
Mein taz-mail-account wird mit Urlaub-trotz-Haustier-Pressemitteilungen zugespamt. Ich kann so nicht arbeiten. Dann liege ich doch lieber in einer Brasilianischen Hängematte. Das Gastland hat eine sehr schöne, teils lässige teils kosmopolitische Ausstellung im Forum. Unten ist die ARD, wo eben noch Leander Haussmann einen irre unsympathischen Breiten machte, aber gleich Boris Becker auftreten wird. Ein absolutes MUSS natürlich. Wo Paulo Coelho schon nicht kommt. Er ist nur auf den Shuttle-Bussen zu sehen, auf quasi jedem wird man dazu aufgefordert, ihm auf Twitter zu folgen oder einzusteigen, weil das Leben eine Reise ist. Paulo Coelho auf Twitter zu folgen ist eine Idee, die mir Angst macht. Auf 140 Zeichen ständig in anderen Worten gesagt zu bekommen, dass ich nicht mein Leben träumen, sondern meinen Traum leben soll… das ist lebensgefährlich.
Aber auch so ist die Messe vermintes Gelände. Kollege R ist, nachdem er Frank Schirrmacher vor der Behindertentoilette getroffen hat auf einer Softeis-Lache ausgeglitten und hätte sich um ein Haar alle Knochen gebrochen. Und Kollegin S hat eben so mir nichts dir nichts erfahren, dass das Jetzt-Magazin in dessen Büroräume sie täglich zum Schreiben geht, bereits vor Jahren eingestellt wurde. Das Leben ist manchmal grausam. Auch zu Boris. „Das Leben mit mir ist nicht immer einfach“, sagt er und sieht dabei ziemlich verquollen aus. Wie kann man nur so ungesund aussehen, nachdem man Leistungssport betrieben hat?
Er redet viel darüber, dass er über seine Ex-Frauen nicht mehr reden will, deshalb hat auch ein Buch über sie geschrieben. Auch darüber, dass Sandy ihm kein Frühstück gemacht hat. Etwas widersprüchlich die Aussage, in diesem Buch nur fünf Prozent seines Lebens verwurstet zu haben, aber, „wenn man schon eine Biografie schreibt, dann alles“. Hä? Wenn das mit dem Frühstück machomäßig rüberkommt, ist das für ihn ok, „Ich muss mich nicht verstecken“.
Schließlich gibt es nicht nur Gründe warum man sich trennt, sondern vor allem, warum sich all die Frauen in ihn verliebt haben. Bum Bum Boris ist übrigens Journalist, sagt er. Das ist mir neu. Ansonsten ist er wirklich sehr, sehr langweilig. Er sagt er arbeitet gerne. Ich nicht. „Ich bin stolz, Deutscher zu bin“, obwohl er zur Zeit in London wohnt. Vielleicht kommt er zurück nach Deutschland. Hoffentlich nicht.
Ich will ja nicht kleinlich sein, aber wenn sich der Titel des Beitrags schon über Sprache oder Grammatik lustig macht, wäre es doch ganz pfiffig(,) selbst mal die Zeichensetzung des Blogs zu checken. Vielleicht hier und da mal ein Komma? Das eine oder andere Personalpronomen ist übrigens auch auf der Strecke geblieben…