Archive for Januar, 2013

30.01.2013 von Gerhard Dilger
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¡Hasta siempre, compañera!

von Gerhard Dilger

Heute wird Kathrin Buhl, langjährige Aktivistin der Berliner Nord-Süd-Szene und zuletzt Büroleiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung für Brasilien und den Cono Sur, in Berlin beigesetzt. Völlig überraschend war sie kurz vor Weihnachten in São Paulo gestorben.

Besser als ihre PartnerInnen aus Südamerika kann man den Abschied kaum formulieren:

Wir kommen von weit her, um uns von Kathrin zu verabschieden. Wir fragen uns: Was ist aus ihr geworden? Wo war sie? Wo ist sie? In Brasilien? In Deutschland? Irgendwo in Lateinamerika?

Heute wollen wir sie wieder herholen, in dieses grenzenlose Land unseres kollektiven Gedächtnisses. Wir wollen unsere Worte aufschreiben, um sie mit ihren Töchtern Kati und Lisa zu teilen, damit sie eines Tages ihre Enkelin Sarita lesen kann, damit Ihr, Compañeros und Compañeras, Freundinnen und Freunde aus anderen Teilen der Welt wisst, was wir fühlen, die wir in den letzten Jahren mit ihr zusammengearbeitet haben, in einem Kontinent, der… weiter lesen

28.01.2013 von Gerhard Dilger
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Aktionärsversammlungen (1): Thyssen-Krupp in der Kritik

von Gerhard Dilger

Auf zwei Aktionärsversammlungen deutscher Multis regte sich vor kurzem erneut Protest gegen deren Rolle bei Megaprojekten in Brasilien.

Christian Russau redete am 18.1. auf der Hauptversammlung des Krisenkonzerns Thyssen-Krupp:

(…) ich spreche hier im Namen eines Bündnisses aus Dachverband der Kritischen Aktionäre, medico international, FDCL und KoBra – Kooperation Brasilien, das ist das Netzwerk der Brasilien-Solidaritätsgruppen in Deutschland.

 

Herr Cromme und Herr Hiesinger, vielen Dank für Ihre Ausführungen – nur leider muss ich Ihnen zum wiederholten Male erklären, dass ich es Leid bin, von ThyssenKrupp Falsches, Widersprüchliches und Lückenhaftes als Auskunft zu bekommen.

Erstens: Das TKCSA-Stahlwerk in Rio de Janeiro hat derzeit gar keine Betriebsgenehmigung. Das Einzige, was Sie haben, ist ein Abkommen zwischen Umweltamt und Ihrer Firma über die Anpassung der Durchführungsbestimmungen der Werkproduktion, ein sogenannter TAC-Vertrag (“Termo de Ajuste de Conduta – TAC“). Dies ist keine Betriebsgenehmigung. Der TAC-Vertrag listet

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23.01.2013 von Peter Strack
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Verlieren und tanzen koennen: Staatsfeiertag zur Neugruendung Boliviens

von Peter Strack
Evo Morales: Rede zum Jahrestag der Staatsneugruendung  Quelle: ABI

Evo Morales: Rede zum Jahrestag der Staatsneugruendung Quelle: ABI

Wer an einem 22. Januar inmitten der Regenzeit eine neue Verfassung in Kraft setzt,  der laeuft Gefahr, dass die Jubilaeumsfeierlichkeiten verregnen. So war es auch zu Beginn des 4. Jahres des “Plurinationalen Staates Bolivien”. Wer den Feiertag nicht nutzte, um sich zu Hause zu erholen und wie viele Strassenhaendler zur Arbeit auszog, der musste sich oder seine Waren vor heftigen Wasserfaellen schuetzen. Die Euphorie der ersten Jahre verflogen, Stimmung und Erwartungen gedaempft, selbst bei der Regierung … weiter lesen

14.01.2013 von Peter Strack
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Neues Kinderbuch: Die Abenteuer der Maerchenhexe Walburga in Bolivien

von Peter Strack

Die MärchenhexeAuch in einer globalisierten Welt, kann man sich den Schreck einer deutschen Maerchenhexe vorstellen, die mit ihrem Besen im bolivianischen Tiefland eine Bruchlandung erleidet und nicht nur exotische Aromen reicht und auf Pflanzen, Vogelspinnen und einen merkwuerdig schrill pfeiffenden Kobold mit breitem Strohhut trifft, sondern feststellen muss, dass sie ihre Zauberkraefte verloren hat und sich wie ein normaler Mensch, oder besser gesagt eine schrullige alte Frau, in der Fremde zurecht finden muss. Nach “Das magische Portal” von Isabel Mesa de Inchauste ist nun ein zweites bolivianisches Kinderbuch auf deutsch erschienen. Die Maerchenhexe von Rosalba Guzmán. Und wie die meisten Erzaehlungen der Autorin  hat auch diese Geschichte mit Interkulturalitaet und einer Rebellion zu tun. … weiter lesen

07.01.2013 von Hildegard Willer
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Anden-Salat

von Hildegard Willer

Wer meint, dass Salat nur auf  in flachen holländischen Treibhäusern wächst, den belehrt Laureano Casas eines Besseren. Auf 2500 Meter Höhe baut der Bio-Landwirt auf seinen Terrassen den knackigsten und schmackhaftesten Salat an, den es in Lima zu kaufen gibt. Und das zwei Autostunden von der Hauptstadt entfernt, da, wo die Strasse in einer steilen Schlucht in das Zentralmassiv der Anden hochsteigt und nur kahle hochaufragende Berge den Weg säumen.  Eine gute Stunde wandert man vom Dorf San Jeronimo de Surco rund 500 Höhenmeter die steilen Berge hoch und danach auf einem schmalen Grat immer am Rande des Abgrunds um den Berg herum, bis die grünen Terrassen von Laureano und Teresa Casas erscheinen. Inmitten der kahlen Berghänge stehen Gemüserabatten voller Ruccola-Salat, Radieschen, Karotten, Löwenzahn, Baby-Spinat und Lattich.

 

Jeden Tag steigen Laureno und Teresa zu Fuss zu ihren Feldern hoch -  Teresa auch mal auf dem Esel –… weiter lesen

01.01.2013 von Hildegard Willer
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Kleine Bücher, grosse Geschichten

von Hildegard Willer

Beide haben den Tod schon als Kinder viel zu oft miterlebt; beide wissen wie es ist, wenn der Hunger alle anderen Sinne und Gedanken betäubt; beide konnten erst in späten Jahren ihre Schulbildung beginnen bzw. vollenden. Beide haben erst auf Drängen Dritter ihr Leben schriftlich niederlegt in zwei kleinen Büchlein, die im Dezember in Lima vorgestellt wurden. Die beiden Titel könnten unscheinbarer nicht klingen: „Erinnerungen eines unbekannten Soldaten“ von Lurgio Gavilán das eine ; „Kleine Mosaiksteine aus meinem Leben“ von Pilar Coll das andere. Hinter den nichtssagenden Titeln stecken zwei ausserordentliche Lebensgeschichten.

Mit 14 Jahren war Lurgio Gavilán bei vielen Morden dabeigewesen und erwartete nun bange seinen eigenen Tod. Eine Militärpatrouille hatte den Kind-Soldaten des „Leuchtenden Pfades“ 1985 in den Bergen von Ayacucho gefangengenommen. Auch der ihm seit zwei Jahren eingehämmert Glaube, dass es eine Ehre sei, für Marx, Mao und vor allem für den Kameraden Gonzalo alias… weiter lesen