16.03.2013 von Christian Russau
Nach dem am 8. März von Gerhard Cromme für Ende des Monats angekündigten Rücktritt vom Aufsichtsratsvorsitz bei ThyssenKrupp werden die Probleme des deutschen Stahlkochers in Rio de Janeiro nicht geringer.

Anwohnerprotest in Rio: "Unsere Lunge ist nicht aus Stahl". Photo: Anwohnervereinigung. CC by 3.0
Cromme hatte seinen Rücktritt damit begründet, einen “personellen Neuanfang” zu ermöglichen. Der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre begrüßte gemeinsam mit Organisationen aus Brasilien und Brasilien-Solidaritätsgruppen in Deutschland den Rücktritt von ThyssenKrupp-Aufsichtsrats-Chef Gerhard Cromme. Die Organisationen und Gruppen verlangten aber einen überzeugenden personellen Neuanfang und Entschädigung für die Fischer an der Bucht von Sepetiba und medizinische Versorgung für die Anwohner des Stahlwerks. “Wir haben Herrn Cromme bereits im Januar 2012 aufgefordert, die Verantwortung für das Stahlwerks-Desaster in Brasilien zu übernehmen und vom Aufsichtsratsvorsitz zurückzutreten”, sagte Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. “Mit der Freude über den… weiter lesen
02.08.2011 von Gerhard Dilger
Das Gesundheitssystem Kubas ist eines der Aushängeschilder der Revolution von 1959. Die auf der Insel praktizierte Medizin genießt bis heute international einen guten Ruf. Ein Beweis ist die niedrige Kindersterblichkeit, die es mit den höchst entwickelten Staaten aufnehmen kann. Kubanische Ärzte halfen 1998 in Honduras, als der Hurrikan “Mitch” das Land verwüstete und Tausende Menschen medizinische Versorgung benötigten. Gleichzeitig hatte der damalige kubanische Präsident Fidel Castro eine Idee: Statt Ärzte ins Ausland zu schicken, sollten künftig junge Menschen in Havanna Medizin studieren, um später in ihren zumeist armen Heimatländern zu praktizieren. An der Lateinamerikanischen Schule für Medizin erhalten heute alljährlich über 2000 angehende Ärzte ihr Diplom;

die Kosten des Studiums trägt die kubanische Regierung. Die Studierenden kommen aus fast allen Ländern Lateinamerikas und der Karibik, aber auch aus Afrika – und sogar aus den USA…
… heißt es in der Vorankündigung zur halbstündigen SWR-Radiosendung Ärzte made in… weiter lesen
31.07.2011 von Benjamin Kiersch
Sein Krebs hat ihm einen Schreck eingejagt: Aus Anlass seines 57. Geburtstags, an dem sich der kranke Hugo Chávez am Donnerstag bei einem öffentlichen Auftritt auf dem “Volksbalkon” des Präsidentenpalastes in Caracas von seinen Anhängern feiern ließ, kündigte er an, sein persönliches Motto zu ändern.
Statt “Patria, socialismo o muerte“ (Vaterland, Sozialismus oder Tod) werde es fortan heißen: “Patria socialista y victoria, viviremos y venceremos” (Sozialistisches Vaterland und Sieg, wir werden leben und siegen).
Patria socialismo o muerte (min 1:36)
Chávez rief der Menge zu: “Ich traue mich, euch zu meinem 67. Geburtstag in zehn Jahren einzuladen… ich werde auch nicht 2021 gehen, vielleicht 2031.“
Auf Anraten seiner Ärzte stieg Chávez allerdings nicht vom Volksbalkon, um die Geburtstagstorte zu probieren, die ihm seine Fans gebracht hatten, da sein Immunsystem aufgrund der Chemotherapie geschwächt ist.
09.06.2011 von Knut Henkel
Guillermo Fariñas hat den Hungerstreik zu seinem politischen Instrument erkoren. Vor ein paar Tagen hat der 48-jährige Psychologe seinen 24. Hungerstreik begonnen. Es konnte der letzte des prinzipienfesten Kubaners sein. Dessen Gesundheit hat schwer gelitten.
Vor rund vier Wochen hat Guillermo Fariñas angekündigt in den Hungerstreik zu treten, wenn der Tod seines Freundes Juan Wilfredo Soto García nicht en detail untersucht werden würde. Am vergangenen Freitag, genau vier Wochen nach seiner Ankündigung am Grab des 46-jährigen Dissidenten, der in Santa Claras Dissidentenszene als “El Estudiante” bekannt war, begann Guillermo Fariñas mit dem 24. Hungerstreik. Sechs Tage wärt der nun und in den vergangenen Tagen haben Elizardo Sánchez von der kubanischen Komission für Menschenrechte und nationale Versöhnung und mehrere prominente Oppositionelle aus Havanna Fariñas in Santa Clara besucht, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
Erfolglos, wie Elizardo Sánchez im Anschluß an den Besuch gegenüber der internationalen Presse zugab. Sánchez und seine… weiter lesen
20.04.2011 von Peter Strack
Ein Jahr ist seit dem Weltgipfel der Voelker zum Klimawandel in Tiquipaya vergangen. Zu dem dort postulierten Recht der Mutter Erde, frei von Chemiemuell zu sein, haben sich in Tiquipaya seitdem vor allem Kinder engagiert. … weiter lesen
26.06.2009 von Gerhard Dilger
Zum zweiten Mal seit Ausbruch der Influenza-A-Epidemie ist jetzt eine ganze Reihe Schweine vom A/H1N1-Erreger befallen – und zwar in der Provinz Buenos Aires.

Zuerst diskriminiert, jetzt auch noch gefährdet: südamerikanische Schweine (hier in Südbrasilien)
Trotz eines frühzeitigen Hinweises der mexikanischen Behörden auf den irreführenden Begriff “Schweinegrippe” hält der sich hartnäckig in den Medien.
Wegen des Winters im südlichen Südmerika breitet sich die A/H1N1-Grippe dort besonders rasch aus. In Argentinien sind bisher 22 Menschen daran gestorben, mehr als in den Nachbarländern. Am schnellsten weltweit schreitet die Epidemie in Chile voran, wo bereits 5.136 Fälle nachgewiesen wurden.
Zur ersten Infektion von Schweinen durch einen Menschen war es Anfang Mai in Kanada gekommen.
04.06.2009 von Claudius Prößer

Die nächsten Ferien stehen eigentlich erst im Juli an – aber in Puerto Montt geht zurzeit kaum ein Kind in die Schule. Das hat unterschiedliche Gründe: An den öffentlichen Schulen Chiles
streiken seit vorletzter Woche die Lehrer, um eine von der Regierung in Aussicht gestellte, aber nie ausgezahlte Sonderzulage einzufordern. Noch ist keine Einigung ist in Sicht. Die vielen privaten Einrichtungen betrifft das nicht – dennoch sind viele mindestens bis kommende Woche geschlossen. Wegen Schweinegrippe.
Tatsächlich verbreitet sich das Virus in Chile so schnell wie in kaum einem anderen Land, und am schnellsten greift es in Puerto Montt um sich. Warum das so ist, stellt für die Gesundheitsbehörden ein Rätsel dar. Wahrscheinlich hat es viel mit dem feuchtkalten Wetter zu tun, das hier unten jeden Winter für generalisierte Atemwegsbeschwerden und Gliederschmerzen sorgt. Heute gibt es in der Stadt knapp 40 bestätigte Fälle von influenza… weiter lesen