Archive for August, 2007

31.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Im Plattenladen im Juli (2): Ash, What´s so funny about…ZickZack

von Christian Ihle & Horst Motor

Ash – Twilight Of The Innocents

„The world has turned and left me here“ sangen Ashs musikalische Brüder im Geiste Weezer im Jahr 1994. Genau diese Zeile beschreibt Ashs Problem in 2007: die drei Nordiren waren eine der fantastischsten Single-Bands der Mitt90er, die Buzzcocks des Britpops, die darüber hinaus auch noch zwei brillante Langspielplatten mit dem Debüt „1977“ sowie Drittwerk „Free All Angels“ veröffentlichten, aber nun sehen müssen, dass ihr Teenagerpunkpop über Sommer, Girls und was sonst noch die Adoleszenten unter uns bewegt, mit Anfang 30 irgendwie schal wirkt. Natürlich ist auch auf „Twilight Of The Innocents“ immer noch die eine oder andere unumstößliche Ash-Hymne zu finden, aber auf Albumlänge bleibt wie bereits beim Vorgängeralbum der Eindruck zurück, dass hier eine Band am Ende ihres Weges angekommen ist. Wollen sie diesen tatsächlich weiter beschreiten, wird er sie geradewegs in die Bedeutungslosigkeit führen. (Christian Ihle)

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30.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (28): Dirk Peitz (Süddeutsche Zeitung)

von Christian Ihle & Horst Motor

“Es ist, Dirk Peitz, doof, aber leider wahr: Wie ein Popjournalist aussieht, erkennt man meistens daran, wie er über Mädchen schreibt: »Es ist doof, aber leider wahr: Wie eine Band ist, erkennt man meistens daran, wie die Mädchen beim Konzert in der ersten Reihe aus­schauen. Es gibt Dicke-und-häßliche-Mädchen-Bands (Tokio Hotel), Dicke-und-traurige-Mädchen-Bands (Coldplay), Dünne-und-häßliche-Mädchen-Bands (alles mit Rock’n’Roll). Und es gibt Bands wie Rooney«, deren erste Reihe derart atemberaubend besetzt sei, daß Sie, wenn wir Ihr trübes Textlein in der Wochenend-SZ richtig verstanden haben, beim nächsten Konzert der Band dort ebenfalls zum Schieben, Drängeln und Drücken bereitstünden. Was aber machen Sie, Peitz, wenn diese Spitzenweiber keine Lust darauf haben, sich von einem Popjournalisten des Typs Dicker-und-hornbrilletragender- Glatzkopf (Süddeutsche Zeitung) nach Junggesellenstammtischart durchkategorisieren und anschließend die Hucke vollschwitzen zu lassen? Die wenigen Resthaare ausraufen? Eine dickere Hornbrille kaufen? Oder noch mehr essen?”

Dirk Peitz

(Titanic)

Ein Dankeschön für diese Schmähkritik an Sven!

27.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (27): M.I.A.

von Christian Ihle & Horst Motor

“Die Begeisterung für M.I.A. ist eben ein klassischer Fall von Radical Chic, aus M.I.A. wird so etwas wie die weibliche Eine-Welt-Version von 50 Cent: Er hat sich im Ghetto neun Kugeln eingefangen, sie hat ein Jahrzehnt Bürgerkrieg überlebt. Echter, härter, schlimmer geht’s nicht mehr im Leben. Musikalisch schlimmer auch kaum. “Arular” ist eigentlich unhörbar. Außer man mag nervtötend synkopierte Billigbeats und nervtötend nöligen Rap, roh und holprig zusammengeklatscht.
Genau so klingt auch das neue M.I.A.-Album “Kala”, das diesmal nach Arulpragasams Mutter benannt ist, ansonsten aber “Arular” plus Bollywood-Disco ist. Mittlerweile gehört auch Timbaland zu den Bewunderern, er produzierte einen Track für “Kala”. Der klingt noch mehr nach Fließband als seine aktuellen Produktionen für Nelly Furtado und Nicole Scherzinger.”

(Dirk Peitz, Süddeutsche Zeitung)

21.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Album des Monats Juli / Platz 1: Tocotronic – Kapitulation

von Christian Ihle & Horst Motor

Tocotronic sind einen weiten Weg gegangen und das wohl erstaunlichste ist, dass sie immer noch weiter marschieren. Vor einer popkulturellen Ewigkeit, in der ersten Hälfte der 90er Jahre, begannen die drei (Wahl-)Hamburger eine neue deutsche Popmusik zu erfinden, die sich musikalisch gleichwohl am Indie-Rock aus Amerika wie dem Punk Englands orientierte, aber so direkt und ungezwungen wie niemand zuvor deutsche Texte darüber dichtete. Ironie, dass gerade Tocotronic, deren große Leistung neben vielen wundervollen Liedern und Melodien eben gerade im Umgang mit der deutschen Sprache lag, sich bis heute vehement gegen „Deutschland“ als Prinzip stellen und sich so sämtlichen Vereinnahmungsversuchen eines neuen Deutschlands entziehen konnten.
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19.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Schmähkritik (26): Coldplay

von Christian Ihle & Horst Motor

“(…) Coldplay, the most insufferable band of the decade (…) the lyrics can make me wish I didn’t understand English.”

(Jon Pareles, New York Times)

17.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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b-Movie-Heaven (10): Assault on Precinct 13 – Anschlag bei Nacht

von Christian Ihle & Horst Motor

Heute: Assault On Precinct 13 (USA, 1976. Regie: John Carpenter)

Ausstrahlungstermin: Heute nacht, 17. August, 1.40 – Tele5.

