An Weihnachten im Plattenregal (1): The Hives & Cindy Lauper, Glasvegas, Scott Matthew

hives cindy

Eine schöne Idee sind sie ja doch immer wieder: Weihnachtsplatten. Dabei gehen die Bands ganz unterschiedlich mit Weihnachten um. Die einen interpretieren Traditionals neu, andere machen sich einen Spaß daraus, eben jene altbekannten Weisen musikalisch zu verhohnepipeln und dritte schreiben gar eigene Weihnachtssongs.
Unter des Popblogs Adventskranz lagen nun gleich drei Platten zum Fest von geschätzten Acts. Unsere HerbstLieblingsband Glasvegas legt nur zwei Monate nach Debütveröffentlichung (und zwei Monate bevor das Ding in Deutschland überhaupt erscheint) gleich ein ganzes Mini-Album nach: „A Snowflake Fell (And It Felt Like A Kiss)“ zitiert natürlich den Gott aller Weihnachtsplatten, Phil Spector. Auch wenn die EP nicht durchgehend überzeugen kann, ist sie dennoch interessant, da Glasvegas erstmals ihre Gitarrenwand einreißen und der Andacht den Vorzug geben. White Snow statt White Noise, sozusagen, und damit vielleicht ein erster Hinweis, in welche Richtung sich Glasvegas weiterentwickeln werden. Erwähnt werden soll auch die hervorragende „Silent Night“ Coverversion, die „Snowflake“ beschließt.

scott matthew

„Silent Nights“ heißt es dagegen bei Scott Matthew, einem anderen Popblog-Liebling. Matthew schrieb den Titelsong seiner Weihnachts-EP selbst und lehnt sich – trotz des ähnlich klingenden Namens – nicht an den Stille-Nacht-Klassiker an. „Silent Nights“ schließt dabei nahtlos an sein hervorragendes, intim-pathetisches Debütalbum an. Die b-Seite „Blue Christmas“ von Elvis reißt der Wahl-New-Yorker auch ganz an sich, so dass auf Matthews Weihnachtsplatte wenig zum Lachen bleibt. Lediglich das Duett „Baby, It’s Cold Outside“ lässt an feuchtfröhliche Festabende denken und der gute Scott Matthew bringt den Wein ins Weihnachten.

Betrunken ist wohl auch die Weihnachtssingle der Hives am besten zu ertragen, die dafür Cindy Lauper aus der Schneegrube holten. Betrunken ist sowieso ein gutes Stichwort, denn die Hives orientieren sich am größten Weihnachtssong, den die Popgeschichte hervorgebracht hat – und für den der durstige Mann Shane MacGowan verantwortlich war: „Fairytale Of New York“. Nicht nur die Idee eines Duetts (die Pogues holten damals Kirsty MacColl ins Studio), auch der Songaufbau und der eher, nun ja, räudige Text scheinen vom Pogues-Klassiker inspiriert. Konsequent ist es da nur, sich für die zweite Hälfte des Songs bei Phil Spectors Sound aus „A Christmas Gift For You“ zu orientieren. Dann kann man allerdings der plattenkaufenden Menge auch gleich raten, sich das Spector-Weihnachtsalbum und die Pogues-Single zu besorgen.

The Pogues feat. Kirsty MacColl
(und ja, das ist übrigens tatsächlich der junge Matt Dillon, der in diesem Video einen Polizisten spielt)

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The Crystals – Santa Claus Is Coming To Town

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Kommentare (2)

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  1. Ja, leider gibts das wohl nicht als physische Kopie. Online habe ich nur die Sachen gefunden, weiß aber nicht, ob das nur für US-Kunden geht:

    http://www.columbiarecords.com/artist/glasvegas/christmasep.html

  2. An die Glasvegas-EP wird man in Deutschland aber wohl nicht ohne großen Aufwand oder illegale Wege rankommen, oder? Physisch bekommt man da nur mit Album und das habe ich schon, bleibt also der Download. Aber bei allen vier, bei denen ich es bisher versucht habe, ist die EP entweder nicht bekannt oder wegen „geografischen Restriktionen“ nicht erhältlich. Grmpf!
    Oder gibt es doch einen Shop, wo man da rankommt?