Archive for the ‘Fernsehen’ Category

06.10.2008 von Claudius Prößer
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Aerobic killed Pinochet

von Claudius Prößer
Gestern vor 20 Jahren verlor Pinochet das Plebiszit, das ihn für wei­te­re acht Jahre im Amt bestätigen sollte. Es war keine vernichtende Nie­der­la­ge – aber immerhin. Aus diesem Anlass heute zwei historische Vi­deo­clips: die Wahlwerbung der NO-Kampagne (Nein zu Pinochet), die nach anderthalb Jahrzehnten Diktatur von vielen Chilenen als extrem er­fri­schend erlebt wurde, sich dabei aber jedes nur denkbaren Zahn­pas­ta­re­kla­me-Klischees bedient. Auch Aerobic wurde da getanzt.

Die Gräuelkampagne, mit der das Pinochet-Lager (das SÍ) seine Gegner zu diskreditieren suchte, kam nicht ganz so gut an:

Besonders erhellend der Spruch Aunque el marxista se vista de seda, marxista queda (“Auch wenn der Marxist sich in Seide kleidet, er bleibt doch ein Marxist” – der Original-Spruch geht so ähnlich, man muss nur mono - Affe – für marxista einsetzen).

02.10.2008 von Gerhard Dilger
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Homer Simpson will Obama wählen

von Gerhard Dilger

Auch in Lateinamerika wird der Versuch Homer Simpsons, Barack Obama zu wählen, gerade zum Renner im Netz:

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Der Ausschnitt ist auch ein Seitenhieb auf die mit den Republikanern verbandelte Wahlautomatenfirma Diebold, berichtet das Internetportal ElArgentino.com.

Erst vor ein paar Monaten empörten sich Argentiniens Peronisten über eine Simpsons-Episode, in der ihr Führer Juan Domingo Perón verunglimpft wurde. Daraufhin gab es prompt eine geniale “peronistische” Version:

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15.09.2008 von Claudius Prößer
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Schalldruck vs. Steine

von Claudius Prößer

Insgesamt 234 Festnahmen, davon 160 in Santiago, 22 durch scharfe Mu­ni­tion, Schrotkugeln und Steinwürfe verletzte Polizisten und neun ver­letz­te Demonstranten, davon einer mit einem schweren Schädeltrauma, vermutlich durch eine Tränengaskartusche – das war nach Angaben des Innenministeriums die Bilanz der diesjährigen Protestnacht des 11. Septembers. Immerhin: Es gab keine Toten zu beklagen wie in ver­gangenen Jahren.

Die Ausschreitungen am “once” finden hauptsächlich in armen Rand­be­zir­ken, aber auch im Zentrum von Santiago statt, sie haben sich als Ge­walt­ri­tu­al längst vom eigentlichen Anlass gelöst. Während der Protest von Attacken auf die Infrastruktur der “eigenen” Viertel geprägt ist (nicht un­ähnlich dem, was in Berlin-Kreuzberg über viele Jahre hinweg am 1. Mai geschah), fährt die Staatsmacht im Gegenzug an Repressionswerkzeug auf, was die Arsenale hergeben.

Zu Schlagstöcken, Gummigeschossen, Tränengas und Wasser hat sich an diesem 11. September eine neue “nicht-tödliche Waffe” gesellt: Ein Long Range Acoustic Device (LRAD), wie… weiter lesen

05.09.2008 von Claudius Prößer
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Hunde unterm Palast

von Claudius Prößer

Im unterirdischen Centro Cultural Palacio La Moneda, einem der Vor­zei­ge­projek­te der Lagos-Regierung, ist gerade eine niedliche kleine Aus­stellung mit dem Titel “Pintacanes” zu sehen. Bei den seriell aus Glas­faser gepress­ten und künstlerisch gestalteten Hunden handelt es sich im Prinzip um eine Spiel­art der abscheulichen Berliner Buddybären, aber hier stimmt das Konzept: Kein steriles Wappentier stand Modell, sondern ein kleiner, räudiger Straßenköter, ein quiltro, dem man in den Straßen von Santiago auf Schritt und Tritt begegnet und der deshalb als legitimer Vertreter der Metropole gelten darf. Auch die Verfremdungen haben es in sich. Renommierte bildende Künstler haben sie gemeinsam mit Be­woh­nern des Stadtteils La Pintana geschaffen, sie erzählen von Sex, Dro­gen und Armut, von Lebensfreude und einem ge­witz­ten Um­gang mit na­tio­naler Identität. Wau!

27.08.2008 von Claudius Prößer
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Richter, General und Folterknecht

von Claudius Prößer

Unbedingt ansehen: Nur noch bis zum 2. September ist der, wie ich finde, hervorragende US-Dokumentarfilm “The Judge and the General” im Netz abrufbar. Die für den Public Broadcasting Service (PBS) produzierte Doku beschreibt, wie der chilenische Richter Juan Guzmán ab 1998 und bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 gegen Augusto Pinochet und andere Täter der Militärdiktatur ermittelte. Guzmán hatte 1998 eine Sammelklage von Angehörigen Ermordeter und Verschleppter übernommen, nicht weil er sich besonders dafür interessiert hätte, sondern weil es das interne Turnusverfahren des Gerichtshofs so ergab.

Die eigentliche Geschichte, die der Film erzählt, steckt denn auch weniger in der Tatsache, dass Guzmán erreicht hat, die Selbstamnestie der Militärs aufzuhebeln (was spannend genug ist), sondern in seiner Wandlung von einem stillen Befürworter des Pinochet-Regimes hin zu einem seiner gefährlichsten Verfolger. Der Richter, der weite Teile der Doku aus dem Off… weiter lesen

23.08.2008 von Claudius Prößer
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Der Herr der Hiebe

von Claudius Prößer

Der gemeinste, verschlagenste, rücksichtsloseste Macho, den Chile je erlebt hat – er tobt sich Tag für Tag auf den Bildschirmen aus. José Luis Echenique heißt er, man kennt ihn aber auch als El Señor de la Querencia. José Luis ist Großgrundbesitzer, ihm gehört das Gut “La Querencia” im Norden von Santiago und im Jahr des Herrn 1920. Wen das Los getroffen hat, auf José Luis’ Latifundium zu arbeiten, der muss mit dem Schlimmsten rechnen: Der patrón geht nicht nur gewohnheitsmäßig fremd und beutet seine Arbeiter nach Strich und Faden aus, er prügelt, vergewaltigt und mordet auch. Um anschließend in der gutseigenen Kapelle niederzuknien und um Vergebung zu bitten.

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Das von Wikipedianern zusammengetragene Sündenregister des Gutsherrn ist beachtlich, und nicht von ungefähr hat die vom staatlichen Kanal TVN aufwändig produzierte Fernsehserie bereits zu erhitzten politischen Debatten geführt.… weiter lesen