Ein Gespräch mit dem dominikanischen Umweltminister Jaime David Mirabal
Der dominikanische Umweltminister Jaime David Mirabal findet, dass das Pflanzen von Bäumen die Umwelt genauso heilen kann, wie die Akupunktur in der Medizin ein Heilmittel gegen Krankheiten ist. Wichtig ist ihm, dass die Menschen aktiv ihre Umwelt schützen. Der 53-Jährige war von 1996 bis 2000 Vizepräsident der Dominikanischen Republik und initiierte damals das Wiederaufforstungsprogramm »Quisqueya Verde«. … weiter lesen
jedenfalls wenn es nach Newsweek geht. Das US-Magazin übt bereits an der passenden medialen Begleitmusik – in Form einer “Vorhersage”. Als nächstes wird man Chávez wohl wieder einmal Verfolgungswahn unterstellen…
Was für ein Timing: Als der Untersuchungsrichter Alejandro Madrid Anfang Dezember Haftbefehle gegen sechs Personen wegen Mordes an Eduardo Frei Montalva ausstellen ließ, war das genau sechs Tage vor der Präsidentschaftswahl – zu der Eduardo Frei Ruiz-Tagle, Sohn des früheren Präsidenten und selbst Ex-Präsident, als Kandidat antrat. Dass die seit Jahren laufenden Ermittlungen ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt in der Nennung mutmaßlicher Schuldiger gipfelten, wurde von Vertretern der rechten Opposition sofort als Wahlbeeinflussung gerügt. Wegen dieses zumindest nicht völlig abwegigen Verdachts ist höchst fraglich, ob der Fall Frei dem Kandidaten in der anstehenden Stichwahl eher hilft oder schadet.
Dabei ist die nunmehr offizielle Feststellung, dass Frei Montalva 1982 Opfer eines Giftmords wurde, eine mittlere Sensation. Der Christdemokrat war eine wichtige Oppositionsfigur unter Pinochet, als er sich in einer Privatklinik einer harmlosen Leistenbruchoperation unterzog. Mehrere Wochen später war er tot – aufgrund unvorhersehbarer Komplikationen durch eine Bauchfellentzündung mit… weiter lesen
Glenn Switkes, einer der engagiertesten Aktivisten für den Amazonas-Regenwald und seine Bewohner, ist tot. Sein Wirken gegen Wasserstraßen und Staudämme in Amazonien, dem Pantanal oder Patagonien,
aber auch seine Persönlichkeit hat Glenns Freund und Kollege Patrick McCully von International Rivers sehr schön eingefangen.
Wie der New Yorker Filmemacher und Journalist in den frühen Achtzigerjahren Amazonien kennenlernte, ist hier nachzulesen. Zu diesem Zeitpunkt stellte Glenn gerade seinen ersten preisgekrönten Dokumentarfilm Four Corners fertig, ein Pionierwerk über die Rohstoffausbeutung auf US-amerikanischem Indianerland.
Seit 1996 lebte er als Südamerika-Koordinator von International Rivers in Brasilien, zunächst im Bundesstaat Mato Grosso, wo er sich erfolgreich gegen den Bau einer gut 3000 Kilometer langen Wasserstaße im Einzugsgebiet der Ströme Paraguay und Paraná einsetzte, die u. a. den Bestand des Pantanal-Feuchtgebiets gefährdet hätte.
1999 zog er mit seiner Frau Selma nach São Paulo,… weiter lesen
44,0 Prozent der Stimmen hat der Kandidat der rechten Opposition, Sebastián Piñera, im ersten Wahlgang eingefahren (mehr hier und hier). Das ist zwar weniger als das Ergebnis, das er bei der letzten Stichwahl gegen die Sozialistin Michelle Bachelet im Januar 2006 erzielte, übertrifft aber trotzdem die Erwartungen nach den letzten Umfragen.
Gut 14 Prozent Vorsprung hat Piñera damit vor dem Christdemokraten Eduardo Frei, der gerade einmal 29,6 Prozent für die regierende Concertación holte. Weil sich der aus dem Mitte-Links-Bündnis ausgescherte Marco Enríquez-Ominami (“MEO”) am Ende doch nur 20,1 Prozent sichern konnte, tritt Frei am 17. Januar in einer Stichwahl gegen Piñera an. Der Kandidat der außerparlamentarischen Linken, Jorge Arrate, kam auf 6,2 Prozent.
So ganz außerparlamentarisch ist diese Linke seit dem Wahlsonntag allerdings nicht mehr: Im kommenden Abgeordnetenhaus sitzen drei Vertreter der Kommunistischen Partei, die seit 1973 in keinem Parlament mehr vetreten war (bis 1990 gab… weiter lesen
An diesem Sonntag trifft Chile nicht nur eine Vorentscheidung über seinen künftigen Präsidenten – es gibt auch ein Jubiläum zu feiern: Vor exakt 25 Jahren veröffentlichte das Mini-Kassetten-Label “Fusión” das allererste Album der Prisioneros, “La voz de los 80″. Nicht mehr und nicht weniger als 1.000 Kopien kamen auf den Markt – aber der Erfolg der Gitarre-Bass-Drums-Formation vom Stadtrand Santiagos war so phänomenal, dass ein halbes Jahr später EMI zugriff und nachlegte.
