Archive for Oktober, 2008

31.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Elender November

von Schröder & Kalender

***

Der Bär flattert schwach in nördlicher Richtung.

***

Wegen eines technischen Fehlers können wir gegenwärtig keine E-Mails empfangen. Christian, unser PC-Berater, mußte sich gestern drei Stunden mit T-Online-Mitarbeitern herumschlagen, nachdem ich (BK) vorgestern ebenfalls drei Stunden mit den Leuten am Telefon verbracht hatte.  Lakonische Ansage von T-Online: »Tut mir leid, Frau Kalender.« Ich konnte dem Mann nur antworten: »Mir auch!« … weiter lesen

29.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Monster, dreikäsehoch

von Schröder & Kalender

Der Bär flattert heute nicht.

Wir sind beide erkältet, haben alle Termine abgesagt und arbeiten nur noch an der neuen Folge ›Traurige Tulpen‹. Also schreiben und husten, aber essen muß man zwischendurch doch. Gestern zuckelte ich, es war schon dunkel, mit dem Einkaufswagen durch Aldi. Sie waren zu dritt: ein später Vater, weit über fünfzig, mit Tochter und Sohn aus zweiter Ehe. Sie versperren mir ständig den Weg. Ich wollte mich nicht um sie kümmern, aber die arrogante Sechzehnjährige und ihr jüngerer Bruder ließen es nicht zu. »Entschuldigung, kann ich mal vorbei?« Alle Nase lang mußte ich das sagen und konnte sie nicht ignorieren.

Die hochnäsigen Teenager  nervten auch ihren Vater: »Das esse ich nicht, Papi!«  Er murmelte etwas in seinen Bart. … weiter lesen

26.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Feuchtgebiete 1966

von Schröder & Kalender

***

Der Bär flattert in nördlicher Richtung.

***

Wir werden nun jeden Sonntag Zitate aus Erstausgaben der im MÄRZ Verlag erschienenen Bücher bringen. Deshalb zeigen wir heute zwei Seiten aus dem 1966 erstmalig veröffentlichten Roman ›Beautiful Losers‹ von Leonard Cohen, der unter dem Titel ›Schöne Verlierer‹ 1970 im MÄRZ Verlag erschien.

… weiter lesen

23.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Immer radikal, niemals konsequent!

von Schröder & Kalender

***

Es ist dunkel, wir sehen also nicht, wie der Bär flattert.
***

Herzlichen Glückwunsch zum 70. Geburtstag, lieber Jörg. Bleibe Deinem Wahlspruch treu: Immer radikal, niemals konsequent!

Feiern möchte der Jubilar nicht. Das wäre im übrigen auch gar nicht möglich, denn er hat eine Erkältung von der Buchmesse mitgebracht. Da und dort wird es Elogen geben, z. B. in der taz von Mathias Bröckers, Tagesspiegel, FAZ von Jan-Frederik Bandel, in der Süddeutschen Zeitung von Alex Rühle, in Spex von Wolfgang Müller, im von H.P. Daniels und in der jungen Welt von Jamal Tuschik (Fortsetzung am Samstag). Christian von Zittwitz hat im BuchMarkt gratuliert.
Radio Z  bringt heute im ›magazin stoffwechsel‹ zwischen 16 und 18 Uhr einen Beitrag von Bernd Distler und Hans Plesch.

Ad multos annos
Deine Barbara

***
Und vergeßt nicht unsere Kolumne heute in der jungen Welt:

Ein vornehmer Schnorrer

Von fliegenden Kasselerknochen

Heureka! Nach einer langen juristischen Auseinandersetzung mit dem Vertrieb Zweitausendeins hatten wir alle März-Rechte wieder und konnten nun mit Mail Order Kaiser über eine Kooperation nachdenken. Um darüber zu sprechen, kamen im Mai 1982 Hans-Jürgen Kaiser und sein Verkaufsleiter Wolfgang Melzer mit dem roten Porsche aus München in den Vogelsberg. Kaiser trug wie immer eine bayerische Trachtenjacke, obwohl er ein Württemberger Schwabe ist, Melzer war in Zivil. Barbara hatte Kasseler in Fulda gekauft, der Metzgerladen war berühmt für seine Qualität, aber auch teuer. Das mußte so sein, Metzger und Köche können nicht zaubern, gutes Material kostet eben. Für den Besuch gab es ein großes Stück, das gerade so in die Röhre paßte und mit knuspriger Fettschicht herauskam, dazu Sauerkraut in Wein geschmort und Kartoffelpüree. Kaiser und Melzer aßen heißhungrig, neben ihnen bettelte Marron, unser französischer Vorstehhund aus den Pyrenäen. Er war uns im Urlaub zugelaufen, ein Jagdhund, man hätte ihn also perfekt erziehen können, aber meine Mutter machte alle Dressurversuche zunichte. So war der Hund eben perfekt verzogen, bettelte aber stilvoll und steinerweichend. … weiter lesen

21.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Oldtimer (21)

von Schröder & Kalender

***

Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.

***

Im Jahr 1970 berichtete mir Otto Jägersberg, der damals manchmal als Scout für die Olympia Press tätig war, von einem Pornoalbum aus bürgerlichem Schweizer Nachlaß. Es handelte sich um Fotos aus der Zeit der Jahrhundertwende, und wer annimmt, man habe damals ›sauberer‹ gelebt, der irrt.

