Archive for the ‘Religion’ Category

09.06.2011 von Knut Henkel
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Die Nummer 24.

von Knut Henkel

Guillermo Fariñas hat den Hungerstreik zu seinem politischen Instrument erkoren. Vor ein paar Tagen hat der 48-jährige Psychologe seinen 24. Hungerstreik begonnen. Es konnte der letzte des prinzipienfesten Kubaners sein. Dessen Gesundheit hat schwer gelitten.

Vor rund vier Wochen hat Guillermo Fariñas angekündigt in den Hungerstreik zu treten, wenn der Tod seines Freundes Juan Wilfredo Soto García nicht en detail untersucht werden würde. Am vergangenen Freitag, genau vier Wochen nach seiner Ankündigung am Grab des 46-jährigen Dissidenten, der in Santa Claras Dissidentenszene als “El Estudiante” bekannt war, begann Guillermo Fariñas mit dem 24. Hungerstreik. Sechs Tage wärt der nun und in den vergangenen Tagen haben Elizardo Sánchez von der kubanischen Komission für Menschenrechte und nationale Versöhnung und mehrere prominente Oppositionelle aus Havanna Fariñas in Santa Clara besucht, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Erfolglos, wie Elizardo Sánchez im Anschluß an den Besuch gegenüber der internationalen Presse zugab. Sánchez und seine… weiter lesen

13.06.2010 von Knut Henkel
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“Fehlen noch 25 weitere humanitäre Gesten”

von Knut Henkel

In Havanna wurde am Wochenende der erste Häftling seit Beginn der Vermittlungsanstrengungen durch die Katholische Kirche freigelassen. Ein Signal Havannas ans Ausland. Für Guillermo Fariñas, der sich seit über 100 Tagen im Hungerstreik befindet, ist das nicht mehr als ein Anfang – er fordert weitere Gesten der Regierung in Havanna. … weiter lesen

04.05.2010 von Claudius Prößer
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Unheilige Berührungen

von Claudius Prößer

Jetzt hat auch Chile seine Missbrauchsaffäre: Seit Ende April ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den katholischen Priester Fernando Karadima. Mehrere Männer werfen ihm vor, sie wiederholt sexuell belästigt zu haben, während sie – als Jugendliche oder junge Erwachsene – an seiner Pfarrei tätig waren.

Karadima ist kein Unbekannter in Chile: Der charismatische 80-Jährige war “spiritueller Schüler” des 1952 gestorbenen und 2005 heilig gesprochenen Jesuiten Alberto Hurtado, und er scharte an seiner Pfarrei “Sagrado Corazón de Jesús de El Bosque” im Santiagoer Stadtteil Providencia junge Männer aus wohlhabenden Familien um sich, für die er selbst den Glanz der Heiligkeit ausstrahlte. So beschreibt es eines seiner Opfer, der Chirurg James Hamilton, der jetzt in einer Sondersendung des staatlichen TVN sein Schweigen auch öffentlich gebrochen hat. Hamilton und andere, die gegen Karadima klagen, berichten von der Methode des Priesters, sie in einem langsamen Annäherungsprozess zu “Komplizen” der sexuellen Berührungen und… weiter lesen

30.11.2009 von Claudius Prößer
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Korrekt gekleidet im Dienste des Friedens

von Claudius Prößer

Wer so schöne Spitzenkleidchen und rote Schuhe trägt, bekommt na­tür­lich nur ungern Konkurrenz von weiblichen Besuchern. Deswegen hat­ten sich Cristina Fernández und Michelle Bachelet für ihre Papstvisite am Samstag in protokollarisch-züchtiges Schwarz gehüllt, Bachelet als be­ken­nen­de Agnostikerin verzichtete aber im Gegensatz zu Fernández auf eine Verschleierung. Der Besuch im Vatikan diente der Erinnerung an den vor 25 Jahren hier unterzeichneten “Freundschafts- und Frie­dens­ver­trag” zwischen Argentinien und Chile, der die endgültige Beilegung des Beagle-Konflikts bedeutete. Benedikts Vorgänger Johannes Paul und der italienische Kardinal Antonio Samorè hatten seit 1979 zwischen den verfeindeten Militärjuntas vermittelt.

