf besitzt, Durchleitungsrechte für die Gazprom-Leitungen durch Rußland quasi erzwungen werden sollten.

Genau solche Rechte hatte sich die Wintershall gegenüber der Ruhrgas AG zunächst erstreiten müssen: Es macht keinen Sinn, zu jedem Industriekunden eine weitere Pipeline zu verlegen. Zum Präzedenzfall wurde das von der BASF übernommene DDR-Chemiekombinat Schwarzheide, daß die Wintershall AG über das ostdeutsche Leitungsnetz der „Verbundnetz Gas“ (VNG) mit eigenem Gas beliefern wollte. Wintershall besitzt 16% Anteile an der VNG. Deren Quasi-Mehrheitsgesellschafter, die Ruhrgas AG, verweigerte jedoch den Transport des Gases durch das VNG-Netz – indem sie dafür laut BASF „Freudenhausgebühren“ verlangten. Überhaupt gaben sich anfänglich die Kontrahenten – Ruhrgas und Wingas – äußerst kämpferisch: „Wer uns herausfordert, sollte wissen, daß wir unsere Position bis zum letzten Blutstropfen verteidigen werden“, sagten die einen und die anderen konterten: „Wir werden bis zu den Knien durch Blut waten müssen. Aber unser Blut wird es nicht sein“. Im Boxsport nennt man so etwas eine „Sensationspaarung“. Es sei daran erinnert, daß auch das Wort „Kartell“ aus dem Duellwesen stammt.

Für die Ruhrgas AG, 1926 aus dem „Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat“ hervorgegangen, war es bereits der dritte „Gaskrieg“. Der erste begann, als die „Essener“ verlauten ließen, daß sie nun – im Preiskampf gegen die regionalen Gaswerke – das gesamte Reichsgebiet mit dem Abfallprodukt Gas – aus ihren Kokereien und Hütten – beliefern wollten. Viele Städte mochten jedoch ihre Versorgung nicht einem Privatunternehmen anvertrauen. Der Durchbruch kam erst mit dem „Verräter“ Konrad Adenauer, damals Oberbürgermeister von Köln. 1962 war die Ruhrgas AG Monopolist bei der Produktion und Versorgung der Städte und Industrien mit Kokereigas. Da entdeckten Exxon und Shell in Holland ein riesiges Erdgasfeld – und die „Essener“ gerieten plötzlich selbst „in die Rolle eines vom Markt verdrängten Opfers“, wie der Firmenchronist Günter Karweina 1993 schrieb.

Der zweite Gaskrieg ging um den Erhalt wenigstens des „Liefermonopols“: „Vier Jahre blockt die Ruhrgas alle Ansätze der Öl- und Gasmultis zum Bau eigener Leitungen ab“, gleichzeitig wird das bundesdeutsche Gasnetz zu einer „Drehscheibe der europäischen Versorgung“ ausgebaut. Demarkations- und Konzessionsverträge mit kleineren inländischen Ferngasgesellschaften sowie den regionalen bzw. kommunalen Verteilern sorgen dafür, daß sich niemand preiszerstörerisch ins Gehege kommt.

Den dritten „Gaskrieg“ zettelte dann die BASF an: Weil ihr das von der Ruhrgas AG gelieferte Gas zu teuer wurde, wollten sie sich 1989 über eine eigene Pipeline von Ludwigshafen bis nach Emden mit billigem norwegischen Erdgas versorgen. Aus „Loyalität zur Ruhrgas AG“ weigerten sich die Norweger jedoch, dem Chemiekonzern Gas zu verkaufen. Noch 1996 schimpfte der Wintershall-Vorstandsvorsitzende Detharding während einer „Ölmesse“ in Oslo öffentlich: „Wenn die Ölgesellschaft sich derart vom deutschen Gasgiganten Ruhrgas ausnutzen läßt, sind Statoil und norwegisches Erdgas die Verlierer“.

Als die BASF verkündete, sie werde zukünftig zusammen mit dem Gazprom-Konzern russisches Export-Gas vermarkten, waren die „Essener“ über diese Nachricht zunächst derart schockiert gewesen, daß sie der BASF noch am selben Tag die Gaslieferungen um 40% kürzten. Das zuständige Landgericht untersagte ihnen dann jedoch jegliche Lieferkürzung: „Ein krasses Beispiel dafür, wozu eine Monopolstellung verführen kann,“ kommentierte hernach ein BASF-Sprecher.

Ende 1996 meinte der Herausgeber eines Gas-Branchendienstes jedoch bereits – auf einer in Berlin tagenden Konferenz der Internationalen Energie-Agentur (IEA-Paris): „In einigen Jahren werden die beiden Kontrahenten bestimmt wieder friedlich an einem Tisch sitzen – und Geschäfte miteinander machen“. Inzwischen exportierte auch England – über seine neue Pipeline „Interconnector“ – Gas aufs Festland. Und die Gas-Richtlinie der EU sowie die deutsche Energierechtsreform befanden sich in Vorbereitung. Als „schlichtweg unrichtig“ bezeichnete der Wintershall-Chef 1998 „in diesem Zusammenhang die Behauptung“, daß im Falle einer Durchleitungsmöglichkeit ein Übergewicht der Erdgasproduzenten gegenüber den Abnehmerländern entstünde. „Das Gegenteil ist richtig. In dem Moment, in dem es nicht mehr notwendig ist, ausschließlich eigene neue Erdgasleitungen zu bauen, werden allein in Europa über ein Dutzend weitere kleinerer Erdgasproduzenten am Markt teilnehmen können – und so für zusätzlichen Wettbewerb sorgen. Großen Gasverbrauchern, insbesondere den Stadtwerken, eröffnet sich somit die Chance, sich ihre eigenen Erdgasproduzenten zu suchen. Ohne Durchleitungsrecht könnten solche Produzenten die Stadtwerke nicht beliefern“.

