Posts Tagged ‘Marina Silva’

30.11.2011 von Gerhard Dilger
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Die Lieben, das Böse und die Guten

von Gerhard Dilger

Mit großem Geschick kämpft die brasilianische Ökologiebewegung gegen die drohende Aufweichung des Waldgesetzes. In Brasília übergaben UmweltschützerInnen gestern nach einer Kundgebung 1,5 Millionen Unterschriften zur Verteidigung des bestehenden Gesetzes an Präsidialamtsminister Gilberto Carvalho. Zugleich gelang es dem Senator Randolfe Rodrigues von der linksoppositionellen Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL), die Endabstimmung im Oberhaus des Parlaments unter Verweis auf die Geschäftsordnung um eine Woche hinauszuzögern.

Die Lieben: Kinder sagen Nein zur Verstümmelung des Waldgesetzes

Die frühere Umweltministerin Marina Silva führte den Protest an. Carvalho, ein enger Vertrauter von Präsidentin Dilma Rousseff, habe zugesichert, die Staatschefin werde ihr Versprechen aus dem Wahlkampf 2010 einhalten, erklärte Silva. Demnach will Rousseff keiner Neuregelung zustimmen, die eine Amnestie für Waldzerstörer enthält und die weitere Regenwaldrodung begünstigt.

Das Böse: Kátia Abreu, Vorsitzende des Farmerverbandes CNA und Senatorin

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24.08.2010 von Gerhard Dilger
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Grüne Wahlkampfhilfe aus Brüssel

von Gerhard Dilger

Daniel Cohn-Bendit möchte Brasiliens grüner Präsidentschaftskandidatin Marina Silva unter die Arme greifen. Das erzählte er gestern in einer Pressekonferenz in Porto Alegre. Abends hielt er in der Reihe “Grenzen des Denkens” eine Rede über alte und neue Utopien.

Die Wahlsiege linker Präsidenten in Lateinamerika erklärte er mit  Wunsch der Bevölkerung nach einer “starken Regulierung der Globalisierung”, wenig Verständnis zeigte er für die Wachstumseuphorie Lulas oder auch die  “antiamerikanische Fixierung” der venezolanischen Regierung.

In seine tour d’horizon durch die Weltpolitik streute er einen Hinweis auf das “zwei Millionen Mal aufgerufene” You-Tube-Video seiner Griechenland-Rede im Europäischen Parlament ein.

Wie Cohn-Bendit streben Marina Silva und sein brasilianisches Pendant Fernando Gabeira, der Gouverneur des Bundesstaates Rio werden will, nicht mehr an als einen grünen Umbau des Kapitalismus. Für viele Linke macht sie das im Oktober unwählbar, vor allem in Rio, wo sich Gabeira auf ein Bündnis mit… weiter lesen

12.01.2010 von Gerhard Dilger
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Lula hebt ab

von Gerhard Dilger

Höher geht´s nimmer: Le Monde und El País ernannten ihn im Dezember zum Mann des Jahres 2009, die Financial Times immerhin zur elfwichtigsten Persönlichkeit der Nullerjahre: Sieben Jahre nach seinem umjubelten Amtsantritt wird Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva umschwärmt wie noch nie.

Lula mit Wunschnachfolgerin Dilma Rousseff

Auch in seiner Heimat ist Lula  – der Name ist eine Koseform von Luiz und hat anderslautenden Gerüchten zum Trotz nichts mit mit dem gleichnamigen Tintenfisch zu tun – populärer denn je: Für die BrasilianerInnen ist er Vertrauenswürdigste im ganzen Land, will das Umfrageinstitut Datafolha anhand einer Liste von 22 Männern und fünf Frauen herausgefunden haben, die zudem fast alle weiß sind.

Auf den vorderen Rängen folgen Nachrichtensprecher William Bonner, der einmal verriet, als idealen Gesamtzuschauer stelle er sich einen brasilianischen Homer Simpson vor, dann der katholische Charismatiker Marcelo Rossi und Schnulzenkönig… weiter lesen

27.01.2009 von Gerhard Dilger
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Weltsozialforum: Kuscheln statt streiten?

von Gerhard Dilger

Ein zentrales Thema des Weltsozialforums in Belém wird Amazonien sein. Auch auf dem “Forum über Theologie und Befreiung”, das am Sonntag zu Ende ging, drehten sich viele Aktivitäten um die bedrohliche Lage für Mensch und Natur in der Neun-Länder-Region. Im Foyer wurde an die Ordensfrau Dorothy Stang erinnert, die ihren Einsatz für brasilianische Kleinbauern 2005 mit dem Leben bezahlte.

Stargast war der 70-jährige Befreiungstheologe Leonardo Boff, der klarsichtig die Krise Amazoniens und der Welt analysierte. “Das Weltsozialforum muss Druck auf die brasilianische Regierung ausüben, damit sie eine klare Amazonienpolitik entwickelt”, sagte er in einem Interview. Bislang gebe es nur punktuelle Maßnahmen gegen die Waldzerstörung, aber keinen kohärenten Plan, kritisierte Boff: “Wir brauchen keinen Plan zur Beschleunigung des Wachstums, sondern zur Integration und zum Erhalt Amazoniens.”

Doch bei seinen öffentlichen Auftritten zeigte sich eine Schwäche, die viel mit der politischen Kultur der lateinamerikanischen Linken zu tun hat: Kontroverse Debatten… weiter lesen