Nachdem Bachelet und Fernández jeweils eine Viertelstündchen mit dem Papst geplaudert und in den einstigen Verhandlungsräumen eine Ge­denk­ta­fel enthüllt hatten, auf denen sie – offenbar latinisiert – als “Mi­cha­ela” und “Christina” verewigt worden waren, gab die chilenische Prä­si­den­tin der Presse zu Protokoll, dass “Chile ein Land ist, welches bei Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn immer… weiter lesen

15.10.2009 von Claudius Prößer
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¡Santo Ya!

von Claudius Prößer

Mit dem heutigen 1:0 gegen Ecuador hat sich die bereits für die WM-Teil­nahme qualifizierte chilenische Nationalmannschaft noch einen run­den Abschluss der eliminatorias gegönnt. Auf Platz zwei der Liste hat sich die Roja hochgearbeitet, nur ein hauchdünner Punkt trennt sie von den Brasilianern. Nach zwölf Jahren endlich wieder vom Weltmeistertitel träumen! Natürlich wird jetzt gefeiert.

Einer, der nach Ansicht vieler Chilenen ein gerüttelt Maß an Ver­ant­wor­tung für diesen Erfolg trägt, ist Trainer Marcelo Bielsa. Dieser Ta­ge dürfte sich der Argentinier kaum auf die Straße wagen: Man würde ihm am liebsten ununterbrochen die Füße küssen dafür, eine junge Mannschaft ohne Stars wie Marcelo Salas oder Iván Zamorano mit liebevoller Strenge und bedingungsloser Hingabe an den Fußball zu einem Team aufgebaut zu haben, das verblüffend gut funktioniert. So groß ist die Hingabe des rosarino, wie ihn die Presse nach seiner Heimatstadt Rosario gerne nennt, dass man ihn seit August… weiter lesen

25.09.2009 von Claudius Prößer
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Superpapa ante portas

von Claudius Prößer
Katholiken alle Länder, aufgehorcht: Chile kann bald einen Weltrekord ver­mel­den – die größte Karol-Wojtyla-Statue aller Zeiten. Errichtet werden soll das 13,5 Meter hohe Ungetüm (7,5 Meter Bronze-Papst, 6 Meter Sockel) ausgerechnet am Rande von Bellavista, dem Künstler- und Bo­he­me­vier­tel von Santiago . Seit die private Initiative vor wenigen Tagen pub­lik wur­de, regt sich freilich allenthalben Protest gegen den superpapa (so der Pub­li­zist Cristián Warnken im Blog des “Mercurio”).

Hintergrund des Aufstell-Papstes, der einem anderen religiösen Wahr­zei­chen Santiagos, der Marienstatue auf dem Gipfel des San-Cris­tó­bal-Bergs, Konkurrenz machen wird, ist die Umstrukturierung des Viertels, in dem zwei private Hochschulen ihre Hauptquartiere be­zie­hen werden. Die beiden Universitäten – die Universidad San Sebastián und die Universidad Andrés Bello – sollen zusammen mit der tra­di­tions­rei­chen Jurafakultät der Universidad de Chile, die hier seit vielen Jahr­zehn­ten residiert, rund 7.000 Studenten anlocken und neben dem Bar­rio República ein weiteres Hochschulviertel in der… weiter lesen

20.08.2009 von Claudius Prößer
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Sex, Lügen und Katechismus

von Claudius Prößer
Ein Heiliger der ganz besonderen Art: Marcial Maciel (Foto: dpa)


Um eine besonders unappetitliche Mischung aus Katholizismus, Per­so­nen­kult und Kindesmissbrauch ging es gestern Abend im chi­le­ni­schen Fernsehen: Der staatliche Sender TVN brachte eine Re­por­ta­ge über die Opfer von Marcial Maciel, dem Gründer der “Legionäre Chris­ti”. Der Mexikaner Maciel (1920-2008) hatte den streng kon­ser­va­ti­ven Orden im Jahr 1941 in Mexiko-Stadt gegründet, heute ist er in über 20 Ländern vetreten, über 600 katholische Priester gehören ihm an. Untrennbar mit der Kongregation verbunden ist die Laienbewegung “Regnum Christi” mit mehr als 60.000 Mitgliedern.