Neben argumentativen Abwehrschlachten akquirierte die Ruhrgas AG aber auch noch massiv – und kaufte sich z.B. in etliche inländische sowie osteuropäische Stadtwerke ein. „Wenn Verkäufer und Einkäufer von Gas identisch sind, dürfte klar sein, daß ein neuer Anbieter keine faire Chance erhält und die Verbraucher weiterhin mit zu hohen Gaspreisen leben müssen“, erboste man sich bei der Wintershall AG – erwarb daraufhin aber selbst Anteile an zwei Gasversorgungsunternehmen – in Tschechien. Zuvor hatte die Wintershall sich bereits in Rumänien engagiert.

Im April 1999 unterzeichnete die Konzernmutter BASF mit der Gazprom überdies einen weitreichenden Vertrag zur strategischen Zusammenarbeit – für „mehrere Milliarden Dollar“ – u.a. um eine Off-Shore-Lagerstätte bei Archangelsk gemeinsam auszubeuten. Damit war die Wintershall AG auch in die Produktion eingestiegen. Im Zuge einer „Realteilung“ der „Deutschen Erdölversorgungsgesellschaft: Deminex“, an der die Wintershall mit 18,5% beteiligt war, hatte man ihr bereits laufende Aktivitäten bei Wolgograd und in Aserbaidschan übertragen. Hinzu kamen jüngst noch erhebliche Investitionen in Argentinien.

In den letzten Jahren ist der Gaspreis zunächst gesunken – aber nicht wegen der Liberalisierung und Privatisierung, sagen die Gas-Kaufleute, sondern zusammen mit dem Erdöl-Preis, an den er noch immer gekoppelt ist – was bedauert wird. Um so mehr als sich Europa langsam auch für Flüssiggas-Tanker aus Nigeria, Abu Dhabi, Katar und Oman „rechnen“ könnte. Über die Pipelines kommt das Gas aus Rußland, Algerien, Norwegen, England und Holland, dessen „Gasunie“ immer noch das größte europäische Versorgungsunternehmen ist. Die „British Gas“ wurde mittlerweile aufgeteilt. Obwohl auch Vertreter aus diesen Ländern auf der Konferenz anwesend waren, ging es doch nicht um die Bildung eines Gaskartells – in Analogie zur OPEC etwa, dem Kartell der erdölexportierenden Länder, gegen das die erdölverbrauchenden Industrieländer – während der 2. Ölkrise – die „Kriegsmaschine“ IEA ins Leben riefen. Heute soll es im Gegenteil um marktwirtschaftliche Überwindung aller Kartellisierungen gehen. Selbst der IEA-Vertreter auf dem Kongreß sprach sich dafür aus: „Inzwischen arbeiten wir sogar mit der OPEC zusammen“. Ein einst am Aluminium-Kartell beteiligter Manager war denn auch sehr erstaunt, wie die ganzen „Gegner“ im Hotel Adlon teilweise heftig ihre „Partner“-Probleme am „Runden Tisch“ diskutierten: „Das wäre in unserer Branche ganz undenkbar“ meinte er.

Ein Gazprom-Direktor behauptete gar, er hätte nicht einmal etwas gegen eine Konkurrenz in Rußland. Sie würden selbst laufend Betriebe dort ausgründen, aber in Nordsibirien beispielsweise hätten sie einfach keine Leute für solche Unternehmungen gefunden, deswegen müßten sie dort immer noch alles selber machen: „Jedes Land muß seinen eigenen Weg finden, man kann nicht auf Teufel komm raus einfach alles privatisieren, die Karten neu verteilen – so wie in unserer Ölindustrie etwa. Am Ende sind dann die Karten alle weg, und die Spieler auch“.

Ähnlich hatte hier die Treuhand bereits Ostdeutschland privatisiert, ein großer Teil ihrer Manager machte dann – über die TOB (Treuhand-Osteuropaberatung“) – in Rußland weiter.

Auch damit, daß jetzt statt langfristiger immer mehr kurzfristige Lieferverträge abgeschlossen werden, wollen sich die Gazprom- Kader nicht abfinden. Alles entwickelt sich jedoch dahin, daß es auch für das Gas wie beim Öl einen regelrechten „Spotmarkt“ geben wird. Bis jetzt ist trotz des Versprechens, mit zunehmender Marktwirtschaft wird alles billiger, das nordamerikanische Gas immer noch doppelt so billig wie das deutsche. Und auch in England ist das Gas für den Endverbraucher deutlich günstiger als hier, was dort mit dem „Überangebot“ erklärt wird, das auf die Gaspreise drücke.

Obwohl es für die hiesigen Hausbesitzer oftmals noch billiger ist, sich mit Heizöl statt Ferngas zu versorgen, hoffte Gazprom, daß die Gaspreise bald wieder steigen werden, denn – so die Argumentation: Um den zunehmenden Bedarf sichern zu können, bedarf es der Erschließung neuer Gasfelder in Sibirien, aber die Investitionen dafür werden immer aufwendiger und teurer. Außerdem bekäme man für kurzfristige Lieferverträge nur schlecht Kredite. Wiederholt hätte Gazprom bereits als eine „Pseudobank“ agieren müssen – und Kredite aufgenommen, die in die eigene Bilanz übernommen wurden. Der Vorstandsvorsitzende der Wintershall AG, Detharding, nannte als Finanzbedarf: „In den nächsten Jahren bis 2010 weitere 50 Milliarden Dollar“. Derzeit verbrauche Osteuropa jährlich 85 Milliarden Kubikmeter und Westeuropa 400 Milliarden, was sich auf 580 Milliarden erhöhen wird. Das Gas über große Entfernungen zu liefern, ist zwar effizienter als Strom zu transportieren, aber dies könnte sich bald ändern. Bis zum Jahr 2007 ist in einigen EU-Ländern geplant, daß auch die Privathaushalte sich ihre Gaslieferanten aussuchen können. Bisher gilt die Marktwirtschaft nur für größere Industriebetriebe. Wenn erst die erstrittenen Durchleitungsrechte voll greifen, wird es auch ein neues „Preissystem“ geben. Außerdem wird es, für Kraftwerke etwa, noch eine zweite „Preisschiene“ geben – um ihrem möglichen Preisdiktat vorzubeugen.

