Die Hinweise auf das Hotel “Ramada” an den beiden Mülltonnen, die der Hotel-Hausmeister da rangepinselt hatte, genügten dem Hotelmanager nicht – und an den staatlichen blauen Poller durfte der Hausmeister nichts anbringen, also entschied er sich für den Kauf eines weiteren Pollers – wobei er sich für einen zusammensteckbaren Multifunktionspoller entschied, an den er ein ebenfalls gekauftes Schild mit dem Namen des Hotels anbrachte. Und seitdem ist der Hotelmanager voll zufriedengestellt.
Archive for April, 2007
Neulich fand im “Sol y Sombre” eine kleine Hausmeisterkonferenz statt, die sich vornehmlich mit der Privatisierung der Berliner Wohnhäuser befaßte. Ihre Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Wenn auf produktive Weise nichts mehr profitabilisiert werden kann – muß man neue Geschäftsfelder suchen: Luft, Liebe, Wärme, Wasser, Wohnraum…Kürzlich fand in Berlin die internationale Konferenz “Marxismus für das 21. Jahrhundert” statt; der schottische Wissenschaftler Paul Cockshott versuchte in diesem Zusammenhang, uns zuförderst die derzeitige Agonie des Realen und die Erosion des Sozialen zu erhellen. Er meinte, mit dem “Mißerfolg der Kulturrevolution in China begann der Triumph der Reaktion.” Als kurz nach Maos Tod 1977 Deng Xiaoping die Führung übernahm und die chinesische Wirtschaft für westliches Kapital öffnete, kippte das weltweite Gleichgewicht der Klassenkräfte: “Eine riesige Reservearmee von billigsten Arbeitskräften wurde in die Waagschale geworfen. Die Verhandlungsposition des weltweit agierenden Kapitals in der Auseinandersetzung mit seinen jeweiligen nationalen Arbeiterklassen wurde in einem Land… weiter lesen
Dies sind zwei selbstgebaute Poller – aus sechs Kanthölzern und sechzehn Bandeisen. Aber ob sie der Hausmeister des Hauses hinterm Tor gebaut hat – ist fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass er sich diese Dinger bloß besorgt und dann aufgestellt hat, vielleicht bereits fertig von einem Tiefbauunternehmen. In der Hauptstadt werden ständig irgendwelche Poller von privat an privat verkauft – und zwar gerade solche, bei denen man das Handmade nicht übersehen kann. Mit industriell gefertigten zu operieren überläßt man noch weitgehend dem Staat.
Dafür ist die Unternehmensberaterin Gertrud Höhler aus Paderborn zuständig. Und deswegen hat der Tagesspiegel sie auch gerade über die “Siemenskultur” und das vorzeitige Aus für von Pierer und van Kleinfeld interviewt. Herausgekommen ist dabei eine Art Küchenpsychologie des Siemensvorstands.
Über Höhler hat Henscheid schon so viel Gutes geschrieben, mir ist sie – mit einem ihrer Bücher – bisher nur einmal über den Weg gelaufen – im Zusammenhang meiner Hund/Wolf-Forschung:
Wie das Wölfischwerden der gesamten deutschen Nation bis hin zum Nationalsozialismus funktionierte, wird langsam klar. Einerseits führte der preußische Militarismus zu einer Verselbstständigung gegenüber dem Staat, und andererseits fürchtete der soldatische Mann im Falle einer friedlichen Revolution, dass dabei sein Ichpanzer völlig aus dem Leim gehen würde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde deswegen Preußen schleunigst von den Alliierten aufgelöst und die Wehrmacht sowie andere militärische Verbände verboten. Für eine demokratische Gesellschaft waren sie nicht zu gebrauchen.
In der Bundesrepublik… weiter lesen
Dieser Hausmeister hat ein Talent zur Improvisation: Für den ersten Poller nahm er einen alten Waschzuber, den er mit Beton auffüllte. Für den zweiten ging er in den Heimwerkermarkt “1000 Poller” und erwarb dort einen zum Zusammenstecken, wozu man nur wenige Handgriffe braucht. Für den dritten Poller besorgte er sich eine ausrangierte Felge, in deren Mitte er eine Stange schweißte. Zuletzt kam obendrauf noch eine Eisenplatte, die er mit einem schwarzen Tuch abdeckte, so dass man ihn nun zur Not auch noch als Stehtisch zum Cocktailtrinken oder Ähnliches verwenden kann.