Assault On Precinct 13

Tagline: “A White Hot Night of Hate!”

John Carpenter ist eine b-Movie-Ikone. Ihm gelang in den späten 70ern, frühen 80ern der Sprung in die erste Liga Hollywoods, doch die letzten 20 Jahre waren von einem kontinuierlichen Abstieg in die B- und C-Klasse des Filmgeschäfts geprägt.
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15.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Ein neues Tief für Online- Journalismus: Spiegel Online schlägt zu

von Christian Ihle & Horst Motor

SpiegelOnline kann so schöne Seiten haben: es ist immer recht aktuell, man kann den einen oder anderen vernünftig recherchierten Artikel vorab im Internet lesen, die Themenauswahl weist eine deutlich breitere Aufstellung auf als die Printausgabe es zu leisten vermag, Jan Wigger schreibt seine Platten-Kritiken…

…aber für alles Gute und Schöne muss man auch viel Unsinn ertragen, der in Teilen so weit reicht, dass die Online-Ausgabe des Spiegel beginnt, die Reputation der Printausgabe zu beschädigen.

Muss man wirklich einem SpiegelOnline-Redakteur zuschauen, wie er in Second Life unterwegs ist und dort verzweifelt-belustigt Cyber-Sex sucht? Braucht man die chauvinistischen Oberlehrerkommentare aus Bastian Sicks Zwiebelfisch tatsächlich? Ist die breitere Themenauswahl wirklich ein Segen?

Das Spiegel Online Panorama

Denn, ehrlich: was SpiegelOnline im “Panorama”-Teil abfrühstückt, sind die üblichen Luftblasen, die PR-Agenturen von Schauspielern und Sängern produzieren. Willfährig abgeschrieben, ohne Recherche oder Hinterfragen macht sich Spiegel Online zum Handlanger und Multiplikator von Nichtmeldungen. Noch schlimmer: der einmal in der Woche behandelte und dann gerne als “Junkie-Rocker” (könnte die Bildzeitung nicht besser!) betitelte Pete Doherty findet sich mit Berichten wieder, die unabhängig von Wahrheitsgehalt oder Glaubwürdigkeit 1:1 aus den britischen Revolverblättern Daily Mirror oder Sun abgeschrieben sind. Über die ubiquitäre Paris-Hilton-Berichterstattung wird sich an einer Stelle mokiert, ohne aber – wie von Stefan Niggemeier in der FAS schön aufgezählt – sich zu scheuen, 28 Artikel allein im Monat Juni über die Dame zu veröffentlichen. … weiter lesen

14.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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b-Movie-Heaven (9): Rote Sonne

von Christian Ihle & Horst Motor

Heute: Rote Sonne (D, 1969/70. Regie: Rudolf Thome)

Ausstrahlungstermin: Heute nacht, 14. August, 0.45 – Arte.

Rote Sonne

Tagline: “Frei, wild, cool und tödlich.” und “Laßt uns die Männer töten!”

Zur Abwechslung meldet der sich der b-movie-heaven einmal direkt aus Deutschland: wir schreiben das Jahr 1969, in der restlichen Welt ist der Summer Of Love längst in den Herbst der Agonie übergegangen und in Altamont wird der Hippietraum erstochen, doch in Deutschland zieht Uschi Obermaier immer noch zu wenig Kleidungsstücke über.

Regisseur Rudolf Thome war zunächst Filmkritiker für die Süddeutsche Zeitung wie die Berliner Morgenpost und drehte 1968/69 seinen ersten eigenen Spielfilm „Detektive“ mit einer jungen Iris Berben und eben Uschi Obermaier. Bis heute bringt Thome Filme mit seinen Stammschauspieler Hanns Zischler und, vor allem in den jüngsten Jahren, Hannelore Elsner ins Kino, die zumeist jedoch außerhalb der allgemeinen Wahrnehmung laufen.
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13.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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Gallagherisms (6): Noel und das Prinzip Oasis.

von Christian Ihle & Horst Motor

In unregelmäßiger Folge zitiert das Popblog die beiden größten Aphoristiker Großbritanniens, Oasis’ Liam und Noel Gallagher. Des Popblogs Kalendersprüche, wenn man so will.


“You pick up your guitar, rip a few people’s tunes off, swap them around a bit, get your brother in the band, punch his head in every now and again, and it sells.”

(Noel Gallagher)

11.08.2007 von Christian Ihle & Horst Motor
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B-Movie-Heaven (8): Ruhe sanft GmbH

von Christian Ihle & Horst Motor

Heute: Ruhe sanft GmbH (USA, 1964. Regie: Jacques Torneur)

Tagline: “Your favorite creeps together again!” und “They put new life in the undertaking business!”

Ausstrahlungstermin: Heute nacht, 12. August, 4.30 – Kabel 1.

Rufe Sanft GmbH

“Ruhe sanft GmbH” – oder treffender “Comedy Of Terrors” (Originaltitel) – ist eine Horrorfilmparodie der 60er, die die Größen des Genres vereint: Boris Karloff, unsterblich durch Frankenstein, und Vincent Price, der Weltruhm mit den Horrorklassikern “House Of Wax” und “Haunted Hill” erlangte. Beide Vincent-Price-Filme wurden später übrigens in schrecklichen, doch nicht mehr erschreckenden Remakes von Hollywood neu aufgelegt.
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