Posts Tagged ‘Santiago’

16.10.2011 von Gerhard Dilger
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Der 15.10. in Chile – und in Porto Alegre

von Gerhard Dilger

Auf den Demonstrationen in Lateinamerika war neben den indignad@s , den “Empörten” aus Spanien, der chilenische Frühling der wichtigste Bezugspunkt.

Fotos: Der 15.10.11 in Porto Alegre

Chile ist auf dem Subkontinent derzeit die Hochburg systemkritischer Proteste.

Gestern gingen wieder Zehntausende auf die Straße. In Santiago zogen über 30.000 vom Hauptgebäude der staatlichen Universität von Chile, das seit vier Monaten besetzt ist, in einem bunten Festzug über die Prachtallee Alameda zum O’Higgins-Park.

“Echte Demokratie jetzt!”

Neben SchülerInnen und Studierenden waren viele Familien und auch RentnerInnen unterwegs. “Wir sind Opfer eines gewalttätigen und unmenschlichen Wirtsschaftssystems”, sagte die Lehrerin Edelmira Pacheco.

“Wir wollen 10 Prozent des BIP für öffentliche Bildung”

Thematische Schwerpunkte setzten die Demonstranten an mehreren “Stationen”: Dort inszenierten sie ihre Forderungen… weiter lesen

11.08.2011 von Benjamin Kiersch
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500,000… und täglich werden es mehr…

von Benjamin Kiersch

Gestern war ein wunderschöner Frühlingstag in Santiago, und 150,000 Schüler und Studenten nutzten die Gelegenheit zu einem Spaziergang durch das Stadtzentrum. In ganz Chile gingen an die 500,000 Personen auf der Strasse, um für ein faires und besseres Bildungssystem zu demonstrieren.

Einige Highlights des Frühlingstags:

-> Auch zahlreiche Schüler elitärer Privatschulen spazierten mit und zeigten ihre Solidarität mit den Forderungen der Bewegung,  nach dem Motto “Unser Privileg ist Euer Recht”. Im Saint George College fiel der Unterricht aus, um den Schülern die Teilnahme an der Demonstration zu ermöglichen. Auch an der Deutschen Schule Santiago solidarisierten sich in einer Befragung immerhin 56 % der Schüler mit den Protesten.

-> Am Abend war im Zentrum Santiagos, wie schon am vergangenen Donnerstag, ein beeindruckendes Konzert von Tausenden Kochtöpfen zu hören, die an offenen Fenstern und auf der Strasse geschlagen wurden. Bizarrerweise ging die Polizei an manchen Orten mit Tränengasweiter lesen

05.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Santiago im Regen

von Benjamin Kiersch

Gestern wurde das Zentrum Santiagos erneut Zeuge einer Grossdemonstration der Regierung, die mit immer verzweifelteren Mitteln versucht, mit Gewalt statt Dialog den Konflikt um die Bildungsreform in Chile zu lösen: Statt Hunderttausend friedlicher Studentinnen noch wie vor ein paar Wochen legten diesmal Tausende Polizisten in Nahkampfuniform den Verkehr in der Innenstadt lahm, spritzen wahllos mit Wasserwerfern umher und brachten Passanten mit Tränengas aus der Fassung.

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Dieses Staatstheater wird der Merheit der Chilenen langsam zu viel: Laut einer gestern veröffentlichen Umfrage des respektablen Centro de Estudios Públicos sind inzwischen 53 Prozent der Bevölkerung mit  Präsident Piñera unzufrieden. Nur noch 26 % unterstützen die Regierung. Damit ist Piñera der unbeliebteste Präsident seit der Rückkehr Chile zur Demokratie im Jahr 1991.

Bald dazu mehr hier und auf taz.de.

06.07.2011 von Benjamin Kiersch
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Chile: Hunderttausende verlieren die Geduld

von Benjamin Kiersch

Wie Kollege Dilger bereits in der taz vom Freitag berichtete, war das Zentrum von Santiago am vergangenen Donnerstag Zeuge der größten Demonstration in Chile seit der Rückkehr zur Demokratie vor 22 Jahren. Hundertfünfzigtausend Schülerinnen, Studenten, Lehrer und Professoren zogen über die Alameda, um für eine Reform des Bildungssystems zu demonstrieren. Unter den Demonstrierenden waren auch Schüler privater Eliteschulen wie dem Saint George College, die sich mit den Protesten solidarisieren. Auch in anderen Städten machten Tausende Schüler und Studentinnen mit kreativen und bunten Protesten auf ein drängendes Problem der chilenischen Gesellschaft aufmerksam: Im Zentrum der ihrer Forderungen stehen die Chancengleichheit in der Bildung, die Verbesserungen der prekären Verhältnisse in den öffentlichen Schulen, sowie eine staatliche Unterstützung der Universitäten.

