vonAline Lüllmann 17.11.2016

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Don’t be evil lautet zwar noch immer das Motto des Suchmaschinenriesen Google, doch dass der Konzern sich selbst an dieses Gebot hält, kann eigentlich nur bejahen, wer die Vermeidung von Datenschutz und von Steuern für eine gute Sache hält. Da aber auch milliardenschwere Unternehmen bisweilen eine gewisse corporate responsibility verspüren, schütten sie manchmal einige Millionen für gute Sachen aus.

So erhörte Google 2015 die Klagen der Verlagsbranche, die mit digitalem Journalismus auf keinen grünen Zweig kommt und legte die Digital News Initiative auf. Über drei Jahre und mit insgesamt 150 Millionen Euro sollen in Kooperation mit den Zeitungsverlagen digitale Innovationen gefördert werden. Im ersten Anlauf wurden 27,3 Millionen Euro für 128 europäische Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Medienumfeld vergeben. In der zweiten Förderrunde hatte sich auch die taz beworben, für ein Projekt um ihr freiwilliges Bezahlmodell taz.zahl ich, mit dem die freiwillige Unterstützung von Online-Journalismus einfach und komfortabel gestaltet werden kann – und einen Zuschlag erhalten. Die Liste der geförderten Projekte finden Sie hier.

Zusammen mit dem Technologie-Partner Sourcefabric – einem Non-Profit-Unternehmen, das Open Source Software für die News-Branche entwickelt – wird die taz jetzt Werkzeuge entwickeln, mit denen den NutzerInnen ihrer Webseite erleichtert wird, das kostenlose Angebot journalistischer Arbeit freiwillig zu unterstützen. Sie also nicht durch Aufbau einer Paywall mit einer Bezahlschranke zu konfrontieren, sondern ihnen die Paywahl zu lassen. Dieses Konzept kollektiver, solidarischer Unterstützung, das die taz erfunden hat und mit taz.zahl ich seit einigen Jahren erfolgreich praktiziert, soll mit den neuen Software-Werkzeugen weiter optimiert und ausgebaut werden.

Von den Entwicklungskosten, die mit 156.450,00 Euro veranschlagt sind, übernimmt die Digital News Iniative 70 Prozent, die taz 30 Prozent. Das Sustained cooperative funding toolset for online publishing, wie es im Antrag heißt, wird danach der Open Source Community und auch anderen journalistischen Projekten zur Verfügung stehen.

Gideon Lehmann, Head of Client Projects bei Sourcefabric: Im Rahmen des Projektes wollen wir nun die Bandbreite innovativer Refinanzierungsmodelle für digitale Newsportale vergrößern und eine moderne Alternative zu traditionellen Bezahlschranken und Abonnements anbieten, die sowohl für bereits etablierte Newsanbieter, als auch für neue Online-Medien gleichermaßen interessant ist.

 Das Projekt startet im Januar 2017 und wird voraussichtlich 9 Monate dauern.

Foto: Karsten Thielker

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