http://blogs.taz.de/popblog/wp-content/blogs.dir/1/files/2018/01/Bildschirmfoto-2018-01-31-um-08.26.47.png

vonChristian Ihle & Horst Motor 03.03.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

MGMT, Operator Please, Tokyo Police Club, The Little Ones…

MGMT

Flaming Lips! Nee, doch nicht. Aber weit entfernt sind MGMT nicht – und das ist natürlich ein Lob. Albumopener „Time To Pretend“ ist bereits jetzt einer der großartigsten Popsongs 2008. Nicht nur dass sie die POPidee von Wayne Coyne Psychedlicaband übernahmen, sie schreiben auch noch wunderbare Texte. Im bereits erwähnten „Time To Pretend“ gelingt es den beiden New Yorkern den Mythos des Rockstartums auf eine traurige Art zu entmystifizieren. Singen sie anfangs noch über die Träume des Starseins „Let’s make some music make some money find some models for wives / I’ll move to Paris, shoot some heroin and fuck with the stars / You, man, the island and the cocaine and the elegant cars“ enden sie den Song mit einem lapidaren „We’ll choke on our vomit and that will be the end / We were fated to pretend“. Tausendmal besser als jeden Tag im Spiegel Online Panorama die Eskapaden von Britney Winehouse nachzulesen.

Anhören!
* Time To Pretend

MySpace

Operator Please

Unverschämt jung! Schon wieder! Und das schönste an der Jugend ist die Unkompliziertheit: bei Operator Please werden so viele Genres durcheinander geworfen und angenehmerweise auch überhaupt nicht über den Unterschied zwischen Pop und Credibility nachgedacht, sondern einfach losgespielt und nebenbei der beste Song über Tischtennis aller Zeiten geschrieben. In eben jenem „Just A Song About Ping Pong“ wie auch in „Crash Tragic“, dessen Lyrics im übrigen so Ramones sind, dass man an eine Joey Ramone Reinkarnation glauben mag („Operator! Operator please! I think my brain has got a disease!“), klingt die Australierin Amandah wie ihre ebenfalls noch blutjunge amerikanische Kollegin Jemina Pearl von Be Your Own PET, die von ihre Eltern im Ballparadies von Ikea vergessen wurde.

Anhören:
* Crash Tragic
* Just A Song About Ping Pong

mySpace

The Little Ones

Auch das ist mal wieder ein Bandname über dessen Großartigkeit sich trefflich debatieren ließe. Doch am Ende ist es wieder egal, wenn die Little Ones dich mit ihrer Mischung aus Indierock-Gitarren und bababa-Harmonien einwickeln. Die Shins via die Beach Boys oder weniger dick aufgetragene Magic Numbers sind die Referenzkarten, die man ziehen darf.

Anhören!
* Lovers Who Uncover
* Cha Cha Cha

MySpace

Tokyo Police Club

Tokyo Police Club wären um Haaresschärfe bereits in der letztjährigen Liste aufgenommen worden, aber da sich die Kanadier so viel Zeit mit ihrem Debütalbum lassen, sind sie eben 2008 dran. Ihr Sound ist im besten Sinn dünn, die Drums stehen in der Fabrizio-Moretti-Tradition und die Gitarren erinnern an die Zeit als Bloc Party noch gut waren.

Anhören!
* Citizen Of Tomorrow
* Cheer It On

Indiepedia
MySpace

(alle Texte: Christian Ihle)

Weiteres:
Teil 1: I Predict A Riot 2008: Pop!
Teil 2: I Predict A Riot 2008: Singer & Songwriter
Teil 3: I Predict A Riot 2008: aus deutschen Landen
Teil 4: I Predict A Riot 2008: New Rave et al.
Teil 5: I Predict A Riot 2008: Willkommen im Untergrund
Teil 6: I Predict A Riot 2008: Brit Guitar

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2008/03/03/2008-i-predict-a-riot-teil-6-gitarren-all-over-the-world/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • ich finde sie sind eine singles band: Just A Song About Ping Pong und Crash Tragic sind fantastisch, das album an sich geht eher so.
    kennst du denn Kissy Sell Out Remix von Ping Pong? gut.

  • Das Operator Please Album hab ich neulich 2 mal angehört: Es bleib nichts hängen, furchtbar öde, uninspirierte Gitarrenmusik.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.