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vonChristian Ihle 26.03.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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1. Der Film in einem Satz:

Im Weltraum hört dich niemand schluchzen.



2. Darum geht‘s:

Der Astronaut Lee Miller ist die alleinige Besatzung einer Raumstation und verrichtet dort Instandhaltungsarbeiten. Sein einziger Kontakt zur Erde ist die Funkanlage, die ihm Nachrichten und Videobotschaften überträgt. Eines Tages bekommt er keine Antwort mehr und nur eine letzte Nachricht gelangt noch zu ihm: man habe Probleme und er müsste jetzt durchhalten, es könne einige Zeit dauern, bis man wieder Kontakt aufnehmen könne…


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Das ist es dann auch schon, was „Love“ an Story bereithält. Ähnlich wie „Solaris“ oder auch „Sunrise“ ist „Love“ eine Reise in die weitest entfernt gelegenen Regionen, aber eigentlich eben vor allem eine Reise nach innen. Das Abreissen des Kontakts zur Welt als Bild für die Unmöglichkeit mit der Außenwelt zu kommunizieren und die sich daraus ergebende Verzweiflung und sinnlosen Versuche, etwas zu ändern, was man nicht ändern kann.

„Love“ errinnert dabei mehr an „2001“ als an den auf den ersten Blick verwandten Film „Moon“, hat er doch kaum plottreibende Elemente, sondern einen mehr esoterischen Blick auf seine Handlung – eine Referenz, die der Film offensichtlich auch bewusst ziehen möchte, sind doch gleich eine Hand voll Szenen „2001“-Verneigungen.
Insgesamt bleibt „Love“ dabei allerdings doch zu sehr im Ungefähren und ist leider durchaus etwas langweilig, kann man sich dieser Meditation über Insolierung nicht ergeben, weil sie eben nur darauf beruht und – im Gegensatz zu „Moon“ beispielsweise – keine weiteren Elemente in seinen Plot einbaut an denen sich der Zuschauer durch die Einsamkeitsbetrachtung hangeln könnte.

Erstaunlich ist aber wie gut „Love“ aussieht, dafür dass es sich um einen Low-Budget-Film handelt, der auch noch von einer Poppunkband produziert wurde: hinter „Love“ steckt nämlich neben Regisseur William Eubank vor allem „Angels & Airwaves„, die Zweitband des „Blink 182“-Sängers Tom DeLonge, die den Film komplett unabhängig finanziert hat und sich für den Sountrack verantwortlich zeigt, der ein sehr gelungener „Score“ und keine „Songsammlung“ ist. Mehr Mogwai als Blink.



3. Der beste Moment:

Wohl schon die Bilder außerhalb der Raumstation, wenn in Miller die Überlegung reift, lieber einen letzten Spaziergang ins All, ins Nichts zu machen als in der Einsamkeit der Space Station zu verenden.



4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wer gerne eine Emo-Variante von „2001“ sehen möchte und mit einem Nichts an Plot zurechtkommt.



* Regie: William Eubank
* imdb

—-


„Love“ wird im Rahmen der Fantasy Film Fest Nights gezeigt.

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