Die ganze Branche formiert sich um, nicht nur im Osten. Der Gaz de France-Vorständler Deyirmendjian gestand: „Selbst in unseren wildesten Träumen haben wir uns eine derartige Veränderung nicht vorstellen können“. Zudem befindet sich auch noch das ganze gesetzliche Regelwerk in Bewegung und die einzelnen Länder gehen nicht einheitlich vor bzw. versuchen, die Fehler der anderen zu vermeiden. Dazu schickten die Hamburger Gaswerke z.B. extra eine attraktive Ingenieurin zum Ausspionieren der Privatisierungsfolgen bei „British Gas“ auf die Insel. U.a. kam sie dort zu der beruhigenden Erkenntnis: „British Gas Business Gas hat gelernt, daß es gefährlich und auch nicht notwendig ist, den fallenden Gaspreisen blind zu folgen. Kunden legen sehr viel Wert auf technische Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit“.

Während in Deutschland mit der Gazprom-Gründung Wingas der Gastransport-Wettbewerb begann, gibt es in England und Holland immer noch Transport-Monopole. Überhaupt wird es bei nur fünf Erdgas-Produzenten nie eine „richtige Marktwirtschaft“ in Europa geben – da waren sich viele Konferenzteilnehmer einig. Desungeachtet beziehen auch die Ostblockländer zunehmend Gas aus Norwegen, um nicht vollkommen von Gazprom abhängig zu sein, wobei dort umgekehrt wiederum die deutschen Konzerne – Ruhrgas, Wingas, VNG, RWE und die Bayernwerke – bei der Privatisierung der Infrastruktur heftig zulangen. In Budapest versuchte die Ruhrgas AG bereits die Regierung unter Druck zu setzen, damit sie die wegen der zunehmenden Armut festgesetzten Niedrig-Gaspreise endlich freigebe: so könne man nicht profitabel arbeiten. An der Wingas AG ist wie erwähnt der Gazprom-Konzern wesentlich beteiligt, an dem widerum die Ruhrgas AG 1998 2,5% Anteile erwarb – und demnächst weitere 1,5%. Die Ukraine gehört gasversorgungsmäßig quasi immer noch zu Rußland – sie tauchte jedenfalls in keiner Schau-Statistik des Kongresses gesondert auf.

Ein Sprecher von Thyssen-Gas machte auf den Widerspruch aufmerksam, daß man einerseits für bedarfssichernde Investitionen höhere Gaspreise verlange, andererseits aber gerade mit dem Auftritt von Wingas auf dem Markt den Gas-Preis gedrückt habe. Vielleicht war er da der Liberalismus- Propaganda aufgesessen. Für den Gazprom-Sprecher, Rezunenko, lag es jedenfalls eher an den „spezifischen Eigenschaften der Ware Gas“, das es in den letzten Jahren zu einem „Preisverfall trotz gestiegener Nachfrage“ kam. Auch der Wintershall-Vorstandsvorsitzende Detharding bestritt, daß seine Firma das bewirkt hätte, daran seien vielmehr – ganz allgemein – die „Marktgesetze“ schuld. Unbestritten gibt es derzeit eine Überproduktion! Aber warum will man dann weitere Großprojekte in Angriff nehmen? Und warum sieht man dabei die Gefahr einer Nichtfinanzierbarkeit bei immer kurzfristigeren Verträgen, wenn es doch stets hieß: Gerade die Liberalisierung werde das Geld anziehen?

„Denken wir kurzfristiger!“ rieten gleich mehrere Wingas-Kader – denn der Preis sei nun mal das „Schlüsselelement“ (bei der ganzen Geschichte). Und „der Preis wird immer durch die Nachfrage gerechtfertigt!“ Im übrigen könne es doch nicht darum gehen, jegliches Unternehmerrisiko zu vermeiden, vielmehr gelte es, vor allem „wettbewerbsfähig“ zu bleiben bzw. zu werden. Auch und gerade, wenn, wie ein Ruhrgas-Manager unkte, das Gas aus dem Iran, aus Turkmenistan und Kasachstan – mit Dumping-Preisen wohlmöglich noch – bald auch den Weg zu den hiesigen Märkten findet.

Der EU-Sprecher Burgos kam noch einmal auf die politischen Ziele, die mit der Gas-Richtlinie der EU verfolgt wurden, zurück: Es sollte damit ein (europäischer) Binnenmarkt geschaffen werden, wobei die Globalisierung ein „Instrument zum Agieren“ auf diesem neuen Markt sei. Womit er die „globale Wettbewerbsfähigkeit“ der Gaskonzerne meinte, denn diese garantiere letztendlich die „Lieferungssicherheit“ – auch in Zukunft. An der EU sei es nun, die politische Stabilisierung der Förderländer weiter zu fördern sowie multilaterale Transitabkommen zu erleichtern. Und was den Gaspreis anbetrifft, so wisse man doch: „Dabei geht es wie bei allen Preisen zyklisch zu“ – also demnächst bestimmt auch wieder aufwärts! Ansonsten brauche der Gasunternehmer – laut Detharding – „nur drei Dinge“, um auch langfristig erfolgreich zu sein: „Gas, Pipeline und Kunden“.

Ein Sprecher von ELF Aquitaine/ Minol brachte die Situation auf die – sogleich auch von anderen aufgegriffene – Formel: „Der Geist ist aus der Flasche!“ – Und nun müsse man eben lernen, damit umzugehen. Sein Konzern z.B. habe sich vor allem auf den Upstream- Bereich (in der Nordsee) konzentriert, „aber nun wollen wir auch im Mid- und im Downstream-Bereich mitmischen“. DerWintershall-Chef Detharding verlangte: „Wir müssen das Denken ändern, um mit der Liberalisierung fertig zu werden“. Robert Priddle, von der Internationalen Energieagentur, ergänzte: „In der Vergangenheit gab es bequeme Interessens-Identitäten“. Nun häufen sich zwar die „Unsicherheiten“, aber ein „offener Markt muß nicht zwangsläufig zum Nachteil der Lieferanten sein“. In England habe man seinerzeit aus dem staatlichen zunächst ein privates Monopol gemacht, das sei jedoch keine gute Idee gewesen, „weil die Privaten noch viel rigoroser sind: Wir müssen Wettbewerb schaffen. Der Besitz ist nicht so wichtig wie der Wettbewerb“.

