Tune! Songs der Woche mit: The Rapture, Thees Uhlmann, Scott Matthew Jay-Z & Kanye West, Rocket From The Tombs

Um dem sich immer schneller drehenden Musikbusiness gerecht zu werden, haben wir eine neue Kategorie im Popblog, die die Albumreviews ergänzt. In “Tune! Songs you should know about.” stellen wir eine handvoll neuer Songs von aktuellen Alben und kommenden Künstlern vor und graben jeweils auch einen Klassiker aus, den man gerne wieder aus der Vinylschrank ziehen darf:

SONG DER WOCHE

The Rapture – How Deep Is Your Love


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Wer? Wenn es neben James Murphy und seinem LCD Soundsystem eine Band gibt, die wir dafür verantwortlich machen können, dass Punk und Disco, Funk und Aggresivität eine Hochzeit im letzten Jahrzehnt eingegangen sind, dann The Rapture, deren “House Of Jealous Lovers” eine der Singles der letzten 10 Jahre war. Nicht unbedingt mit einer calvinistischen Arbeitsethik ausgestattet, haben The Rapture jetzt gerade mal ihr drittes Album (sowie eine herausragende Debüt-EP mit “Out Of The Tracks And Onto The Races”) in zehn Jahren geschrieben, das aber wie die beiden Vorgänger erneut durchweg überzeugen kann.
Nichts auf dem hervorragenden Album schlägt aber diese erste Single, die ohne Zweifel einer der allerbesten Songs des Jahres ist. Eine phänomenale Rückkehr.

Mehr? Das neue Album von The Rapture “In The Grace Of Your Love” erscheint am 2. September 2011

Scott Matthew – Felicity

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Wer? Einer der vielen bärtig-fragilen Singer/Songwriter – aber ohne Zweifel einer der besten. Immer noch ist etwas rätselhaft, warum Matthew noch nicht die Bekanntheit eines William Fitzsimmons erreicht hat, aber mit seinem neuen Album “Gallantry’s Favorite Son” könnte sich das ändern, legt der Wahlnewyorker doch seine beste, konsistenteste Langspielplatte vor.
Reicher instrumentiert als der Erstling, aber weniger überbordend als das Nachfolgealbum kombiniert “Gallantry’s Favorite Son” die besten Seiten aus dem Matthew’schen Schaffen. Einer von vielen bemerkenswerten Songs ist dabei “Felicity”, doch auch “The Wonder Of Falling In Love” steht dem nicht nach:

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Mehr? Scott Matthews drittes Album “Gallantry’s Favorite Son” ist bereits erschienen.

Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf

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Wer? Thees Uhlmann, Sänger der Band Tomte, auf Solopfaden. Nicht ganz klar ist uns, warum Thees, der ja nicht nur Sänger, sondern auch Songwriter, Gesicht, Herz und Kopf von Tomte ist, nun ein Solo- und kein Tomte-Album veröffentlicht – denn auch akustisch gibt es keine zwingenden Hinweise, worin der große Unterschied liegen soll. Etwas beschwingter – ohne schrammelpunkig zu werden – klingt die erste Uhlmann-Single im Vergleich zu den alten Tomte-Veröffentlichungen, doch das konnte man schon beim letzten Band-Album (siehe beispielsweise “Gloria”) vermeldet werden.
Egal: die erste Single überzeugt! Allerdings muss man hinsichtlich des Albums auch vorwarnen: die Casper-Kollaboration “& Jay-Z singt uns ein Lied” ist ein Uhlmann auf Songwriting-Autopilot bis der Hip-Hop-Freund mit seinem Einsatz das Lied tatsächlich noch in Richtung unhörbar dreht. Schade, haben wir uns doch so auf die Referenz an Jay-Zs “Empire State Of Mind” gefreut!

Mehr? Das Debütalbum “Thees Uhlmann” erscheint am 26. August.

Jay-Z & Kanye West – Otis

Jay-Z & Kanye West – Otis

Wer? A propos Jay-Z! Der größte Rapper des Jetzt veröffentlicht mit Kanye West dieser Tage ein gemeinsames Album – die beiden größten männlichen Popstars des Planeten also auf einer schwarzen Scheibe vereint, w-o-w! Die erste Single erreicht vielleicht nicht ganz die Höhen von Jay-Zs Single-Feuerwerk zum letzten eigenen Album (Empire! DOA! Run This Town!), aber benutzt ein sehr schönes Sample des großen Otis Redding – Klassikers “Try A Little Tenderness”. State Of The Art Hip-Hop für die Massen, im besten Sinne.

Mehr?

Watch The Throne, das Kollaborationsalbum von Jay-Z und Kanye West ist am 12. August erschienen.

Klassik-Track der Woche:

Rocket From The Tombs – Ain’t It Fun

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Wer? Gestern erreichte uns die Meldung, dass Rocket From The Tombs, DIE verschollene Proto-Punk-Band schlechthin, sich ordentlich reformieren und 37 Jahren nach Bandgründung ihr Debüt (!) -Album veröffentlichen werden. Wem obige Antihmyne über Destruktion als Grund noch nicht ausreicht, dem sei noch gesagt, dass aus Rocket From The Tombs mit Pere Ubu und den Dead Boys (deren “Sonic Reducer” wiederum die Beastie Boys für ihre letzte Großtat “An Open Letter To NYC” benutzt hatten) zwei enorm einflussreiche (Post-)Punk-Bands entstanden sind. Und dass auf der 2003er-Tour niemand anders als Richard Lloyd von Television den verstorbenen Originalgitarristen Pete Laughner ersetzte.

Mehr? Entweder das 2002er Compilationalbum “The Day The Earth Met The Rocket From The Tombs” heraussuchen, das aus Demos und Liveaufnahmen bestand, oder eben doch noch auf das erste Studioalbum “Barfly” warten!

1 Kommentar

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  1. EIne Kategorie, welche die Albumreviews ergänzt, ist ja ‘ne feine Sache, allerdings haben die die Reviews in letzter Zeit sehr rar gemacht. Wo sind sie, die Alben des Monats Platz 1-3? Bislang konnte ich noch nicht einmal einen Beitrag über das neue Album von Emmy the Great lesen, welche der Blogbetreiber doch ausserordentlich zu schätzen scheint.

    Ich will wieder mehr musikalischen Input!!!

    P.S.: Nicht als Kritik verstehen, aber der Blog hier hat mich schon auf so viele großartige Bands aufmerksam gemacht, dass ich derzeit regelrecht darbe.