30.09.2010 von Knut Henkel
Der Name Reinaldo Arenas wurde in Kuba lange Zeit nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen. Jetzt ist in Kuba ein Buch über den ungeliebten schwulen Dichterfürsten erschienen, der Anfang der 80er Jahre die Insel verließ. Ein Indiz für den Neuanfang, dem Fidel Castro einen weiteren folgen ließ.
“Messe für einen Engel” heißt das Buch von Tomás Fernández Robaina und das schmale Bändchen, welches dieser Tage in Havanna auf den Buchmarkt kommt, ist so etwas wie eine poetische Entschuldigung. Nicht allein vom Verfasser, dem ehemaligen Freund, Ex-Liebhaber, Ex-Agent und Ex-Feind, sondern auch vom kubanischen Kulturbetrieb und den Verantwortlichen dahinter. Reinaldo Arenas war schließlich nicht irgendjemand sondern ein Kritiker der Revolution, ein Querdenker, der in Kuba zensiert wurde und der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte. Auf der revolutionären Insel war kein Platz für einen solchen Mann, der überall aneckte. Schon 1973, sieben Jahre bevor der aus Holguín stammende Schriftsteller die Insel verließ,… weiter lesen
29.09.2010 von Claudius Prößer

Achtzig Tage nach Beginn des Hungerstreiks von Mapuche-Häftlingen in mehreren chilenischen Gefängnissen – und zehn Tage nach der zentralen Bicentenario-Feier – dominiert das Thema die Medien, so oder so. Während eine Unterstützergruppe den Sitz der CEPAL in Santiago besetzt hat und die Vermittlung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon fordert (was der mit dem Hinweis ablehnt, er lasse sich nicht unter Druck setzen), versucht die Regierung Piñera, die Streikenden als Hochstapler anzuschwärzen: die meisten von ihnen nähmen heimlich Nahrung zu sich.
Auf alle Fälle hat der Hungerstreik vielen die 200-Jahr-Feierlichkeiten vergällt und dafür gesorgt, dass der Konflikt breit diskutiert wird, mit interessanten Erkenntnissen in allen politischen Lagern. So schreibt etwa Carlos Peña, Kolumnist des rechtsgerichteten Mercurio:
Ein beträchtlicher Teil unserer Elite — vor allem auf Seite der Rechten — ist felsenfest vom Konzept der chilenischen Nation überzeugt, das uns die konservative Geschichtsschreibung hinterlassen hat. In dieser… weiter lesen
24.09.2010 von Gerhard Dilger
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Und hier der Tatsachenbericht von Herrn Ringel. Danke!
Unsere Website: http://tiny.cc/este1
23.09.2010 von Gerhard Dilger
In der Debatte um den Versuch von Minister Niebel (FDP), Ecuadors Dschungel-statt-Öl-Initiative zu sabotieren, ist bislang ein zentraler Aspekt unterbelichtet geblieben.
Es erscheint auch zweifelhaft, ob dieser Ansatz (die Yasuní-ITT-Initiative, GD) gegenüber den zahlreichen anderen derzeit diskutierte Alternativlösungen (z. B. Reducing Emissions for Deforestation and Degradation, REDD) tatsächlich komparative Vorteile aufweist. (…) Gleichzeitig arbeiten wir mit Ecuador jedoch weiterhin beim Thema Klimawandel und Waldschutz (REDD) intensiv zusammen (…)
schrieb Niebel am 14. Januar.
Eine Antwort geben Oilwatch-AktivistInnen in ihrem Offenen Brief an den Bundestag:
OILWATCH ist ein internationales Netzwerk, das die Auswirkungen der Erdölförderung insbesondere in tropischen Ökosystemen beobachtet und analysiert. Analysen belegen immer wieder die katastrophalen Folgen der Erdölförderung für die lokale Bevölkerung, denn die Ölgewinnung geht mit Militarisierung und Gewalt einher, sie führt zur Verseuchung von Grund- und Trinkwasser und zur Veränderung von Mikro- und globalen
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21.09.2010 von Knut Henkel
Kubas Wirtschaft wird privater. Mit der angekündigten Entlassung von einer halben Million Staatsangestellert wird der Privatsektor auf der Insel zu einem wichtigen Wirtschaftszweig – und das ist durchaus gewollt.
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20.09.2010 von Gerhard Dilger
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Von Alberto Acosta
Liebe Freundinnen und Freunde,
Heute vormittag (15.9.2010) erhielt ich mit großer Sorge und einiger Empörung die Nachricht über die Weigerung des deutschen Ministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, den Yasuní-ITT-Fonds zu finanzieren. Sollte sich diese Position verfestigen, so käme das einem harten Schlag, ja einem Dolchstoß für die Initiative Yasuní-ITT- Initiative gleich.
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Wir haben fest mit dem deutschen Beitrag gerechnet. Mit seiner Erklärung zugunsten dieser Initiative vom Juni 2008 war der Bundestag auf internationaler Ebene zu einem der Stützpfeiler dieses Projekts geworden, das beabsichtigt, im Naturschutzgebiet Yasuní und in der Welt das Leben zu schützen. Diese Haltung, die vom Bundestag mehrmals bekräftigt wurde, bevor sich dann auch die Bundesregierung sie schließlich zu eigen machte, hat dabei geholfen, für eine Reihe komplexer Hindernisse in Ecuador selbst einen Lösungsweg zu finden. Auch weite Teile der deutschen Gesellschaft standen hinter dieser Position.
Vor diesem Hintergrund erscheint… weiter lesen
18.09.2010 von Gerhard Dilger
Geben Sie Geld für den Regenwald, Herr Minister Niebel!
(Online-Protest)