Und dabei werden Partner und Gegner im Endeffekt identisch – ein französischer Öl-Manager erinnerte daran: „Früher hat jede Company ihre eigenen Terminals gehabt“ – jetzt kooperiere man bei der Logistik zunehmend sogar mit der Konkurrenz. So könne man flexibler auf steigende Kapazitäten reagieren.

Abschließend erinnerte der Gazprom-Konferenz-Organisator Müller-Elschner (von Wintershall) noch einmal seine Kollegen und Konkurrenten daran: „Wir haben einen bequemen Markt – mit breiten Perspektiven. Die Firmen haben in der Vergangenheit viel Geld verdient. Und werden das wohl auch in Zukunft tun. Wir haben ein gutes Produkt – mit geringen C02-Emissionen“…

Das letzte Wort hatten die Gazprom-Kader. Einer präzisierte die ökologische Perspektive: „Das Gas ist nach dem Wasser der umweltschonendste Energieträger. Der Umweltschutz wird sich zwangsläufig auf den Erdölpreis niederschlagen, bzw. den Gasabsatz verbessern, zumal in Deutschland, wenn man dort aus der Atomenergie aussteigt“. Dadurch würde auch der Rückfluß der Investitionskosten gesichert sein. Ein anderer hub zunächst aus der Tiefe des sowjetischen Politjargons an: „Wir haben eine große historische Aufgabe am Ende des 20. Jahrhunderts zu erfüllen“ – endete aber dann – mit dem Seufzer: „Gott hat es so gefügt – zu unserem Glück oder Leid, daß das Gas in Europa gebraucht wird, aber sich in Sibirien befindet“.

Der Vorläufer der Pariser IEA, die Energiekrisenmanagement-Organisation der führenden Industriestaaten – das war oder ist das Elektrokartell IEA in Pully, aber die Vordenker beider sind ebenfalls in einem IEA organisiert: Im Londoner „Institute of Economic Affairs“, das 1955 vom Kampfflieger und Hühnerzüchter Antony Fisher gegründet wurde. 1991 gehörten dazu bereits 87 weitere Institute, davon 31 in Lateinamerika: „Nach 1989 fielen ihre Adepten in die ehemals sozialistischen Länder ein,“ so Georg Fülberth in seiner Rezension eines Buches von Richard Cockett über das Londoner IEA und die von ihm ausgehende „ökonomische Konterrevolution“. Diese begann laut Fülberth bereits mit der „Mont-Pelerin-Gesellschaft“, zu der sich ab 1947 die führenden liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftstheoretiker Friedrich August Hayek, Milton Friedman und Sir Karl Popper sowie die beiden Mitarbeiter des deutschen Wirtschaftsministers Ludwig Erhard, Röpke und Eucken, regelmäßig zusammenfanden. Heute ist das IEA Think-Tank der „Wirtschaftsliberalen“ weltweit.

Deren Entstaatlichungsidee wird sich irgendwann erschöpft haben, aber was ist bis dahin mit dem geplanten Verschleiß (gV)? Ich bin nur scheinbar weit von meinem Thema abgetrieben. Bei der Glühbirne liegt die Sollbruchstelle konkret zumeist in der Wolfram-Wendel: Durch die Hitze verdampft das Metall und schlägt sich an der Glasinnenwand nieder. Irgendwann ist der Glühdraht so dünn, daß er bei der nächstbesten Erschütterung an einer Stelle bricht – und dann ist die Lampe kaputt. Eine Politik, die die „Globalisierung“ nicht bekämpft, beschleunigt logischerweise diesen Prozeß – wennmöglich „klammheimlich“. Binningers Patent bestand darin, die Hitzeentwicklung dreifach abzubremsen: Durch eine verbesserte Wendelgeometrie, durch eine Edelgasfüllung des Glaskolbens und durch eine Diode im Sockel, die – kurz gesagt – so ähnlich wirkt wie ein „Dimmer“. Bewag-Tests ergaben: Die Binninger-Birne war tendenziell „unsterblich“.

Sie überlebte jedoch nur in einem Spielfilm: „Binningers Birne“, den der Regisseur Andrew Hood 1998 drehte. Andrew Hood kam einst auf Empfehlungen von Erich Fried nach Berlin. Hier befindet sich jetzt nur noch eine Glühbirnenfabrik von Osram – in Spandau. Sie beschäftigt fast nur noch ehemalige Narva-Arbeiter: „Früher wurden von zehn offenen Stellen neun durch Türken besetzt, jetzt ist es nur noch einer, die anderen neun sind meist Ostberliner, die sind besser qualifiziert,“ erzählte mir der Betriebsrat. Wahrscheinlich werden die Ostler bei Osram aber auch nicht alt: Immer häufiger müssen sie sich von der Geschäftsleitung sagen lassen, daß die Berliner Produktion der reinste Luxus sei, eigentlich dürfte man die Glühbirnen nur noch in Billiglohnländern produzieren. Daneben versuchen Siemens und Philips ihre eigenen Glühlampen durch die sogenannten Energiesparlampen zu verdrängen, die zu einem Teil bereits in China hergestellt werden. Fast parallel zu dieser Veränderung der Lichtproduktion reüssiert die Glühbirne jedoch noch einmal als große Metapher im Marketing – von x-beliebigen Produkten. Das Spektrum reicht von Medikamenten gegen Alzheimer über neue Computer bis zu ganz gewöhnlichen Stellenangeboten und Immobilien: alles wird mit Glühbirnen beworben. Das zeigt, das die Bedeutung der Glühbirne, die der Osram-Wissenschaftler Fürst einmal als „vollkommenstes“ Produkt pries, noch nicht ausgeschöpft ist. Das semiotische Black-Out, das damit derzeit angestrebt wird, verursacht jedoch langsam aber sicher schlechte Laune. So ist dieser Text auch als eine Art von Widerstand zu verstehen, wobei er jedoch noch Teil des (Glühbirnen-) Systems selbst ist.

