Archive for März, 2007

31.03.2007 von Schröder & Kalender
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Mach doch, was du willst

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Gestern war im Babylon am Rosa-Luxenburg-Platz Premiere der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Kurzfilme.

Mir (B) hat am besten der Film von Anna Wahle gefallen, in dem Haupt-, Gesamt- und Gymnasialschüler zwischen zwölf und achtzehn erzählen, was sie später werden oder tun wollen. Zwei Freunde wollen Archäologen werden, damit sie immer zusammenbleiben können. Und eine junge Tierfreundin hat sich entschlossen, es doch auch mit den Menschen zu versuchen, denn: »Mit Pferden kann man nicht ins Kino gehen.« So auch der Titel des Films.

Die Regisseurin zeigt in ruhigen Großaufnahmen die Personen, die jeweiligen Erzählungen der Schüler kommen aus dem Off. Eine verkorkste Schönheit steht stumm vor dem blöden Bungalow ihres Papis, der ihr eingeblasen hat, was sie später alles tun und lassen soll. Da kann man nur sagen: Öfter mal wieder Amendts ›Sexfront‹ lesen!
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sexfront1.jpg
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30.03.2007 von Schröder & Kalender
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Cool Result

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.

Wer mit der Ringbahn fährt und Südkreuz aussteigt, um zu Ikea zu gehen, muß an diesem trostlosen Haus mit optimistischem rosa Balkon vorbei.

shit-job-1.jpg

Aber was will uns der Balkonkünstler mit dem Nichtrauchersymbol auf dem Spiegel sagen?

shit-job-2.jpg

(BK / JS)

28.03.2007 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography: Lucys Lustbuch (18)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nordwestlicher Richtung.

Die ›Making of Pornography‹-Folge endete mit dem Wort ›Lucys Lustbuch‹. Diesen Comic von Alfred Demarc (d.i. Alfred von Meysenbug) ließ der Frankfurter Generalstaatsanwalt 1971 bei unserer damaligen Auslieferung Franz Müller-Rodenberger in der Goethestraße beschlagnahmen, da sich Personen aus Politik, Presse, Gesellschaft und Sangesleben wiedererkannt hatten. Wie die Staatsanwaltschaft so schnell von dieser Buchuntat Wind bekommen hatte, weiß ich nicht, mein Verteidiger durfte »wegen Gefahr im Verzuge« die Akten nicht einsehen. Die gesamte Auflage von zehntausend Exemplaren wurde dann nach einem späteren Verfahren eingestampft. Es handelte sich um einen Deal. Meine Zustimmung zur Makulierung wurde mit der Einstellung aller laufenden Strafprozesse wegen »Verbreitung unzüchtiger Schriften« belohnt. Es waren zwanzig Verfahren.

Das bedeutet aber auch: Es gibt von diesem März-Titel nur zwanzig Exemplare bei Sammlern und im Antiquariat. Entsprechend teuer ist das Buch, je nach Zustand wird Lucys Lustbuch für 600 bis 800 Euro gehandelt. Da Blogger aber alles umsonst tun und bekommen, stellen wir nun diesen lustigen skankalösen Comic aus dem Jahr 1971 in Fortsetzungen komplett ins Netz. Und so geht’s weiter: … weiter lesen

27.03.2007 von Schröder & Kalender
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Mäusegesicht Brecht

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Erst jetzt haben wir »die fröhliche Nachlese zum Brecht-Jubiläum« von Manfred Wekwerth in Ossietzky gelesen und finden die Textcollage so interessant, daß wir sie zur Lektüre empfehlen möchten. (BK / JS)

Mit leichter Hand schiebt Wekwerth Kolportagen und Klatschgeschichten wie diese beiseite: »Reader’s Digest , Augustheft 2006: Bert Brecht, 1898 in Augsburg geboren: größter deutscher Dichter des 20. Jahrhunderts und zugleich sein größter Opportunist? Auch 50 Jahre nach seinem Tod im August 1956 schillert sein Bild noch in vielen Farben. Er war klein und häßlich, das Mäusegesicht voller Pickel, und er roch nicht gut. Witternd hob seine Umgebung die Nase, schon in seinen Gymnasialjahren wie noch in der Zeit, da er der »Chef« am Berliner Ensemble war: Dieser »Chef«, man wußte es, hielt nicht viel von Körperpflege …

Mehr darüber in Ossietzky 3 / 2007
(MW)

26.03.2007 von Schröder & Kalender
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Rauchsäule über Tempelhof

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

rauchsäule.jpg

Seit 17:20 Uhr steht eine Rauchsäule über Tempelhof. Was ist passiert?

(BK / JS)

26.03.2007 von Schröder & Kalender
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Die MÄRZ-Gründung (4)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Nach soviel Größe zu einer noch übersichtlicheren Figur der Zeitgeisthistorie: Wir schrieben den Januar 1969, ich hatte das Gefühl, der Melzer Verlag sei für die Zukunft personell gut besetzt mit dem Vertriebsmann Peter Beitlich, Anne Hansal im Sekretariat, Adolf Heinzlmeier in der Herstellung und Traudel Brand als Lehrling. Was fehlte noch? Das politische Lektorat? Nein! Ich muß bekennen, ich suchte dafür inzwischen niemand mehr, wollte es selbst machen; schon eher brauchte ich einen Lektor für den neuen Pornoladen. Da aber meldete sich eine leise, kultivierte Jungmännerstimme am Telefon: »Kade Wolff, guten Tag. Ich weiß nicht, ob du weißt, wer ich bin.« Komische Frage, er war gerade als Bundesvorsitzender des SDS zurückgetreten, außerdem in Frankfurt zusammen mit Hans-Jürgen Krahl und Günter Amendt als Rädelsführer wegen der Springer-Blockade angeklagt. Irgendwie mußte mein Vorschlag an Jochen Noth, den ›Chienlit‹-Übersetzer, bei mir als Lektor für Politik zu arbeiten,… weiter lesen

