Fantasy Film Fest (6): OSS 117 – Lost in Rio, Vertige, Wasting Away

OSS 117 – Lost In Rio

oss117

Als der erste Teil von OSS 117 vor zwei Jahren auf dem FantasyFilmFest lief, waren die Erwartungen nicht groß, war man doch wirklich nicht auf eine französische Variante des ausgelutschten Genres „Agentenfilmparodie“ gespannt, insbesondere weil man den Franzosen zwar vieles hoch anrechnen kann, was sie im letzten halben Jahrhundert für die Filmgeschichte getan haben, aber sicherlich nicht ihre Komödien, die oft in unerträglicher Weise albern sind und einen Otto-Film im Vergleich dazu als philosophischen Leckerbissen erscheinen lassen.
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Aber schon der erste Teil von „OSS 117“ war eine positive Überraschung, ein Dauerfeuer an guten Gags und der zweite Teil mit Hauptdarsteller Jean Dujardin (ja, der heißt wirklich so) steht dem in Nichts nach. Im Gegenteil: diesmal gibt es noch eine Ladung Nazi-, Juden-, Frauen- und Hippiewitze mehr oben drauf. Top.

* Frankreich, 2009
* Regie: Michel Hazanavicius
* imdb

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Vertige

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Drei Dinge, die man in „Vertige“ lernen kann:
1. Geh nicht bergsteigen, wenn Du Höhenangst hast!
2. Geh nicht mit dem Ex deiner aktuellen Freundin bergsteigen, wenn Du eifersüchtig wie die Hölle bist.
3. Trete nicht in Bärenfallen.
Der französische Horrorthriller „Vertige“ liefert zwei Filme zum Preis von einem. In der ersten Hälfte dreht Regisseur Abel Ferry einen formidablen, minimalistischen Kletterthriller, um in der zweiten Hälfte leider in einen formelhaften Backwoods-Horror abzugleiten. Schade, denn sowohl die Kameraführung als auch die unerbitterlich angezogene Spannungsschraube im Kampf Mensch gegen Natur konnte richtig überzeugen, da wirkt der anschließende Kampf Mensch gegen Mensch nur wie ein Witz ohne Pointe.

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* Frankreich, 2009
* Regie: Abel Ferry
* imdb

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Wasting Away

wastingaway

Die Grundidee ist tatsächlich so gut, dass wir für einen kurzen Moment dem Genre der Zombiekomödie neues Vertrauen schenken wollten: in „Wasting Away“ sind unsere Hauptdarsteller selbst die Zombies, merken das aber nicht und halten den Rest der Welt für die Infizierten. Das funktioniert eine Kurzfilmlänge auch wirklich gut und mehrere nette Ideen, die sich aus dem Prinzip des Nichtwissens des eigenen Zombietums ergeben sind auch schön zu Ende gespielt: wie hält man als Zombie um die Hand seiner Angebetenen an, wenn die Eltern noch Menschen sind? Wie läuft eigentlich so ein Vorstellungsgespräch bei einem sexistischen Mann ab, wenn die Frau in der Zwischenzeit ein Zombie ist?

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Aber leider ist „Wasting Away“ keine halbe Stunde, sondern 90 Minuten lang und so pfiffig die Idee anfangs auch erscheinen mag: irgendwann haben auch Zombies alles gesagt, was einen auch nur im Entferntesten interessieren könnte. Dann geht der Film aber noch eine Stunde lang weiter…

* USA 2007
* Regie: Matthew Kohnen
* imdb

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