Friedrich Engels schrieb 1883 an Eduard Bernstein: „In der Tat ist die Sache enorm revolutionär. Die Dampfmaschine lehrte uns Wärme in mechanische Bewegung zu verwandeln, in der Ausnutzung der Elektrizität aber wird uns der Weg eröffnet, alle Formen der Energie: Wärme, mechanische Bewegung, Elektrizität, Magnetismus, Licht, eine in die andere und wieder zurück zu verwandeln und industriell auszunutzen. Der Kreis ist geschlossen. Und Deprez‘ neueste Entdeckung, daß elektrische Ströme von sehr hoher Spannung mit verhältnismäßig geringem Kraftverlust durch einen einfachen Telegraphendraht auf bisher ungeträumte Entfernungen fortgepflanzt und am Endpunkt verwandt werden können, befreit die Industrie definitiv von fast allen Lokalschranken, macht die Verwendung auch der abgelegensten Wasserkräfte möglich, und wenn sie auch am Anfang den Städten zugute kommen wird, muß sie schließlich der mächtigste Hebel werden zur Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land. Daß aber damit auch die Produktivkräfte eine Ausdehnung bekommen, bei der sie der Leitung der Bourgeoisie mit gesteigerter Geschwindigkeit entwachsen, liegt auf der Hand.“ Es kam anders. Ein weiser Hauswart im Gebäude der Treuhand-Anstalt am Berliner Alexanderplatz antwortete mir bereits 1992 auf meine Frage, wo es denn zu Siemens, zur Deutschen Bank und wo zur Treuhand-Anstalt gehe: „Is doch allet eens hier!“

Das selbe ließe sich auch in bezug auf die taz sagen, die statt Glühbirnen überwiegend Energiesparlampen bzw. mitarbeiterfreundliche Neonröhren verwendet – für den Hausmeister/Aushilfshausmeister ist das „allet eens“ – insofern er auch diese gelegentlich auswechseln muß. Zuerst dachte ich, dass Bernd Pickert mich mit seinem Blog freundlich auf eine kaputte Neonröhre in seiner Auslandsredaktion , an seinem Schreibtisch wohlmöglich, hinweisen wollte. aber ein kurzer Kontrollgang ergab: Es war dort alles in Ordnung (am 6.8. um 18 Uhr 12). An den Glühbirnen kann es also nicht gelegen haben – wenn man die jetzt mal als Metapher für Erfindergeist, Kreativität, Fortschritt , Sozialismus und Kommunismus – kurz: für Aufklärung – nimmt. Schon Ernst Bloch hielt 1935 dafür, daß sie aufklärungskräftiger als etwa Voltaire sei, „denn sie hat das Grauen aus den Schlupfwinkeln der äußeren Dunkelheit selbst vertrieben und nicht nur aus der des Kopfes“. Und Oskar Maria Graf meinte 1940 in New York – in seiner Rede „Die Juden stehen nicht allein“: „Die Glühbirne hat das Leben des einzelnen Menschen mehr verändert als etwa, ich will das durchaus nicht spöttisch verstanden wissen, die Gründung des Deutschen Reiches durch Bismarck.“
Das muß die taz erst mal schaffen, ihre Hausmeister natürlich mittenmang.

 
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https://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2006/08/06/83/

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kommentare

  • @hausmeisterblog (Helmut Höge)
    Wäre für mich als unbedarfter Konsument interessant zu wissen, inwieweit die im Blog beschriebenen liebenswürdigen Zeitgenossen dem Minderverbrauch elektrischer Energie in den Zeiten der Pest, sorry, der LED, vorbeugen. Mit permanenter Desinformation, Antiwerbung oder kontinuierlicher regelmäßiger Energiekostenerhöhung unter den glühfadenscheinigsten Argumenten?
    Ich bin leider noch unerfahren in dieser Blog-Kommunikationstechnik, aber vielleicht gibt es ja einen ‚Posteingangs[feedback]-Melder für alte Blog-Themen‘ beim verantwortlichen Redakteur, um selber ‚Feedback‘ zu erhalten. Vielleicht ja auch den einen oder anderen kompetenten Mitleser aus der Szene…?
    Oder gibt es vielleicht schon einen entsprechenden Beitrag?
    Schlußendlich noch: Vielen Dank für die subversive Aufklärung

  • Wenn es um den „Lebenssaft“ geht, dann scheinen selbst Linke ins Wanken zu geraten. So titelte z.B.der verdienstvolle Journalist Erich Kuby: „Uns gehört das Öl! schreien die Perser.“
    Schon dieser Titel ist eine Unverschämtheit. Dabei ist Erich Kuby, der Autor eines Artikels, der 1951 in der Süddeutschen Zeitung erschien, eigentlich alles andere als ein elitärer eurozentristischer Kalter Krieger. Er flog im Juli 1951 nach Teheran, um über den „Hinauswurf“ der Anglo Iranian Oil Companie (AIOC) in Abadan und die Verstaatlichung der persischen Ölindustrie zu berichten. 1989 nahm er diesen Text in eine Sammlung von Artikeln auf, die er zwischen 1946 und 1989 geschrieben hatte und die dann der BRD-Verlag Hanser sowie ein Jahr später der DDR-Verlag Volk und Welt unter dem Titel „Mein ärgerliches Vaterland“ veröffentlichten. Wenig später wurde er Kolumnist des aus der DDR-Wochenzeitung „Sonntag“ hervorgegangenen „Freitag“. Bereits 1957 hatte Erich Kuby eine Recherchetour durch die DDR unternommen, wobei er diese mit der BRD verglich. Seine Eindrücke und Überlegungen veröffentlichte er damals als Buch. U.a. kam er darin zu dem Schluss, dass es nur im Osten eine politisierte, zu „Unruhen“ fähige, studentische Jugend gäbe: „Westdeutsche Jugend findet politisch nicht statt“; dies galt auch und erst recht für die in Westberlin, die er damals noch als „bürgerlich“ und antikommunistisch verhetzt einschätzte. Dieser Befund sollte sich jedoch bald und nicht zuletzt durch sein eigenes Wirken geradezu umdrehen, wofür ihn die Freie Universität in Westberlin im Sommersemester 1965, das als „Kuby-Semester“ in ihre Geschichte einging, mit einem Haus- und Redeverbot ehrte.

