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vonChristian Ihle 19.04.2009

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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„“Tanz aus der Reihe“ ist ein abschreckendes Beispiel dafür, wie uncool es klingt, wenn strukturkonservative Langweiler Rebellion ironisch auf Party runterbrechen wollen. Selber aus der Reihe tanzen? War nie eine Option für die Leistungsethiker aus der Provinz. „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit / In einer Welt in der nichts sicher scheint / Gib mir in dieser schweren Zeit / Irgendwas das bleibt“, salbadert Sängerin Stefanie Kloß in „Irgendwas bleibt“ – schauderhafte Beamtenkinderlyrik, die wenig zu sagen hat, nichts bewegen will und mit einem Bein schon tief in der CDU-Weltsicht steckt.

Nie wird bei Silbermond mehr als das Offensichtlichste, Gewöhnlichste, Normalste thematisiert. Die Kooperationspartner für solchen Konsensmist liegen dann auch nahe: Jan Delay, mittlerweile offenbar endgültig in der Neuen Mitte zuhause, sekundiert Frau Kloß bei der Elektro/Udo-Lindenberg-Fehlzündung „Nicht mein Problem“, während der unvermeidliche Xavier Naidoo die Soul-Zumutung „Sehn wir uns wieder“ mit seinem esoterischen Gefasel endgültig vernichtet. (…)
Nochmal zum Mitschreiben: Dieses Album ist eine Frechheit über das normale Maß hinaus, voll von textlichen Naivitäten und Oberflächlichkeiten, völlig unpassend mit elektronischem Geklöter zugepflastert und noch dazu erschreckend dünn produziert.“

(Dennis Drögemüller bei plattentests.de)

Inhaltsverzeichnis:
* 150 Folgen Schmähkritik

Mit Dank an Sven!

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kommentare

  • @rico:
    Ich bin selbst kein Silbermonde fan.
    Ich verstehe die Kritik.Sie trifft den Nagel auf den Kopf, , aber das Wort “Beamtenkinderlyrik“ finde ich vorteilbehaftet und mehr als polemisch.
    Denn ich bin zufällig auch ein beamtenkind.UND: weder randaliere ich, noch sitze ich in meinem stillen Kämmerlein udn höre die “dünn produzierte-radio-versierte-“Musik von Silbermond.Soviel dazu..
    Natürlich bleiben die themen flach , aber mit Tiefgründigkeit ist selten jemand berühmt geworden,d.h. unumstritten…

  • ich muss ja sagen das ich die band anfags ganz cool fand auch die zweite platte war eigentlich ganz okay aber das neue album find ich schlecht, es ist nicht mehr silbermond es ist komerz. Schon allein wenn man mal schaut in welchen varianten das Album angeboten wird…Das finde ich sehr schade da die Band ja immer so davon erzählt wie sehr sie doch gegen sowas ist…nun gut jedem das seine aber ich bin doch sehr enttäuscht von diesem album, denn nach drei jahren hätte ich mir von silbermond mehr erwartet

  • Spannend! Da wird fröhlich sabbernd zitiert und die Meute stürzt sich drauf. Was ist hier wirklich unprofessionell? Der Ursprungsartikel oder die Kommentare? Aber bitte „Jeder nur einen Stein“.

    Wenn jetzt die TAZ noch einmal den selben Interpreten mit Zitaten anprangert (oder wie weit geht die Identifikation des Autors?), was hat dies zu bedeuten?

    Ich werf jetzt auch noch meine Stein:

    *

    Schade – nicht getroffen.

  • Unprofessioneller Artikel!!!
    Das ist keine Kritik, sondern eine stumpfsinnige und einseitige Meinung mit unpassenden Kommentaren.
    Einfach nur peinlich!

  • Das ist doch nur die persönliche Meinung des Autors (er hat übrigens vollkommen recht). Ihr müsst deswegen nicht gleich flennen. Findet ihr Silbermond halt weiter toll, hindert euch doch niemand dran. Meine Güte.

  • Ouh, total evil der Artikel 😉
    Da hat wohl jemand seine privaten Ansichten unprofessinell verpackt, was?! Mit Journalismus hat das nicht viel zutun, aber wie einer meiner Vorredner schon sagte: Nichts anderes erwartet man von Schmierblaettern.

    MfG

  • Manchmal ist es wirklich zum Verzweifeln. Hat jemand eine Idee, wie man ein Zitat noch deutlicher kennzeichnen könnte, als dass es mit Anführungszeichen beginnt, mit Schlußzeichen endet, darunter die Quelle in Klammern steht und man bei einem Klick auf die Quelle zum Originalartikel gelangt?