Ich bat den Autor, die Fotos auf Verlagskosten zu kaufen, wir veröffentlichten sie mit einem Vorwort von Göran Göransson – ein Pseudonym, das Otto Jägersberg gewählt hatte und später selbst lüftete. Das Schweizer Album – nur etwa die Hälfte ist eidgenössischer Provenienz – erschien 1971 unter dem Titel ›Oldtimer‹. Diese Bilder bringen wir jetzt in unserer Serie ›Making of Pornography‹. … weiter lesen

19.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Die Reise in Erlangen

von Schröder & Kalender

***

Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, wir sind in Erlangen

***

Heute fahren wir nach Erlangen, dort findet um 16 Uhr im ›Blauen Salon‹ ein Gespräch über Bernward Vesper und die 68er statt: ›Die Reise – Psychogramm einer Generation?‹ mit Jörg Schröder (Herausgeber und Verleger der ›Reise‹) und Andres Veiel (Autor und Regisseur). Moderation Prof. Dr. Michael von Engelhardt.

Anlaß zu dieser Diskussion ist die Uraufführung der ›Reise‹. Der Autor und Regisseur Marc Pommerening hat aus dem Roman für das theater erlangen eine Theaterfassung collagiert.

***

Seine Biografie macht Bernward Vesper zu einem typischen Repräsentanten der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts: Er war der Sohn des Schriftstellers Will Vesper, der den Nationalsozialismus verherrlichte, lebte von 1963 bis 1967 mit Gudrun Ensslin, die ihn verließ und mit Andreas Baader in den Untergrund ging.

1969 begann Bernward Vesper seinen autobiographischen Romanessay ›Die Reise‹ zu schreiben. Er entstand,… weiter lesen

18.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Bücher, die uns gefallen (4)

von Schröder & Kalender

***
Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, wir sind in Frankfurt.
***

Heute empfehlen wir ein Buch, das bisher leider noch nicht auf deutsch erschienen ist: ›Het Bureau‹ von J.J. Voskuil.


Gerd Busse schickte uns Übersetzungen von einigen Kapiteln. Hier eine kleine typische Passage aus dem Opus magnum:

(Maarten Koning im Gespräch mit seiner wissenschaftlichen Hilfskraft. Het Bureau, Bd. 1; Seite 656 f.)

»›Angefangen habe ich mit den Wichtelmännchen. In den Aufsätzen, die ich darüber las, verstand ich nichts – und ich verstehe noch immer nichts.‹ Er lachte. ›Ich habe noch nie einen Aufsatz über diese Dinge gelesen, von dem ich auch nur ein Wort verstehe. … weiter lesen

17.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Bücher, die uns gefallen (3)

von Schröder & Kalender

***
Wir sehen nicht, wie der Bär flattert, wir sind in Frankfurt.
***

Es soll Leute geben, die manchmal zu Besuch nach Berlin kommen, denen gibt Annett Gröschner den Hinweis: »Nicht, dass Berlin nicht auch manchmal piefig, unerträglich und provinziell sein kann. Aber wenn schon Provinz, dann wenigstens die Hauptstadt.« Jedenfalls sollten alle, die etwas mehr über die Stadt erfahren wollen, ihr neues Buch ›Parzelle Paradies. Berliner Geschichten‹ lesen.

… weiter lesen

16.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Bücher, die uns gefallen (2)

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in nordöstlicher Richtung.
***

Noch sind wir in Berlin und haben gerade ›Die Springer-Bibel. Ein Panorama der Mediengeschichte‹ von Gerhard Henschel gelesen.

Nach dem Erscheinen der ›Bild-Volksbibel‹, der ›Bild-Gold-Bibel‹ und der ›Bild Benedikt Bibel‹ hatte Gerhard Henschel die Idee in seiner ›Springer-Bibel‹ die bewegte Geschichte dieses Verlagshauses zu erklären und zwar nach biblischem Muster: ›Das Hohe Lied Katjas‹, ›Die Offenbarung des Kai‹, ›Das Scheckbuch‹ und … weiter lesen

15.10.2008 von Schröder & Kalender
blogavatar

Bücher, die uns gefallen (1)

von Schröder & Kalender

***
Der Bär flattert in nördlicher Richtung.
***

Neben unserem Sofa liegen die Neuerscheinungen von Autoren oder aus Verlagen, die wir schätzen. Bei Philo Fine Arts erschien soeben ›Kuba. Bilder einer Revolution‹.

Das Buch kommt zur rechten Zeit, denn wir nehmen gerade Abschied von einer Revolution, mit der unsere Generation aufgewachsen ist. Bilder vom allgewaltigen Commandante en Jefe wie in diesem Band wird es von seinem Nachfolger, dem Reformer Raúl nicht geben. Zu den Fotos von Raúl Corrales, Alberto Korda, Liborio Noval sowie Osvaldo Salas und dessen Sohn Roberto, die der Herausgeber Harald Falckenberg zuerst in seiner Sammlung zeigte, schreibt er im Vorwort: »Der entscheidende Punkt scheint mir zu sein, dass wir in den Fotografien nicht so sehr das Regime, sondern die Menschen sehen. Es ist das in jedem steckende revolutionäre Element, das von Interesse ist, nicht die konkrete politische Lage. Die Momente der Befreiung sind in unserem Bewusstsein, mehr noch im Unbewussten verankert, so wie die Bilder der französischen Revolution 1789 oder der Fall der Berliner Mauer 1989. Mit dem Ruf ›Wir sind das Volk‹ werden in solchen Momenten im Einzelnen Kräfte freigesetzt, über die er sonst nicht verfügt. Diese Freiheit besteht nur für Augenblicke. Danach wird – in revolutionär-kommunistischen wie in demokratischen Staaten – das Regelwerk wieder in Kraft gesetzt, dem keiner entgeht. Der wahre Held der Revolution ist … weiter lesen