Was die Siemens-Krise betrifft, überschlagen sich gerade alle führenden Meinungsmacher mit Kommentaren zum Rücktritt von Pierer und Kleinfeld – wobei alle das selbe sagen: Der Konzern muß nun aber endlich “zur Ruhe kommen”, wieder in “ruhigere Fahrwasser” gelenkt werden, die “Krise” offiziell beenden…usw.. Von der Aufklärung ist keine Rede mehr, die Süddeutsche Zeitung wird sogar gescholten, dass sie immer wieder “Interna” veröffentlichte – aber eigentlich, so die meisten medialen Wichtigtuer, ist durch die ganze “Öffentlichkeit” schon alles so gut wie gelöst – gemeint sind damit die “Korruptionsprobleme” deutscher Unternehmen. Der Tagesspiegel ist fast das einzige Blatt, das dazu ein paar Siemensianer zu Wort kommen ließ. Einer meinte: Für die Arbeiter sind die Rücktritte und Querelen an der Konzernspitze nicht so wichtig. Ein anderer: Man sollte bloß keinen Topmanager von außen jetzt nehmen – es laufen eh schon zu viele Managerdeppen im Konzern herum. Ich erinnere mich noch an einen Aushang… weiter lesen
Hier beginnt eine kleine Serie in der Serie – und zwar mit Pollerfotos aus Budapest von Antonia Herrscher. Die von Westkonzernen schwer heimgesuchte ungarische Hauptstadt tut alles, um auch ihr Straßenbild z.B. dem von Hannover anzugleichen. Dabei tut sich besonders ihr Bürgermeister Demszky Karo hervor – und zwar derart, dass man dort die Poller inzwischen “Karo” nennt (man sieht éinige im Hintergrund). Den Poller im Vordergrund hat einer der Hausmeister dieser überrenovierten Kneipenstraße gegossen – und zwar mittels eines Plastikeimers, den er anschließend vom Betonblock entfernte.
Ständig wird irgendwo in Berlin was gedreht – ich rede von TV- und Spielfilmen.
Neulich trat ich aus dem Haus – da standen sich auf einmal “Bullen” und “Autonome” gegenüber, die Wienerstraße war mit Polizeifahrzeugen abgeriegelt. Seltsam nur, dass die Polizisten ganz entspannt wirkten, obwohl die jungen Antifas mit Baseballschlägern bewaffnet waren: Das hatte es in Kreuzberg noch nicht gegeben, auch nicht, dass die Kontrahenten neun Tage lang “kämpften” – und zwar immer nebenan vor dem Fischrestaurant von Demirel: Hier sollte sich eine Gruppe von Neonazis verschanzt haben. Tatsächlich war dieses Gartenlokal einst eine SA-Kneipe, mit einem “wilden KZ” im Keller, wo sich eine Kegelbahn befand. Von hier aus stürmten die rechten Rollkommandos einst mehrmals das jüdische Kaufhaus gegenüber: Heute befindet sich dort eine Feuerwehrwache. Die Gefechte vor dem türkischen Restaurant waren inszeniert – für eine RTL-Produktion. Der Regisseur hatte das Lokal in “Spreeklause” umbenannt, der Wirt bekam für die… weiter lesen
In Europa gehen die Lichter aus – mindestens die Glühbirnen, das wünscht sich der Bundesumweltminister. Und prompt wurde im Feuilleton landauf, landab das Ende der Glühbirne – als weltweit gültiges Symbol für Fortschritt, Erfindungsgeist, Ideen und Sozialismus – gefeiert. Der Umweltminister Sigmar Gabriel will es mit seinem “Glühbirnenverbot” Australien nachtun, wo sein Kollege im dort besonders aussichtslosen Kampf gegen das Ozonloch und den Klimawandel alle Glühbirnen des Kontinents bis 2010 durch so genannte Energiesparlampen ersetzen will. Mag sein, dass für Australien bald die letzte Stunde schlägt…
Die Glühbirne aber ist unsterblich. Obwohl oder weil sie eine Energieeffizienz hat, die umgekehrt proportional zu der des Glühwürmchens ist. Das infolge der Erderwärmung sich langsam bis Skandinavien ausbreitende Leuchtinsekt wandelt 93 Prozent der Energie in Licht und nur 7 Prozent in Wärme um, während die Glühbirne eher ein Heizgerät ist. Durch das Glühen ihrer Wolframwendel – “Seele” genannt – im Inneren des gebärmutterförmigen… weiter lesen
Um den Firmen-Parkplatz zu sichern, schweißte der Hausmeister von Unilever Berlin erst einen Poller bestehend aus zwei Bandeisen und einem Rohr zusammen, den er rot anstrich. Dann kam oben noch ein Haken hinzu, um daran ein Absperrband zu befestigen. Und schließlich stülpte er noch ein PVC-Pilon (franz. – Stampfer) über das Ganze, damit seine Konstruktion offizeller aussah. Voilà.