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Auch im Internet gibt es viele kreative Formen des Protests, wie das folgende Video zeigt, eine Parodie auf einen Werbespot für ein beliebtes koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk:

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25.11.2010 von Claudius Prößer
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Valech tot

von Claudius Prößer

Am Mittwoch (24.11.) ist Sergio Valech in Santiago de Chile im Alter von 83 Jahren gestorben. Valech, katholischer Bischof im Ruhestand, hatte sich nach dem Putsch 1973 im Kampf für die Menschenrechte verdient gemacht. Von 1987 bis 1992 leitete er die Vicaría de la Solidaridad, eine Einrichtung der Kirche, die Opfern von Menschenrechtsverletzungen rechtlichen und menschlichen Beistand leistete (mehr hier). In dieser Funktion weigerte er sich standhaft, von der Vicaría gesammelte Daten der Militärjustiz zu überlassen. Die Regierung von Ricardo Lagos ernannte ihn später zum Vorsitzenden einer Kommission, die schwere Menschenrechtsverletzungen, insbesondere Fälle von Folter, in den Jahren der Diktatur untersuchte – nach ihm auch “Valech-Kommission” genannt. Im Jahr 2004 legte sie ihren Bericht vor: ein Dokument von kaum zu überschätzender Bedeutung für die Aufarbeitung der jüngsten chilenischen Vergangenheit (neben dem “Rettig-Bericht” von 1991, der die Todesopfer des Pinochet-Regimes auflistete).

Präsident Piñera weiter lesen

14.04.2010 von Claudius Prößer
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Kein Check-in für den Dichter

von Claudius Prößer

Man sollte der chilenischen Rechten dankbar sein: Ihre Fraktionen im chilenischen Abgeordnetenhaus haben mit den Ex-Christdemokraten der PRI gegen eine Umbenennung des Flughafens von Santiago in Aeropuerto Internacional Pablo Neruda gestimmt. Es waren 44 Stimmen gegen 38 von Vertretern der Concertación, den drei Kommunisten sowie zwei Abgeordneten der rechten RN, die es offenbar doch nicht für eine so schlechte Idee hielten, den Heimatflughafen von LAN Airlines auf den Namen des chilenischen Dichterfürsten zu taufen. Die Initiative war im Jahr 2004 von Abgeordneten der Concertación auf den Weg gebracht worden.

Die sind jetzt natürlich sauer: “Die Rechte hat ideologische Vorurteile und will nicht verstehen, dass Figuren wie Neruda Weltbürger sind”, befand der sozialistische Abgeordnete Alfonso De Urresti, der die Vertreter der rechten Allianz für Chile aufforderte, sich endlich “weiterzuentwickeln”. Natürlich kam die Attacke postwendend zurück: Eine “kleingeistige Debatte” sei das, fand der Fraktionschef der rechten UDI, Patricio Melero:… weiter lesen

07.01.2010 von Claudius Prößer
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Sauber und gebrochen

von Claudius Prößer

Clip ansehen: aufs Bild klicken Ein Mann kommt an am Flughafen von Santiago, zusammen mit seinem kleinen Sohn. Sie besteigen ein Taxi, später die U-Bahn. Gemeinsam staunen sie über die moderne Stadt, in der die Autobahn aus Platzgründen unter den Fluss gelegt wurde und die metro sauberer ist als zuhause in … Berlin. Am Ende will der neugierige Junge die Moneda betreten, den Ort wo Allende starb und Pinochet regierte, der Vater erschrickt und will ihn aufhalten, aber dann sagt die freundliche junge Dame, die den Präsidentenpalast gerade verlässt, dass der Lucas natürlich gerne hineindarf. So sehr hat sich Chile verändert.

