von 20.12.2013

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kaija-kutterEinige Mitarbeiter Hamburger Behörden mögen sie gar nicht; das sind meist jene, die ihren Blick zu fürchten haben. Andere respektieren sie innig, aus ähnlichen Gründen wie jene, die sie sich vom Leib halten wollen: Kaija Kutter hat den besonderen Blick auf die Abgründe des Akten- und Verwaltungswesens. Und insofern für das, was an Schicksalen, Ungerechtigkeit und Misslichkeiten hinter diesen Papieren steckt.

2008 und 2009 war sie in Hamburg, wo sie als Redakteurin für Bildung und Soziales in unserer Regionalredaktion seit vielen Jahren arbeitet, die erste Journalistin, die dem in jeder Hinsicht antiuniversitären Treiben der frisch installierten Präsidentin der Hamburger Universität, Monika Auweter-Kurtz, zu Leibe rückte. Kutter war es, die den Unmut in der Hamburger Universität aufzugreifen und aufzubereiten wusste – ehe schließlich auch die Mainstreammedien der Hansestadt nachziehen mussten: Ja, dieser Apfel namens Universitätsreform, personalisiert in dieser unglücklich unbegabten Präsidentin, war faul.

Unsere Kollegin, die auch beim taz.lab 2010 „Universität“ in Berlin eine höchst instruktive Rolle spielte, hat schließlich vor vielen Monaten in Hamburger Behördenschriftgütern etwas entdeckt, was sich im Laufe des Jahres zum Skandal um die sogenannte Haasenburg ausweitete. Kaija Kutter zunächst aus Hamburger Perspektive, schließlich in enger Kooperation mit dem Kollegen Kai Schlieter, Leiter des Ressorts Recherche und Reportage, haben mit sensibel und gründlich recherchierten Texten aufgedeckt: Dass (Hamburger) Jugendliche in einem brandenburgischen Heim unter unhaltbaren Bedingungen leben müssen. Kai Schlieter vor allem umriss mit seinen Recherchen vor allem, dass dieser Fall kein lokaler ist – die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen berührt politische Fragen bundespolitischer Relevanz.

Von einer Jury des renommierten „Medium-Magazin“ in Frankfurt am Main wird Kaija Kutter nun das Prädikat, konkret: der Preis des „Journalisten des Jahres“ in der Kategorie Regionales zuerkannt.

Wir gratulieren ihr sehr herzlich – und finden, offen gestanden, dieses Lob nur zu verdient!

Siehe auch: Kurze Chronik zum Haasenburg-Skandal

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https://blogs.taz.de/hausblog/kaija-kutter-ist-lokaljournalistin-des-jahres/

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kommentare

  • Ich finde es super. Frau kutter hat es echt verdient, ihr haben wir eine menge Zu verdanken. Ich glaube ohne sie wäre das meiste Unendeckt geblieben…

  • […] Auf Platz drei kommt ein Artikel über die Misshandlung von Kindern und Jugendlichen in Haasenburg-Heimen. Der Text ist das Ergebnis monatelanger Recherchen. In der Folge kommt es zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen dem Heimbetreiber und der taz – davon zeugen die Richtigstellungen unter dem Artikel. Außerdem setzt die Landesregierung Brandenburgs eine Untersuchungskommission ein, um die Zustände bei dem Betreiber zu überprüfen. Der Bericht (hier als PDF, ab Seite 77) bestätigte die Misshandlungs-Vorwürfe. Die Landesregierung ordnet die Schließung der Heime an, am 20. Dezember werden die letzten Jugendlichen aus der Einrichtung geholt. taz-Redakteurin Kaija Kutter wird vom Medium Magazin als Lokaljournalistin des Jahres ausgezeichnet. […]

  • aha, direkt gegen den antiiintellktualismus und die verbonsaiung der ersten massenintellektuellenschichten – gerade von den „zuständigen“, auch noch „frau“, offiziel fürs gegenteil.

    die sozialpsyche-analyse dieses „double-bind“ iost leide fast überall möglich, daher ist der „schluss“ von lokal auf global leider zwingend.

    wie die bedutung von „schluss“ verdoppelt werden kann, ist eine frage von globaler bedeutung!!.

    glückwunsch!!

    • ??? Ich als Bonsai unter den Intellektuellen verstehe leider diesen Kommentar überhaupt nicht. Aber vielleicht liegt das daran, das ich keine Sozialpsyche habe und schon gar nicht double-bind.

      • Herr Cohnen, keine Sorge. Ich als General Sherman Tree unter den Intellektuellen verstehe diesen Kommentar auch nicht.

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