Der charismatische und ausgesprochen papsttreue Maciel führte indes ein Doppelleben. Seit den 60er-Jahren kursierten Gerüchte über sexuellen Missbrauch an Minderjährigen in den Schulen des Ordens – Gerüchte, die sich viel später bestätigen sollten. Da der Mexikaner hohes Ansehen bei Johannes Paul II. genoss – die Legionäre galten als die neue, schlagkräftige Truppe des Vatikans -,weiter lesen

10.07.2009 von Claudius Prößer
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Hormoneller Aufruhr

von Claudius Prößer
Wer dieser Tage beim Zappen im Programm des chilenischen Ab­ge­ord­ne­ten­hau­ses landet, wähnt sich in einem Seminar der Re­pro­duk­tions­medizin. Der Gesundheitsausschuss hat Experten zur Anhörung geladen – durch die Bank Männer -, die in länglichen Po­wer­points den Mens­tru­ationszyklus zerpflücken und Kurven hor­mo­nel­ler Ausschüttungen interpretieren. Dabei geht es nur um eine Fra­ge: Ist die “Pille danach” eine “Abtreibungspille” oder nicht?

Hintergrund dieses Tuns ist der erbitterter Kampf der katholischen Ul­tra­rech­ten gegen das Hormon Levonorgestrel, das etwa unter dem Mar­ken­na­men “Postinor 2″ Schwangerschaften auch noch nach un­ge­schütztem Geschlechtsverkehr verhindern kann. Der Wirkstoff bzw. die entsprechenden Präparate sind fast in jedem Land der Welt erhältlich, die WHO empfiehlt ihre Rezeptfreiheit als probates Mittel zur Vorbeugung ungewollter Schwangerschaften.

In Chile, wo Abtreibung selbst dann unter Strafe steht, wenn die Frau ver­ge­wal­tigt wurde oder durch die Schwangerschaft gesundheitlich ge­fähr­det ist, hat eine Gruppe rechter Parlamentarier im vergangenen Jahr eine Beschwerde eingereicht, der dasweiter lesen

14.12.2008 von Gerhard Dilger
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Munterer Papstkritiker

von Gerhard Dilger

Leonardo Boff hat heute seinen 70. Geburtstag gefeiert.

“Immer wieder neu kreativ zu sein, im wunderbaren Durcheinander zwischen der profanen Wirklichkeit und dem religiösen Denken – das macht mir am meisten Spaß.” Nichts liegt Boff, der sich als “franziskanischen und ökumenischen Katholiken” definiert, ferner als der Gedanke an den Ruhestand. “Bis zum Jüngsten Gericht werde ich für Gerechtigkeit kämpfen”, versichert der Befreiungstheologe.

Genézio Darci Boff wurde 1938 als Enkel italienischer Einwanderer in Concordia im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina geboren. Den Namen Leonardo nahm er in einem franziskanischen Priesterseminar an. Von 1965 bis 1970 studierte und promovierte er in München.

Der erste große Einschnitt in seinem Leben war seine Rückkehr nach Brasilien. Im Amazonasgebiet musste der frischgebackene Doktor der Theologie erfahren, dass die dort lebenden Menschen mit “dem hochgescheiten Zeugs aus Deutschland” nichts anfangen konnten. In Petrópolis bei Rio de Janeiro, wo er bis heute lebt, schrieb Boff anschließend das… weiter lesen

12.12.2008 von Claudius Prößer
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Unrein & begeistert

von Claudius Prößer

“Dieser Tage erleben wir eine große Aufregung, Schwestern und Brüder, weil diese Frau zu Besuch kommt, die mit unglaublicher Dreistigkeit eine verrückte Begeisterung entfacht und unzüchtige, unreine Gedanken weckt. Aber die Unreinheit ist eine Kränkung Gottes und ein Schandfleck auf unserem Herzen.” So weit der bereits im vorangegangenen Post zitierte Kardinal Jorge Medina. Mit “dieser Frau” meint er natürlich Ma­donna, und seine Analyse stimmt insofern, als die Begeisterung für die reina del pop in Chile tatsächlich keine Grenzen kennt.

Aus den entferntesten Winkeln des langen Landes sind ihre Verehrer angereist, manche haben laut Presseberichten ihren Job dafür ge­schmissen, andere kampierten schon vor dem Eingang des Na­tio­nal­stadions, als die Sängerin sich noch in Buenos Aires von ihren dor­ti­gen vier Sticky-&-Sweet-Auftritten erholte. Hier eine hübsche Bil­der­ga­le­rie der eingefleischten Fans.

In allen möglichen Internetforen wird nun über das gestrige erste von zwei

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