vonChristian Ihle 13.11.2008

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„Nach einer Viertelstunde Sodann pur war klar: Hier saß und sprach, pünktlich zu Loriots 85. Geburtstag (Gratulation!!!), Opa Hoppenstedt. Eine Echtzeit-Hommage an den großen Satiriker.

(…)

Es war TV-Gaga, was sich da in der ARD abspielte – mit Sandra Maischberger als Stichwortgeberin eines peinlichen Schmierentheaters, die in dieser Rolle wie eine maliziöse Billigkopie von Rosa Luxemburg wirkte. So schien sie die Bedeutung von Barings Hinweis nicht zu verstehen, dass in Marx‘ „Kapital“, das sie zu Beginn der Sendung in die Kamera gehalten hatte, der intervenierende Staat gar nicht vorkommt. Das war zu viel der Theorie für die Karnevalsgesellschaft, die sich in ihrer selbst produzierten Panik suhlte.

Selbst eine „Straßenumfrage“ auf Kindergartenniveau – „Kapitalismus oder Sozialismus – was ist besser?“ – musste dafür herhalten, eine gleichsam vorrevolutionäre Situation zu simulieren. Vor allem Heiner Geißler scheint sich seit einiger Zeit in der antikapitalistischen Pose zu gefallen, die auf einer flagranten Unwahrheit aufbaut. In seiner gleichermaßen strikten Verurteilung von Kapitalismus und Sozialismus tut er so, als sei Ludwig Erhards „soziale Marktwirtschaft“ der fünfziger und sechziger Jahre nicht durch und durch kapitalistisch gewesen. Gegen welches „System“ haben dann wohl die 68er rebelliert?

Steif und fest behauptet Geißler, soziale Marktwirtschaft und Kapitalismus hätten „nichts miteinander zu tun“. Der reine Unsinn. Ein Aberwitz.

(…)

Zum Abspann hätte der Narrhallamarsch ertönen müssen.“

(Reinhard Mohr, Spiegel Online)

Inhaltsverzeichnis:
* Die ersten 100 Folgen Schmähkritik

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