    In seinem Persien-Text aus dem Jahr 1951 ist von einer solchen Sicht auf die Dinge nichts zu spüren, im Gegenteil: Dieser strotzt vor Arroganz gegenüber den zerlumpten und unausgebildeten persischen Arbeitern, die sich anheischig machen, die klugen, hochorganisierten Engländer an der Öltechnik abzulösen: „Es ist ein Proletariat gezüchtet worden, dem ein Knochen hingeworfen werden mußte. Dieser Knochen ist die Nationalisierung des Öls, und es ist Mussadeq wirklich gelungen, in dieser Frage das Volk vor seinen Karren zu spannen,“ schreibt Kuby an einer Stelle, und an anderer: „Es ist in der Tat alles so, daß man sich fragt, ob man an den Folgen eines Hitzschlags verrückt geworden ist oder ob dies Wirklichkeit ist: hier ein kaum noch atmendes Werk, eine der größten, höchst organisierten und technisierten Verwirklichungen des Kapitalismus, dort Menschen, die darüber sprechen, als ob es sich darum handelt, einen Milchladen zu übernehmen…“ Heute haben wir eine ähnliche Situation in Venezuela, wo der Mussadeq Hugo Chavez heißt, und so wie Kuby damals argumentiert jetzt und in diesem Fall die FAZ, die auch schon mal einen Berichterstatter zu den umkämpften nigerianischen Ölfeldern schickte, dem dafür die britische Ölgesellschaft BP ihr Flugzeug zur Verfügung stellte.

    Es geht auch ganz anders, wie sich am Beispiel des Hinauswurfs der englischen Ölgesellschaft (Burma Oil Company) in Burma zeigen läßt – wenn man sich dabei auf burmesische statt britische Berichterstatter verläßt. Die Briten hatten die burmesischen Ölfelder in drei Kriegen gegen das Land und sein Königshaus zwischen 1824 und 1885 erobert und sie dann sukzessive modernisiert, außerdem erschlossen sie sich dort weitere Ölfelder, wobei sie ein einheimisches Proletariat „heranzüchteten“ – und zusätzlich noch indische Ölarbeiter ins Land holten. Als diese sich organisierten und für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpften, gelang es der englischen Ölgesellschaft, sie rassistisch gegeneinander auszuspielen – mit dem intendierten Erfolg, dass es zu schweren Pogromen unter ihnen kam.

    Zu diesem Zeitpunkt hatte die BOC bereits Konkurrenz im burmesischen Ölgeschäft bekommen – u. a. durch die »Indo-Burma-« und die »British Burma-« Petroleum Companies. Und es begann eine systematische geologische Erforschung Zentralburmas. Für das Land, das zunächst von Indien mitregiert wurde, erließ man spezielle »Mining Rules«, außerdem nahm eine »Oilfield Commission« ihre Arbeit auf, deren Aufsichtsrat sich aus Vertretern der verschiedenen Öl-Gesellschaften zusammensetzte. Hintergrund des schon einige Jahre vor Beginn des Ersten Weltkriegs gestiegenen Interesses der englischen Regierung an Burma-Öl war die Aufrüstung der deutschen Flotte zur Sicherung und Ausweitung deutscher Übersee-Besitzungen. Sie bewog den damaligen Innenminister Winston Churchill zu einem Meinungswechsel in bezug auf die Modernisierung der englischen Marine. Nachdem man ihn 1911 zum Ersten Lord der Admiralität emannt hatte, setzte der später geadelte Churchill eine Umrüstung der Flotte von Kohle auf Öl durch. Damit war England zwar von den unsicheren Öllieferungen – vor allem aus Persien – abhängig, aber laut Churchill gab es keine andere Wahl für das Einpire. Mit der Erschließung und Modernisierung der Ölfelder in Burma und Indonesien versuchten die englischen Ölfirmen die Abhängigkeit von Persien zu mindern. Ein anonym gebliebener englischer Öl-Manager schrieb über die »Burma Petroleum Industry«: »Steady development of the oilfields continued until 1939« – in jenem Jahr wurde Churchill emeut zum Ersten Lord der Admiralität ernannt. Mit dem Zweiten Weltkrieg kam jedoch langsam der Nachschub an englischer Öl-Technik und Ersatzteilen ins Stocken, bis die Invasion der Japaner in Burma sogar die komplette Zerstörung der Öl-Anlagen notwendig machte. Das geschah im März 1942.

    Der anonyme Ölmanager gibt an, daß die in die Luft gesprengten Anlagen einen Wert von 40 Millionen Pfund Sterling hatten. Sein Bericht darüber erschien 1946 in Bombay, wohin sich etliche der in Burma arbeitenden englischen Ölleute zurückgezogen hatten. Obwohl die englische Luftwaffe anschließend noch einmal mehrere der zerstörten Öl-Anlagen und -Einrichtungen bombardierte, gelang es den Japanern während ihrer zweijährigen Besatzungszeit, wieder 80 000 Barrels in Burma zu fördern. Um die Produktion zu forcieren, hatten die dafür abkommandierten japanischen Armeeoffiziere zusammen mit den wenigen noch vorhandenen burmesischen Fachkräften zunächst ein »Oilfield Rehabilitation Committee« gebildet, aus dem dann mit der englischen Rückeroberung des Territoriums die »Burma Oilfield Rehabilitation Unit« hervorging. Diese Zentralinstanz »Unit« war dann nach der Rückeroberung Burmas durch die Engländer u.a. auch für die Einstellung von Ölarbeitern zuständig. Zunächst fanden jedoch nur sehr wenige beim Wiederaufbau Arbeit, außerdem erkannten die Engländer das zuvor von den Japanern ausgegebene Besatzungsgeld nicht an: Es kam zu Demonstrationen und anti-britischen Kampagnen. Die Zahl der Ölarbeiter hatte zuletzt – 1940 – etwa 15 000 betragen: davon waren 9000 waren burmesischer und 6 000 indischer Herkunft. Sie bildeten die Avantgarde der Industriearbeiterschaft im bis heute agrarisch geprägten Burma.

