Trailershow Juli: Quentin Tarantino, Paul Thomas Anderson, Family Guy

„Jeder kommerzielle Film ist eigentlich nur die Vorschau auf das, was er verspricht und worum er zugleich betrügt“

(Theodor W. Adorno)

„Trailer sind der perfekte Film. Sie sind Versprechen, die niemals gebrochen werden.“

(Jean-Luc Godard)


Ganz im Sinne Godards starten wir eine neue Reihe im Popblog: Filme, die kommen. Eine kommentierte Trailershow, in der wir Streifen vorstellen wollen, die entweder aufgrund ihrer Vorgeschichte, Besetzung oder Schöpfern viel versprechen oder schlicht und einfach brillante Trailer haben, die allein schon „perfekte Filme“ sind (hat hier jemand „Prometheus“ gesagt? Wie man aber auch pathosfrei clever und mit den Konventionen spielend via Trailer eine Geschichte erzählen kann, zeigt zum Beispiel die Bärenkomödie „Ted“ weiter unten).



The Master


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1. Stil, Satz, Sieg:
There Will Be Epiphany: Joaquin Phoenix sucht seinen Meister.


2. Darum geht’s:
Fünf Jahre nach „There Will Be Blood“ legt Paul Thomas Anderson seinen nächsten Wurf vor: „The Master“ dreht sich um einen erleuchteten Sektengründer (Philip Seymour Hoffman) und seinen Schüler Joaquin Phoenix. Dazu gibt es jetzt zwei fancy Arthouse-Trailer, in denen Phoenix seinem Wahnsinn freien Lauf lassen darf. Angeblich soll Scientologe Tom Cruise schon eine Rohfassung des Films in einem Privatscreening gesehen haben – ob als Ideengeber oder Devil’s Advocat ist nicht bekannt.


3. Deshalb sind wir gespannt:
„The Master“ soll im Oktober in den USA starten. Die Kombination aus Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman und Regie-Wonderboy Paul Thomas Anderson klingt auf dem Papier großartig. Die ersten Bilder belegen das: mehr amerikanisches Arthouse-Kino geht nicht!


4. Was zu befürchten bleibt:
Die Tatsache, dass außer einem etwas verquasten Story-Gerippe noch nicht viel bekannt ist, macht vorsichtig. Ein Welterfolg a la „There Will be Blood“ wird es wohl eher nicht. Gut möglich, dass Anderson hier sein persönliches „Tree Of Life“-Waterloo erlebt. (Robert Heldner)


Start in Deutschland: noch ohne Termin

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Django Unchained


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1. Stil, Satz, Sieg:
Don’t mess with a German bounty hunter!


2. Darum geht’s:
Django (Jamie Foxx) ist ein ganz armer Tropf: seine Frau Broomhilda (!) wird von einer Plantagenbesitzer (DiCaprio) verschleppt, er selbst landet auf dem Sklavenmarkt. Glück im Unglück: der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Christoph Waltz) hat ein Nachsehen mit ihm, kauft Django und verspricht ihm Freiheit und Frau. Wenn, ja wenn, Django ihm nur ein bißchen behilflich ist…


3. Deshalb sind wir gespannt:
Tarantino, Tarantino – und, ja, Tarantino. Mehr Gründe braucht es eigentlich nicht. Das hat zuletzt mit „Inglourious Basterds“ ganz hervorragend funktioniert (nach dem doch mäßigen Grindhouse-Intermezzo). Außerdem spielt Christoph Waltz mal wieder einen Deutschen.


4. Was zu befürchten bleibt:
Jamie Foxx in einem Tarantino Film – da bleibt ein schaler Beigeschmack (noch dazu, wenn er im Rüschenhemd durch die Wüste reitet). Ganz abgesehen von der recht müden Story, die außer Slaptstick, dem Trailer nach, nicht viel zu bieten hat. Es dürfte einer der schwächeren Tarantinos werden. (Robert Heldner)


Start in Deutschland: 31. Januar 2013

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The Bourne Legacy


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1. Stil, Satz, Sieg:
Die Bournes – es kann nicht nur einen geben


2. Darum geht’s:
Im Grunde geht es um Verfolgungsjagden, Schießereien und allerlei Stunts von Häuserdächern auf Autos (oder umgekehrt). Der einzige Unterschied: statt Matt Damon als Jason Bourne darf nun Jeremy Renner als Aaron Cross vor der CIA flüchten. Ach ja, und „Jason Bourne was just the tip of the iceberg“.