Die Regierung Ecuadors unter Präsident Rafael Correa hatte bereits im Jahr 2007 eine von Umweltschützern entwickelte Idee offiziell übernommen und war mit der innovativen Yasuní-ITT-Initiative an die Weltöffentlichkeit getreten. Das kleine südamerikanische Land wolle auf die Förderung eines reichen Erdölvorkommens unter dem nordwestlichen Amazonasgebiet verzichten, wenn sich die internationale Gemeinschaft an den Einnahmeausfällen nach dem Prinzip der Klimagerechtigkeit beteiligt. Demnach tragen Industrieländer Verpflichtungen, da sie den größten Teil der klimaschädlichen Treibhausgase produzieren. Die negativen Folgen für Mensch und Natur treffen jedoch am härtesten die armen Länder des Südens, weshalb der Norden für seine Umweltschulden entsprechend zahlen solle. Allein in Ecuador hat die Erdölförderung im Amazonasregenwald großflächige Rodungen, schwere Ölverseuchungen und das Leben ganzer indigener Völker ausgelöscht.
Die Kompensationszahlungen der Industrieländer sollten laut Abkommen in einen Treuhandfonds fließen, der… weiter lesen
16.09.2010 von Gerhard Dilger
Der Protest der taz-AuslandskorrespondentInnen schlägt unerwartet hohe Wellen.

Besonders freut uns die Solidarität von LeserInnen, GenossInnen und KollegInnen. So hat uns – unter vielen – das Team der Leipziger Lateinamerika-Website Quetzal viel Glück gewünscht.
Und Frank Braßel, der im Auftrag des Evangelischen Entwicklungsdienstes in Ecuador arbeitet, hat folgenden Brief geschrieben:
Gruselig, was wir da von der taz lesen muessen. Hatte sie sich bislang von einem relativ (in Relation zu den meisten anderen deutschen Tageszeitungen, nicht in Relation zu den Notwendigkeiten einer komplexen globalisierten Welt) dichten und qualifizierten Korrespondentennetz gelebt, versucht sie nun offenbar, den langjaehrigen Fehlentwicklungen der meisten anderen deutschen Tageszeitungen nachzueifern.
Bald werden wir die gleichen – fadenscheinigen, uniformen – Meldungen der multinationalen Presseagenturen, welche die grosse “Pressevielfalt” verbraet, verlogen als “Artikel” ausgegeben, vermehrt in der taz lesen koennen – und immer weniger von der Welt verstehen. Das ist
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04.09.2010 von Gerhard Dilger
Auch in Lateinamerika hat Bob Dylan eine große Fangemeinde, wie ich vor zweieinhalb Jahren bei einem denkwürdigen Konzert in Buenos Aires miterleben konnte. An einem lauen Sommerabend im Stadion von Vélez Sarsfield erwies dem Meister eine erlauchte Vorgruppe die Reverenz: der “argentinische Dylan” León Gieco, Rock-Legende Charly García und Oscar-Preisträger Gustavo Santaolalla. Tage später radelte Dylan in Frauenklamotten durchs uruguayische Schickeria-Seebad Punta del Este.
In vielen Teilen Brasiliens dürften sich solche Vorsichtsmaßnahmen gegen lästige Glotzer erübrigt haben. Und dass Dylan seine Brasilien-Aufenthalte zu malerischen Studien genutzt hat, weiß man erst seit kurzem. Das Ergebnis ist ab heute in Kopenhagen zu sehen, wo die Dylan-Ausstellung The Brazil Series eröffnet wurde.

Eine Auswahl der ausgestellten Werke findet sich hier. Das Buch dazu erscheint demnächst beim Prestel-Verlag, der schon den Katalog zu Dylans 2007er-Ausstellung in Chemnitz veröffentlicht hatte.… weiter lesen