Zusammen mit den sozialkritischen Texten von Sänger Jorge González traf der punkige New-Wave-Sound der Band den Nerv der bis dahin bleischweren chilenischen Achtzigerjahre. Und Klassiker wie “Latinoamérica es un pueblo al sur de Estados Unidos”, “¿Quién mató a Marilyn?” oder “Sexo” klingen noch erstaunlich frisch. Rührend mutet dagegen heute der selbst zusammengeschnipselte Videoclip an. Lustigerweise fanden es die Chilenen damals völlig normal, dass González für die Kamera zum Schein in ein verkabeltes Mikrofon sang.
Am letzten Sonntag, dem 38. und letzten Spieltag des Brasileirão, der Brasilienliga, fiel die Entscheidung um den Titel. Vier Mannschaften hatten die Chance, Meister zu werden – Flamengo aus Rio, Internacional Porto Alegre sowie die beiden paulistaner Clubs Palmeiras und São Paulo.
“Theoretisch”, sagt Nadia Saccol, 43, Verkäuferin in meinem Tante-Emma-Laden um die Ecke und “seit 43 Jahren” Inter-Fan. “Ist doch klar, dass Grêmio das Spiel hergegeben hat”.
Den standesgemäßen Sieg über Absteiger Santo André vorausgesetzt, war Inter nämlich auf die Schützenhilfe des Lokalrivalen Grêmio angewiesen, der bei Flamengo antrat. Schon bei einem Unentschieden in Rio wären die colorados bei gleicher Punktzahl Meister gewesen.
Fest zur Niederlage entschlossen, schickte die Vereinsführung Grêmios nur die zweite Garnitur auf den Platz. Doch die schlug sich wacker, ging sogar in Führung und unterlag schließlich nur 1:2.
Für Nadia, die das Match in Rio am Fernseher und das in Porto Alegre im… weiter lesen
taz-Argentinienkorrespondent Jürgen Vogt hat kurz vor den Präsidentschaftswahlen in Chile den Überraschungskandidaten Marco Enríquez-Ominami (36) interviewt. Das latin@rama-Blog veröffentlicht die vollständige Fassung des auf taz.de erschienenen Gesprächs.
Herr Enríquez-Ominami, sind Sie ein Linker?
MEO: Ein fortschrittlicher Linker.
Als sie sich als Kandidat aufgestellt haben, sind Sie abgegangen wie eine Rakete. Fast aus dem Stand heraus kamen sie auf 13 Prozent. Wie erklären sie sich diesen Erfolg?
MEO: Mein erster Wahlslogan war: Chile hat sich verändert. Also nicht nur, dass sich Chile verändern muss, sondern sich bereits verändert hat. Dagegen irrt sich die Concertación, wenn sie vorgibt, Chile hätte sich zwar verändert, aber man könne noch immer Politik machen wie in der Zeit um 1988. Über vieles wurde und wird nicht gesprochen. Wir bieten eine neue Form des Politikmachens: Mutig, ehrlich, glaubwürdig. Das ist nichts Neues in der Welt, aber neu für die politische Klasse in… weiter lesen
Zwischen den Baumriesen tollen Affen herum, über ihren Köpfen fliegt eine Gruppe Papageien vorbei. Von einer Anhöhe am südlichen Rand des Amazonasbeckens fällt der Blick auf dichten, tiefgrünen Regenwald, der sich kilometerweit in die Ferne zieht.
Doch die Idylle trügt. Schwarze Rauchschwaden und das Gekreisch von Kettensägen gehören im weltweit größten Tropenwald immer noch zum Alltag. Deswegen möchte Brasilien, wo zwei Drittel des Amazonasgebietes liegen, auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen mit seinen Maßnahmen zum Waldschutz punkten.
Der immerfeuchte Amazonas-Dschungel beherbergt unzählige Heilpflanzenarten – und gilt als größte Klimaanlage der Erde: Der Wald fängt die Sonnenenergie ein und verwandelt sie in enorme Mengen Wasserdampf. Die dadurch entstehenden Wolken versorgen den Wasserkreislauf und kühlen das Weltklima ab. Durch die Brandrodung droht ein gegenteiliger Effekt: Bei der Bodenbearbeitung werden große Mengen Kohlenstoff freigesetzt und in Verbindung mit Sauerstoff zum Treibhausgas Kohlendioxid umgewandelt – das Weltklima heizt sich auf.
Die Zerstörung der größten Tropenwälder… weiter lesen
In den drei östlichen Departamentos Beni, Pando und Santa Cruz konnte sich die Oppositionspartei mit dem schönen Namen “Fortschrittsplan Bolivien – Nationale Konvergenz” (PPB-CN) unter Manfred Reyes-Villa durchsetzen. Aber auch in diesen Departaments konnte die “Bewegung zum Sozialismus” (MAS) deutliche Stimmengewinne verzeichnen :
Beni: PPB-CN: 53 %, MAS: 37 %
Pando: PPB-CN: 51 %, MAS: 45 %
Santa Cruz: PPB-CN: 53 %, MAS: 40 %
In den Departamentos Tarija und Chuquisaca, in denen die Opposition die Gouverneure stellt, ist die MAS mit 49 bzw. 53 % stärkste Kraft geworden.
Auch bei den Parlamentswahlen zeichnet sch eine deutliche Mehrheit für die MAS ab. Im Parlament stellt die Partei von Evo Morales mit voraussichtlich 85 von 130 Sitzen eine deutliche Mehrheit…. … weiter lesen