  • gott sei dank, habe ich gerade gecheckt, dass ich bei der taz gelandet bin^^ von einer seriösen zeitung hätte ich so etwas natürlich nicht erwartet, aber da es die taz ist, ist ja alles im lot … gut, ich glaube, so etwas muss man nicht wirklich ernst nehmen. ich denke, die redakteure der taz sitzen den ganzen tag in ihrem asketischen büro und grübeln, welche negativschlagzeile sie über den deutschen und internationalen kapitalismus noch bringen können. dann verfassen sie einen gemäßigten artikel und machen ihn mit der microsoft word-synonyme funktion (rechtsklick – menü) richtig kontrovers 😀 seriös? bitte danke nein! (ach, wahrscheinlich nutzen sie eine selbstprogrammierte sozialistische officeplattform^^ …)

  • @jack: Ich habe das genauso gemeint, dass Beamtenkinder eben Kinder von Beamten sind. Ich glaube, die Sehnsucht nach Sicherheit entsteht eher bei denen, die diese gerade nicht erlebt haben, und in „Armut und kaputten Familien“ leben. In meinem Bekanntenkreis tanzen die Beamtenkinder eher zu Deichkind auf den Tischen und zerstören das von den Eltern mühsam angehäufte Mobiliar, aber das muss nichts heißen.

    Deswegen meine ich, dass genauer gezielt werden muss, wenn man treffen will. Selber besser machen kann ich nicht, außer eben die Diagnose der Unschärfe zu geben. Aber ich bin ja auch kein Journalist und Kritiker 🙂

  • @kathi
    Man kann den Ausdruck der „Beamtenkinderlyrik“ auch so verstehen, dass sie von Beamtenkindern verfasst wird – und nicht zwangsläufig für Beamtenkinder gemacht ist. Und diese Sehnsucht nach Sicherheit und zarter Menschelei lässt sich ja umso leichter dann hinausrufen, wenn man selbst im biedermeierlich warmen Nest sitzt und von Problemen wie Armut und kaputten Familien allenfalls aus dem Fernsehen erfährt. Außerdem sind gerade die Menschen aus meinem weiteren Bekanntenkreis, die eine Affinität zu Silbermond und Konsorten besitzen – Beamte. So abwegig, wie du tust, kommt es mir daher nicht vor.

    btw: Wie man sich „richtig“ am Offensichtlichen abarbeitet, vermisse ich in deinem Beitrag.

  • @cleoniechen: „und geben ihr geld dafür aus.“ – Als „(jugend)redakteurin für tv und radio“ noch nie was von Promos gehört?

  • Keine gute Schmähkritik. Das geht härter, das muss härter. „Beamtenkinderlyrik“, großer Quatsch, Beamtenkinder haben nun eher nicht die Sehnsucht nach Sicherheit. Wenn man sich schon am Offensichtlichen abarbeitet, dann auch richtig! Sonst bitte lassen!

    Der Kommentar von „cleoniechen“ ist nun aber wieder der Beweis, dass das alles egal und zynische Scheiße von uns ist. Aber bitte, bevor Du den Journalismus beehrst, noch ein bißchen an Rechtschreibung und Ausdruck basteln…

  • manche Lieder sind echt schoen. die haben was Gutes und Mitreißendes in sich. was ich durchaus nicht mag – sind die Lieder mit Jan Delay und Xavier Naidoo. eckelhaft find ich sie. aber ich wuerde jedoch nicht einen boesen Artikel schreiben, um j-d zu demuetigen. ganz-ganz schlimm find ich’s.
    igitt.

  • Was ich aber an dem Original-Text nicht ganz verstehe, ist, dass es für die Platte 3 von 10 Punkten gibt. Wo kommen die denn her?

  • Ich mag auch den total unsinnigen, aber wutentbrannten Halbsatz „Nochmal zum Mitschreiben“ – da hat jemand an die Menschen „zuhause an den Rundfunkgeräten“ gedacht!

  • ich hoffe doch, dass das nicht wirklich ernst gemeint ist, mal abgesehen von dem Lied mit Jan delay ist das Album klasse!!!
    (finde ich jedenfalls)
    könnte natürlich auch daran liegen, das ich, wie heißt es in dem einen lied so schön
    ich tanz aus der reihe
    ja!
    ich bin (jugend)redakteurin für tv und radio
    fechte, und bin auch ansonsten komplett anders als viele aus meiner klasse. dieses lied soll mut machen, aus der reihe zu tanzen, nicht nur auf das achten, was in ist, selbst entfaltung!!
    „komm und tanz heut nacht aus der reihe mit mir.“
    so stehts im text
    die texte machen nachdenklich, ne freundin von mir fährt im sommer für ein jahr weg und klar, ich bin emotional, ich denk über sowas halt nach, und das hab ich in den songs wieder gefunden
    mag ja sein, das andere das anders sehen, aber ich zieh ja auch z.B jan delay oder sido (nur so als beispiel) nicht runter, obwohl ich die nicht mag.
    dazu fällt mir noch was ein, anti-fans, sowas gibt es streng genommen gar nicht, weil auch anti-fans, fans sind. sie nutzen ihre zeit um sich mit der band/dem künstler zu beschäftigen (egal ob positiv oder negativ)
    und geben ihr geld dafür aus.

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