Die rührende kleine Geschichte ist Teil des aktuellen Wahlkampfspots von Eduardo Frei. Richtig ist, dass Santiago in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen gewaltigen Modernisierungsschub durchgemacht hat. Dass die Stadt wächst und brummt und glänzt (wenn auch nicht an allen Stellen). Und dass

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16.06.2009 von Claudius Prößer
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Wege zum Radfahren

von Claudius Prößer

Als ich 1991 zum ersten Mal auf einem Fahrrad durch Santiago de Chile fuhr, war es reine Glücksache, dass ich mein Ziel lebendig erreichte. Nicht nur war das Rad kaum verkehrstüchtig – die Autofahrer nahmen nicht die geringste Rücksicht auf Nichtmotorisierte. Ent­spre­chend oft be­geg­nete man anderen Radlern: praktisch nie.

Knapp zwanzig Jahre später ist das Radfahren immer noch kein Mas­sen­phä­nomen, aber trotzdem hat sich, zumindest in Santiago, eine Menge ge­tan. Zu­sam­men mit den zarten Ansätzen einer zweiradgerechten Infrastruktur ist auch ein neues Bewusstsein für die Vorzüge des Fahrrads gewachsen, das früher, wenn überhaupt, als Arme-Leute-Verkehrsmittel galt. Jetzt bekommt es langsam das Image, das es verdient: billig, sauber, gesund – und im Berufsverkehr dem Auto oft überlegen. Ihr Verdienst daran haben Vereine wie Bicicultura, die für eine fahrradfreundliche Gesetzgebung kämpfen, Radfestivals organisieren und das Leitbild einer ciudad ciclable (also einer fahrradgerechten Stadt) propagieren.… weiter lesen

09.03.2009 von Claudius Prößer
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Contreras entdeckt die Menschenrechte

von Claudius Prößer
Zynismus oder späte Einsicht? Manuel Contreras, der zu mehreren hun­dert Jahren Haftstrafe verurteilte Geheimdienstchef Pinochets, legt beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) Be­schwer­de ein. Wie am Samstag bekannt wurde, wird Contreras’ An­walt 25 Fälle präsentieren, in denen die Menschenrechte seines Man­dan­ten mut­maßlich verletzt wurden – von der Einmischung von Re­gie­rungs­ver­tre­tern in die Gerichtsbarkeit bis hin zur Tatsache, dass man den einstigen DINA-Chef in mehreren Fällen wegen Entführung ver­ur­teilt habe, die Opfer aber nie aufgetaucht seien. Genau diese Kon­struk­tion der “permanenten Entführung” in den Fällen von Ver­schwun­de­nen gab Richtern in den Neunzigerjahren erst die Mög­lich­keit, das von Pinochet erlassene Amnestiegesetz zu umgehen.

“Es war höchste Zeit, dass Contreras mitbekommt, dass die Men­schenrechte existieren, nachdem er sie selbst jahrelang sys­te­matisch verletzt hat”, kommentierte Regierungssprecher Francisco Vi­dal die Ankündigung. “Chile kann stolz darauf sein, dass der Chef der Ge­heim­polizei der Diktatur noch 333 Jahre absitzen muss.”
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12.12.2008 von Claudius Prößer
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Unrein & begeistert

von Claudius Prößer

“Dieser Tage erleben wir eine große Aufregung, Schwestern und Brüder, weil diese Frau zu Besuch kommt, die mit unglaublicher Dreistigkeit eine verrückte Begeisterung entfacht und unzüchtige, unreine Gedanken weckt. Aber die Unreinheit ist eine Kränkung Gottes und ein Schandfleck auf unserem Herzen.” So weit der bereits im vorangegangenen Post zitierte Kardinal Jorge Medina. Mit “dieser Frau” meint er natürlich Ma­donna, und seine Analyse stimmt insofern, als die Begeisterung für die reina del pop in Chile tatsächlich keine Grenzen kennt.

Aus den entferntesten Winkeln des langen Landes sind ihre Verehrer angereist, manche haben laut Presseberichten ihren Job dafür ge­schmissen, andere kampierten schon vor dem Eingang des Na­tio­nal­stadions, als die Sängerin sich noch in Buenos Aires von ihren dor­ti­gen vier Sticky-&-Sweet-Auftritten erholte. Hier eine hübsche Bil­der­ga­le­rie der eingefleischten Fans.

In allen möglichen Internetforen wird nun über das gestrige erste von zwei

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