Don’t Mention The War (20): Michael Stipe (REM) über Berlin & das Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Michael Stipe von R.E.M. im Rolling Stone über seine Erfahrungen mit Berlin…

„Berlin hat ja international diesen Ruf, dass man hier alles machen kann, was immer man will. Natürlich stellt man hier dann fest, dass es gar nicht ganz so wild ist, aber schon ziemlich offen und liberal. Wenn man aus New York kommt, merkt man, dass die Leute viel darüber reeden, dass Berlin so ähnlich ist wie New York in den späten 70er-, frühen 80er Jahren. (…) Das Berlin, das wir gesehen haben, war nicht das der Touristen oder das des reisenden Popstars oder das des jungen, kämpfenden Künstlers, der hierhergezogen ist, um sich einen Namen zu machen. Es war eine ganz andere, eine großartige Erfahrung. Diese Stadt öffnet sich wirklich den Menschen, die sich für sie interessieren. (…) Mitte der 90er Jahre hatte ich (…) das Gefühl, dass sich Berlin in meiner Lebenszeit am radikalsten und schnellsten von allen Städten verändert hat, die ich je besucht habe. Jetzt ähnelt sie langsam einer modernen Stadt des 21. Jahrhunderts, sie findet ihren Platz.“

…sowie über das „Denkmal der ermordeten Juden Europas“:

„Ein Freund von mir war geschockt von dem Namen, denn in Amerika wäre es undenkbar, dass man das Wort ermordet benutzt. Das wäre einfach zu direkt. Unsere Mentalität ist einfach anders. Das wäre zu unverblümt, zu real, zu grausam. Es würde zu deutlich das tatsächlich Geschehene in Erinnerung bringen. Amerikaner würden eher sanftere Begriffe benutzen, damit sich keiner angegriffen fühlt. Aber ich finde das bewundernswert. It is what it is.


(Michael Stipe im Rolling-Stone-Gespräch mit Birgit Fuß über die Erfahrungen mit Berlin während der aktuellen, hiesigen Produktion des neuen R.E.M.-Albums)

Don’t Mention The War: eine kleine Rubrik über Aussagen von ausländischen Künstlern über Deutschland und hiesige Künstler.

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*