    1939 ging aus den Arbeitskämpfen der Ölarbeiter ein Generalstreik aller burmesischen Arbeiter und Studenten hervor, der sich zu einer breiten Unabhängigkeitsbewegung ausweitete. Bis zur tatsächlichen Unabhängigkeit Burmas, 1948, sank die Erdölförderung im Land von 7,7 Millionen Barrel 1941 auf unter 200 000 Barrel 1947. Die erste demokratisch gewählte Regierung Burmas, das U Nu Government, hatte sich schon bald mit den Ansprüchen der Alteigentümer der Ölquellen zu befassen, die von den Ölgesellschaften die Herausgabe ihrer Brunnen verlangten, eine Minderzahl, die bereits wieder über ihre Brunnen verfügte, erbat sich von der Regierung finanzielle Unterstützung bei den Reparaturen. Auch die „Petroleum Workers Association Yenangyaung“ und die „Oilfields All Employees Association Chauk and up-river fields“ wandten sich hilfesuchend an ihre Regierung in Rangoon. Gleichzeitig wurde versucht, den Absatz von Petroleum über lokale Märkte wieder in Gang zu bringen. In dieser Situation ließ die BOC die Produktion in Yenangyaung stilllegen: „aus Sicherheitsgründen“. Als der Druck der dadurch arbeitslos gewordenen Ölarbeiter sich in der Forderung nach Verstaatlichung der Ölindustrie niederschlug, gründete die Regierung mit der BOC ein „Joint Oil Venture“ (JOV), in dem sie später Mehrheitsgesellschafter wurde. Die Fördermengen fielen jedoch weiterhin. Hauptabnehmer für sämtliche Petroleumprodukte war eine Handelstochter der BOC, die nicht in den Joint-Venture-Vertrag eingebunden war, aber nun die Preise bestimmte: die „British Merger Co“.

    1962 wurde die Regierung U Nu durch einen Putsch des Militärs gestürzt, das Programm des Generals Ne Win hieß „Burmas Way to Socialism“ Im darauffolgenden Jahr wurde die gesamte burmesische Ölindustrie verstaatlicht. Zu dem Zeitpunkt produzierte sie noch 5000 Barrel täglich (1 Barrel entspricht 43 Gallonen). Aber das Engagement der bei der „nationalen Rekonstruktion“ der Ölproduktion tätigen Arbeiter war groß: Es mußte improvisiert, gebastelt und zusammengearbeitet werden und jeder verfügbare nur irgendwie fahrbare Untersatz wurde eingesetzt, um zumeist gebrauchte Ausrüstungs- und Ersatzteile heranzuschaffen. Sechs neue Ölfelder konnten bis 1978 erschlossen werden, mit Bohrungen bis zu 3000 Metern. Auf der heutigen 45-Kyat-Banknote befindet sich ein Porträt des revolutionären Ölarbeiters Bo Hla Gyi, auf der Rückseite ist ein alter handgegrabener Ölbrunnen neben einigen modernen Fördertürmen abgebildet.

    Darum ging es mir mit meinem Beispiel: Daß die Verstaatlichung der Ölquellen unausweichlich war und daß die burmesischen Arbeiter dann den fehlenden Technik-Nachschub aus Europa und die abgezogenen ausländischen Techniker durch Enthusiasmus und Engagement ersetzten – mit Erfolg. Ähnliches geschah bereits kurz nach der russischen Revolution und dem darauffolgenden Bürgerkrieg in Baku und 1945 in der DDR – beim Wiederaufbau der zerstörten Industrieanlagen. Einige alte burmesische Veteranen bekommen noch heute leuchtende Augen, wenn sie an die Zeit des Wiederaufbaus zurückdenken: „Damals war alles möglich! Es herrschte eine ungeheure Aufbrauchstimmung. Und ‚geht nicht‘ – gab es nicht!“ Ich nehme an, solche O-Töne hätte Erich Kuby 1951 auch bei persischen Ölarbeitern einsammeln können, er zog es jedoch vor, der überheblichen Empörung der englischen Öl-Techniker und -Manager über ihren „Hinauswurf“ Ausdruck zu verleihen.
    (Klaus Kubin)

  • Lieber Bernd,
    ich bin nicht „angefressen“, im Gegenteil, du gabst mir ja mit Deinem Link Gelegenheit,mich noch einmal über Glühbirnen auszulassen. Ich habe mich so lange mit diesem Gegenstand beschäftigt – und nun vedrschwindet er langsam. Bei Osram in Berlin werden schon keine Glühbirnen mehr hergestellt, die Produktion wurde in den Elsaß verlegt. „Wir sind jetzt ein Hightech-Betrieb,“ meinte die Frau in der Telefonzentrale bei Osram-Spandau – und wollte damit sagen, dass sie nur noch Hochdruckentladungslampen herstellen. Auch die Tage des Aswechselns von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen, was das selbe ist, sind gezählt…
    Ich ging in das Institut für Lichttechnik der TU, um noch einmal die Entwicklung und Geschichte der elektrischen Beleuchtung rekapituliert zu bekommen.
    Der dortige Oberingenieur Felix Serick bot mir eine Tasse Kaffee an – und begann…
    Wenn ich ihn richtig verstanden habe, bewegt man sich bei der Entwicklung der Lichttechnik stets zwischen den drei Polen „Ethik, Energie und Ästhetik“. Dazu interviewte ich dann wenig später auch noch den Diplomingenieur Alfred Wacker vom Geschäftsbereich Hochdruckentladungslampen bei Osram in München, der übrigens nach wie vor „ein Faible für Glühlampen“ hat, weil sie „genial einfach“ konstruiert sind, ebenso ihr Betrieb und weil das Stromnetz für sie erfunden wurde.

    In der Lichttechnik beschäftigt man sich nur mit den Strahlen im sichtbaren Bereich, d.h. alles wird laut Felix Serick „grundsätzlich von der Augenempfindlichkeit aus bewertet“.

