In den grossen Medien bekäme er ja nicht mal Platz für aktuelle Nachrichten, geschweige denn Hintergründe… kommentierte ein Zeitungskorrespondent jüngst die Anfrage, ob es nicht mal wieder Zeit für einen Bericht zu Bolivien wäre. Dafür hat sich aber Alex Murillo von der Zeitschrift wildcat auf den Weg gemacht. Sein Reisepuzzle aus dem Frühjahr, das historische Daten und eine Bilanz der Regierung Morales mit Notizen von Besuchen bei Basisorganisationen ergänzt, wurde nun auch online gestellt.
Archive for September, 2012
Ob es Zufall war, dass der peruanische Präsident Ollanta Humala ausgerechnet am 12. September 2002 eine Pressekonferenz mit der Auslandspresse anberaumte ? Genau 20 Jahre zuvor, am 12. September 1992, zeigte sein Vor-vor-vorgänger Alberto Fujimori der verdutzten Öffentlichkeit einen Abimael Guzmán im Käfig. Das Bild vom bärtigen Terroristenführer im gestreiften Sträflingsanzug, der hinter Käfigstäben kommunistische Parolen schrie, ging damals um die Welt.
Für Fujimori war dies der wohl bedeutendeste politische Sieg seiner Amtszeit, für Peru bedeutete die Gefangennahme des Anführers des Leuchtenden Pfades den Anfang vom Niedergang der maoistischen Terrorgruppe “Leuchtender Pfad” oder Sendero Luminoso. Der blutrünstigsten Guerrilla Lateinamerikas – nach den Ergebnissen der nachfolgenden Wahrheitskommission gingen 54% der ingesamt 70 000 Toten auf das Opfer des Sendero Luminoso und der sehr viel kleineren Gruppierung MRTA - weinte in Peru kaum jemand eine Träne nach. Auch Präsident Humala erinnert sich, wie er vor 20 Jahren, noch als Offizier der peruanischen… weiter lesen
Ecuadors linke Opposition hat sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Februar 2013 geeinigt.
Die “Plurinationale Koordination für die Einheit der Linken” zieht mit Alberto Acosta (M.), einer der zentralen Figuren der “Bürgerrevolution” ab 2006, in den Wahlkampf. Auf einem Treffen von sechs linken Gruppierungen, darunter der Indígena-Partei Pachakutik, bekam der 64-jährige Ökonom am Samstag in der Pazifikmetropole Guayaquil 55,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Acosta gehört zu den führenden Linksintellektuellen Lateinamerikas. Zusammen mit Umwelt- und Indígena-AktivistInnen war er verantwortlich dafür, dass Präsident Rafael Correa im Juni 2007 die visionäre “Dschungel-statt-Öl”-Initiative Yasuní-ITT auf den Weg brachte. Demnach will Ecuador auf die Ölförderung im östlichen Teil des Yasuní-Nationalparks verzichten, wenn die internationale Gemeinschaft für die Hälfte der erwarteten Einnahmen aufkommt.
Bis zu seinem Zerwürfnis mit Correa im Juni 2008 leitete Acosta den Verfassungskonvent und sorgte dafür, dass im neuen Grundgesetz die Rechte der Natur verankert… weiter lesen
