Ein Jahr ist seit dem Weltgipfel der Voelker zum Klimawandel in Tiquipaya vergangen. Zu dem dort postulierten Recht der Mutter Erde, frei von Chemiemuell zu sein, haben sich in Tiquipaya seitdem vor allem Kinder engagiert. … weiter lesen
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Boliviens Widerstand auf dem Weltklimagipfel gründet auf dem ökosozialistischen Programm der Regierung Morales
Von Jürgen Vogt und Elvira Treffinger
Es war nach Mitternacht, und der Weltklimagipfel schon Stunden über der Zeit, als Pablo Solón stur bei seinem Nein zu den vorgelegten Kompromissen blieb: Wieder und wieder betonte der bolivianische UN-Botschafter: “Es gibt keinen Konsens.” Bolivien könne keiner Vereinbarung zustimmen, die den Untergang der Erde und der Menschheit bedeute.
Die Delegierten aus 194 Ländern in Cancún hielten den Atem an: Würde die mühsam errungene Einigung einzig und allein an Bolivien scheitern? Die Regierung des südamerikanischen Landes verfolgt seit Jahren einen ökologisch-sozialistischen Kurs. Präsident Evo Morales geißelt Luxus und Verschwendung, fordert Klimagerechtigkeit “für die Völker der Welt”.
Evo Morales und Pablo Solón im April auf dem Alternativen Klimagipfel von Cochabamba
In Cancún stand Bolivien… weiter lesen
Fundierte Berichterstattung vom Klimagipfel in Cancún liefert das Klimaretter.info-Team. Hübsch: das Treffen von Ecuadors Präsident Rafael Correa und dem 13-jährigen Aktivisten Felix Finkbeiner.
Zuvor hatte Correa für die Yasuní-ITT-Initiative geworben, durch die Ecuador die Förderung von Erdöl im Regenwald verhindern möchte. Gegenüber Democracy Now! äußerte er sich über den Entzug von US-Mitteln nach dem Kopenhagener Klimagipfel und zum umstrittenen Waldschutzmechanismus REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation).
Schade, dass man langatmige Erklärungen nicht durch Dichtung überflüssig machen kann! So, wie es der nigerianische Aktivist Nnimmo Bassey auf dem alternativen Klimagipfel in Cochabamba vorgetan hat.
Die Essenz des “Abkommens der Völker” nahm er bereits in seinem Gedicht I will not dance to your beat vorweg:
I will not dance to your beat
If you call plantations forests
I will not sing with you
If you privatise my water
I will confront you with my fists
If climate change means death to me but business to you
I will expose your evil greed
If you don’t leave crude oil in the soil
Coal in the hole and tar sands in the land
I will confront and denounce you
If you insist on carbon offsetting and other do-nothing false solutions
I will make you
Neben dem Kollegen Gerhard Dilger, der für die taz vom Klimagipfel in Cochabamba berichtet, schreibt Tadzio Müller von Climate Justice Action, der auch in der Stadt des ewigen Frühlings weilt, ein Blog auf bewegung.taz.de
Weiterhin unbedingt lesenswert zum Thema: die tägliche Berichterstattung des Democracy Center, ebenfalls direkt aus Cochabamba.
Ehe es nächste Woche in Cochabamba losgeht mit der «Weltkonferenz der Völker zum Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde», kann man heute abend in Berlin schon mal mit dem Botschafter Boliviens über den Klimagipfel diskutieren:
Im Haus für Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, um 19.00 Uhr bei der Veranstaltung “Cochabamba statt Kopenhagen?”, organisiert von der der Rosa-Luxemburg-Stiftung.