25.03.2007 von Schröder & Kalender
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Wahrheit und Aspirin

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Unsere fröhliche, unkomplizierte Freundin Inés Koebel, die Übersetzerin melancholischer, komplizierter Pessoa-Texte, schickte Jörg, der erkältet im Bett liegt (mit roter Wollmütze) zum Trost ein bisher unveröffentlichtes Campos-Gedicht aus ihrer Werkstatt. (BK)

Fernando Pessoa (Álvaro de Campos)

Ich bin stark verschnupft,
Und alle Welt weiß, wie Verschnupfung
Das gesamte System des Universums verändert,
Sie bringt uns gegen das Leben auf
Und löst bei uns gar einen metaphysischen Niesreiz aus.
Ich habe den Tag mit Schneuzen vertan.
Mein Kopf schmerzt dumpf.
Ein trauriger Zustand für einen kleinen Schriftsteller!
Heute bin ich fürwahr ein kleiner Schriftsteller.
Einstmals war ich ein Wunsch; er hat sich zerschlagen.

Leb wohl für immer, Feenkönigin!
Deine Schwingen waren Sonnen, und ich tapp vor mich hin.
Gut geht es mir nur, lege ich mich ins Bett.
Gut ginge es… weiter lesen

24.03.2007 von Schröder & Kalender
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Künstlerbesuch: PLG Friesländer

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Von Zeit zu Zeit schicken uns Künstlerinnen oder Künstler eine Arbeit oder bringen eine solche als Gastgeschenk mit. Die Tagebuchschreiberinnen alter Art vermerkten solche Dedikationen in »Leske’s Notiz- und Schreibkalender für die höheren Stände«. Was den Baronessen recht war, ist uns billig.

Am Sonntag reiste der Objektkünstler PLG Friesländer von der Nordseeküste zur Wollita-Feier ins Gnadenbrot an. Er brachte uns einen seiner Kästen mit.

PLG-kasten-2.jpg
H 22,5 x B 7,5 x T 5
Titel des Kastens: NRW löst KITA-Krise

Umschrift auf dem Kasten: Neanderthal bei Düsseldorf, Hauptstadt NRW. »Kinder statt Inder«, Jürgen Rüttgers (O-Ton) NRW.

(LPG / BK / JS)

23.03.2007 von Schröder & Kalender
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Making of Pornography: Lucys Lustbuch (17)

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in westlicher Richtung.

Die ›Making of Pornography‹-Folge endete mit dem Wort ›Lucys Lustbuch‹. Diesen Comic von Alfred Demarc (d.i. Alfred von Meysenbug) ließ der Frankfurter Generalstaatsanwalt 1971 bei unserer damaligen Auslieferung Franz Müller-Rodenberger in der Goethestraße beschlagnahmen, da sich Personen aus Politik, Presse, Gesellschaft und Sangesleben wiedererkannt hatten. Wie die Staatsanwaltschaft so schnell von dieser Buchuntat Wind bekommen hatte, weiß ich nicht, mein Verteidiger durfte »wegen Gefahr im Verzuge« die Akten nicht einsehen. Die gesamte Auflage von zehntausend Exemplaren wurde dann nach einem späteren Verfahren eingestampft. Es handelte sich um einen Deal. Meine Zustimmung zur Makulierung wurde mit der Einstellung aller laufenden Strafprozesse wegen »Verbreitung unzüchtiger Schriften« belohnt. Es waren zwanzig Verfahren.

Das bedeutet aber auch: Es gibt von diesem März-Titel nur zwanzig Exemplare bei Sammlern und im Antiquariat. Entsprechend teuer ist das Buch, je nach Zustand wird Lucys Lustbuch für 600 bis 800 Euro gehandelt. Da Blogger aber alles umsonst tun und bekommen, stellen wir nun diesen lustigen skankalösen Comic aus dem Jahr 1971 in Fortsetzungen komplett ins Netz. Und so geht’s weiter: … weiter lesen

22.03.2007 von Schröder & Kalender
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Bitacle klaut Schröder und Kalender

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

Langsam wird das Bloggen grotesk, nicht nur, daß wir für unsere Arbeit keinen Cent kassieren, obwohl wir inklusive Netzscrawler im Monat circa 30000 Hits haben. Jetzt werden die Inhalte unseres Blogs bei Bitacle im Volltext angezeigt.

Hintergrund: Bitacle kassiert Werbegelder für unsere Arbeit. Das dürften im Monat rund tausend Euro ausmachen. Wir haben den taz-Blogwart informiert. Bitacle und andere Content-Piraten muß schnellstens das Handwerk gelegt werden durch:

1) Aussperrung des Bitacle-Bots bei den tazblogs.

2) Strafanzeige wegen Diebstahls geistigen Eigentums.

3) Schadenersatzklage.

4) Ultimative Aufforderung an Google und andere Blog-Suchmaschinen, die Bitacle-Seite nicht mehr anzuzeigen.

Wir bleiben am Ball – äh im Blog.

(BK / JS)