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vonChristian Ihle & Horst Motor 02.11.2007

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Doch verbal wollte keine Pointe von Snoop Dogg zünden; vielleicht auch deshalb, weil keiner so recht den für seine Wortschöpfungen bekannten US-Rapper verstand. Nach und nach jedenfalls verlor der Künstler, der sich gerne als Pimp feiern lässt, an Geschmeidigkeit. Insgesamt war seine Performance so lässig, wie man sich die Geschäftsführer der Bordell-Kette Pascha bei der Steuerprüfung vorstellt.

Aber immerhin: Snoop Doggs fast schon bürokratisch anmutender Sexismus ist immer noch eine kleine Freude gegen das heillos verkorkste Machotum, was hierzulande so Erfolge feiert. Unappetitlich war es zum Beispiel, mitansehen zu müssen, wie sich deutsche Prominenz um die notorisch leicht bekleidete Nicole Scherzinger, ehemals Tänzerin bei den Pussycat Dolls, balgte.

Die physisch großzügig ausgestattete, aber stimmlich ziemlich unterversorgte Sängerin lieferte mit ihrer leichten Bekleidung so was wie den roten Faden eines Abends, der immer wieder auseinander zu brechen drohte und gefühlte 50 Werbeblöcke beinhaltete. So unternahmen ausgerechnet der grobe Bushido und der zarte Tom von Tokio Hotel vor laufenden Kameras einen Wettstreit darum, wer denn nun Nicole Scherzinger „klarmachen“ würde. Später wurde die Sängerin dann noch in der Altherrenrunde von Dave Grohl befingert.

Zwischendurch immer wieder Auftritte peinlicher Gigantomanie. Die schwule Tanzmaus Mika etwa arrangierte unzählige von Gauklern und Stelzenläufern um sich herum und präsentierte so eine Art Karneval der Kulturen auf LSD. (…) Und Tokio Hotel ließen sich bei der Präsentation ihres Hits „Durch den Monsun“ in englischer Sprache am Ende von einem gigantischen künstlichen Wolkenbruch voll pladdern. Das sah natürlich unfreiwillig komisch aus.“

(Christian Buß, SpiegelOnline)

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