    Am Pol Ästhetik geht es dabei u.a. um die „Farbqualität“, wobei die Glühlampe (mit einem Farbwiedergabeindex von 100) nach wie vor besser abschneidet als Entladungslampen, die immer „Löcher im Farbspektrum“ aufweisen, wie Alfred Wacker sagt. Ähnliches gilt auch für Leuchtstoffröhren: Wenn man z.B. die Glühlampe über dem Eßtisch durch eine Energiesparlampe ersetzt, sieht plötzlich der Brotaufstrich längst nicht mehr so appetitlich aus. Vorbild für die Lichttechniker ist stets das „kontinuierliche Spektrum der Sonne“, die tagsüber mit 6000 Kelvin abstrahlt und abends auf 1800 absinkt. „Wir müßten uns vielleicht auch mit adaptiven Lichtquellen beschäftigen, die gegen Abend matt werden,“ gibt Herr Wacker deswegen zu bedenken. Bei der Glühlampe kann man das bereits mit einem Dimmer erreichen. Auf kompensatorische Weise tun das die Leuchtstoffröhrenkäufer, indem sie z.B. in Norwegen welche mit warmem Licht bevorzugen und in Sizilien solche mit kälterem Licht.

    Am Pol „Energie“ schneiden dagegen die Entladungslampen besser als die Glühlampen ab, weil sie einen bis zu 8 mal höheren Wirkungsgrad haben. Letztere konnten jedoch bei ihren Halogen-Varianten aufholen, indem es gelang, durch Mehrfachbeschichtung des Glaskolbens die nutzlose Infrarotabstrahlung wieder zurück auf die Wendel zu spiegeln. Mit diesem „Wärme-Recycling“ wird die Lichtausbeute um 30% gesteigert.

    Am Pol „Ethik“ haben wir es u.a. mit dem Widerspruch zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft zu tun, der durch die Kartellisierung der Elektroindustrie in der Vergangenheit noch verschärft wurde. Erst am 13. September 1989 löste sich das internationale Elektrokartell IEA angeblich auf. Der Begriff des Kartells stammt aus dem Duellwesen – bei der Lampenproduktion drehte sich der Kampf vorwiegend um die „Lebensdauer“, um Dumpingpreise und um „producing and non-producing countries“ sowie um Patentprioritäten. So haben z.B. die Ägypter das Edison-Patent nie anerkannt – mit der Begründung, daß sie schon 2000 Jahre vor Christus eine Art Glühlampe erfunden hätten, wie Edison selbst in seinem Buch „Meine 40jährige Prozessiererei“ schrieb. In Summa kann man vielleicht sagen, dass ein Fortschritt auf dem einen Pol immer auch einen Rückschritt auf einem anderen bedeutet. Oder umgekehrt: So hat z.B. die „Energiekrise“ in den Siebzigerjahren sofort die Entwicklung neuer Lichtquellen forciert. Die Elektrokonzerne, es gibt nur noch etwa ein halbes Dutzend weltweit, müssen dazwischen sozusagen einen ständigen Eiertanz vollführen.
    Das Problem ist bei allen elektrischen Lichtquellen das gleiche – mit den Worten von Felix Serick: „Die natürliche Wiedergabe von Körperfarben, wie sie mit Hilfe des kontinuierlichen Sonnenspektrums erfolgt, erfordert eine annähernd gleichmäßige spektrale Ausfüllung des gesamten sichtbaren Wellenlängenbereichs von 380…780 Nannometern (nm). Die Augenempfindlichkeit erreicht ihr Maximum bei 555 nm (gelb-grün) und fällt annähernd symmetrisch um dieses Spektrum soweit ab, dass sie bereits bei 473 nm (blau) bzw. 652 nm (rot) die 10%-Grenze – bezogen auf den Maximalwert – unterschreitet. Eine gleichmäßige Füllung des gesamten sichtbaren Bereichs (verbunden mit exzellenter Farbwiedergabe) steht also (immer) im Gegensatz zu hohen Lampenwirkungsgraden“ – bisher jedenfalls noch. Und das Verfahren bei den Glühwürmchen – auch wenn sie den Leuchtdioden täuschend ähnlich sehen – hilft uns dabei nicht weiter, denn ihre Energiequelle besteht nicht aus Elektrizität, sondern aus einer Lumineszenz zwischen zwei chemischen Stoffen, d.h. organischen Molekülen, bei deren Vermischung eine Photonen-Emission auftritt. Es ist nicht einfach, diese beiden Stoffe – Luziferin und Luziferase genannt – industriell herzustellen, deswegen ist ihr Licht gegenüber der elektrischen Beleuchtung nicht konkurrenzfähig.

    In Summa: Den Leuchtdioden, bei denen die Lebensdauer so gut wie keine Rolle mehr spielt, gehört die Zukunft: in den Büros und Wohnzimmern vielleicht als Lichtwände. Es gibt sie schon in vielen Ampeln in Clustern. Man muß schon genau hinkucken, um zu sehen, dass die eine oder andere Diode ausgefallen ist. Ich bin dann noch mal nach Regensburg gefahren, um mir die Produktion dieser Leuchtdioden anzusehen. Aber da gab es nichts zu sehen – sie werden in Malaysia hergestellt. Stattdessen bekam ich noch einmal einen Vortrag zu hören – darüber, wie sie produziert werden und welche Probleme dabei auftreten. Der Vortrag des technischen Leiters ging über meinen Verstand, deswegen will ich es hiermit bewenden lassen.
    (Helmut Höge)

  • Ohje, nicht angefressen sein – ich wollte nur meiner Faszination Ausdruck verleihen, welch unglaubliche Mengen an Text Du in so kurzer Zeit zustande bringst.
    Gruß von Blog zu Blog
    Bernd

  • Respekt, Kollege Höge.
    Angesichts der sich aufdrängenden Parallele zwischen Hausmeistertätigkeit und Glühbirnenproduktion hatte ich erwartet, das Glühbirnenkartell schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt im Hausmeisterblog zu finden. Jetzt ist es endlich so weit…
    Neu war mir, dass chinesische Glühbirnen fünfmal so lange halten wie abendländische. Werden die Inlands-Birnen eigentlich in anderen Fabriken hergestellt als die Glühbirnen für den ausländischen Markt, für uns also?

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