3. Deshalb sind wir gespannt:
Die Bourne-Trilogie war die Neuerfindung des Action-Thrillers für das neue Jahrtausend, punkt. Deshalb ist jeder Nachfolger einen Blick wert. Noch dazu darf diesmal Jeremy Renner, Hollywoods bester neuer Actionheld („The Hurt Locker“, „The Avengers“), prügeln und schießen. Auch in den Nebenrollen scheint „The Bourne Legacy“ brilliant besetzt: Edward Norton, Rachel Weisz, David Strathairn…


4. Was zu befürchten bleibt:
Einer erster Blick auf den Trailer offenbart: die Story ist das größte Manko. Leider hält sich auch das Look&Feel sklavisch an das Bourne-Franchise. Ein bischen origineller hätte es schon sein dürfen. (Robert Heldner)


Start in Deutschland: 13. September 2012


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Ted


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1. Stil, Satz, Sieg:
„Family Guy“ meets „Jungfrau (40), männlich, sucht“


2. Darum geht’s:
Der kleine John bekommt von seinen Eltern einen Teddybären geschenkt, der kurioserweise zum Leben erwacht. Gut 30 Jahre später leben John (Mark Wahlberg) und sein Teddybär immer noch als beste Freunde zusammen, wobei Ted nicht unbedingt der Teddy von nebenan ist, sondern dank seiner überraschenden Lebendigkeit in jungen Jahren zu rascher Berühmtheit gelangte, aber nun mit 30 ein ehemaliger Kinder- bzw. Teddystar ist („wie Corey Feldman“, wie der Off-Kommentar hilfreich erklärt). Als ehemaliger Star hat Ted in seiner Bärenadoleszenz natürlich ordentlich die Sau rausgelassen, den Bären steppen lassen und den Huren wie dem Koks nicht nein gesagt. Umso weniger passt es ihm nun, dass John sich verliebt hat und die Friends 4 Life – WG zugunsten seines Liebesglücks auflösen will…


3. Deshalb sind wir gespannt:
Der erste richtige Ausflug des „American Dad“ & „Family Guy“ – Schöpfers Seth MacFarlane auf die große Leinwand wird aufmerksam verfolgt. Die Geschichte klingt herrlich absurd und hat soviel anarchisches Potential, dass wir wohl an einer „ewiger Jugendlicher lernt nach anfänglichem Spaß Lektionen fürs Leben“ Ödnis vorbeikommen dürften.
Vorteil zudem: Adam Sandler ist nicht in der Besetzungsliste verzeichnet und „American Dad“ sowie „Family Guy“ haben sich (auch wenn sie nie an das große Simpsons-Vorbild heranreichten) immer durch entschiedene Political-Correctness-Verweigerung ausgezeichnet
Und wenn alles nicht hilft: der „Fuck You, Thunder!“-Song allein, der auch im Trailer zu sehen ist, dürfte den Kino-Besuch schon wert sein.



4. Was zu befürchten bleibt:
Dass „Ted“ dann halt doch nur auf dem süßen Schockfaktor hängenbleibt und wie der South Park – Film zu kurz springt. (Christian Ihle)



Start: 2. August in Deutschland


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New House at the end of the Street


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1. Stil, Satz, Sieg:
Winters Bones on Elm Street


2. Darum geht’s:
Ein attraktiver Teenie im Muskelshirt, ihr gruseliger Boyfriend und ein Doppelmord im Nachbarhaus – mehr braucht es eigentlich nicht, um einen effektiven Horrorfilm zu basteln. „New House at the end of the Street“ profitiert dabei vor allem von Jennifer Lawrence‘ explodierenden Bekanntheitsgrad nach „Winters Bone“ und „The Hunger Games“.


3. Deshalb sind wir gespannt:
Jennifer Lawrence. Und, eh, Jennifer Lawrence.


4. Was zu befürchten bleibt:
08/15 Horror von der Stange, straight to DVD. Eigentlich gibt es nichts, das einen zu „New House at the end of the Street“ ins Kino lockt. Aber bei kleinen, fiesen Horrofilmen weiß man nie… (Robert Heldner)


Start in Deutschland: 27. Dezember 2012

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