von 15.04.2010

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Die taz in der nächsten Woche wird eine andere sein. Sie wird anders aussehen, zumindest ein bisschen; nicht alle Seiten werden dort sein, wo unsere Leser sie erwarten. Einige Rubriken werden sogar ganz entfallen. Wahrscheinlich wird diese taz unseren Lesern chaotischer vorkommen, vielleicht werden darin auch mehr Fehler sein.

Dass sich in dieser Woche etwas ändert, liegt an den Menschen, die die taz machen. Die taz-Redaktionsmitglieder bleiben dieselben – aber sie ordnen sich um. Zum 31. taz-Geburtstag werden eine Woche lang alle Leitungsposten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernommen, die jünger sind als die Zeitung selbst. Volontäre, junge Redakteurinnen und Praktikanten besetzen Ressortleitungen und Chefredaktion; wer bisher Chef war, wird wieder Redakteur oder Reporterin. Hier die neuen und die bisherigen Chefs:

Bisher liegt der Altersschnitt bei den Ressortleitern der taz bei 43 Jahren, durchschnittlich sind sie seit elfeinhalb Jahren in der Redaktion. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ab Montag die taz leiten, sind im Mittel 28 Jahre alt und erst seit anderthalb Jahren bei der Zeitung. Zur jüngsten Ressortleiterin wird die 20-jährige Miram Nagels, Prakikantin in der Werbeabteilung, die die Berlin-Redaktion übernehmen wird. Noch gravierender ändert sich das Geschlechterverhältnis. Während momentan nur gut ein Viertel der Leitungsposten von Frauen besetzt wird, ist es in der kommenden Woche umgekehrt: nur noch ein Viertel sind Männer.

Das Experiment zielt in erster Linie nach innen. Die taz will junge und neue Mitarbeiter noch mehr ermutigen, selbstbewusst aufzutreten und ihre Ideen, Themen und Meinungen in die Zeitung zu bringen. Und auch dann, wenn in der übernächsten Woche die Zeitung wieder so aussieht wie sonst, soll etwas von dieser Woche bleiben: Ideen, Strukturen, Experimente.

Das Bild zeigt von oben in der Mitte im Uhrzeigersinn:

– Luise Strothmann (24), Volontärin, seit einem Jahr in der taz, löst Ines Pohl (43) als Chefredakteurin ab
– Julia Seeliger (31), Online-Redakteurin, seit anderthalb Jahren in der taz, löst Malte Kreutzfeldt (38) als Leiter des Ressorts Wirtschaft und Umwelt ab
– Franziska Seyboldt (26), Online-Redakteurin, seit zwei Jahren in der taz, löst Andreas Fanizadeh (47) als Kulturchef ab
– Verena Schneider (29), seit einem Jahr bei den Chefs vom Dienst, löst dort den Ressortleiter Klaus Hillenbrand (52) ab
– Paul Wrusch (25), Ex-Volontär, ersetzt Ulrich Schulte (35) als Inlandschef
– Frauke Böger (28), seit einem halben Jahr Volontärin, übernimmt das Schwerpunkt-Ressort von Thilo Knott (38)
– Julia Herrnböck (28), seit Februar Praktikantin, übernimmt das Auslandsressort von Beate Seel (57)
– Mathias Königschulte (35) ist seit einem halben Jahr in der Fotoredaktion und übernimmt diese von Petra Schrott (51)
– Nadine Fischer (29) übernimmt das Layout von dem derzeit amtierenden Ressortleiter Bernd Cornely (46)
– Bernd Skischally (27), Ex-Praktikant, übernimmt die Meinungsredaktion von Ines Kappert (40)

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https://blogs.taz.de/hausblog/machtwechsel_in_der_taz/

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kommentare

  • Ich bin froh und glücklich, dass nach diesem Wochenende das Experiment ein Ende hat! Ich war durchaus gespannt, wurde aber ganz schnell enttäuscht: viele große Bilder, überflüssige Nabelschauartikel, Rückblicke auf früher, nichtssagende Illustrationen, unleserliche Krakelcomics und fehlende „Wahrheit“ – das war eine taz light, die ich wirklich nicht brauche.
    Einziger Vorteil: normalerweise reicht mir die Busfahrzeit von und zur Arbeit mit jeweils 45 Minuten nicht aus um die taz zu lesen. Diese Woche konnte ich mich schon während der letzten 15 – 20 Minuten der Hin- und auf der gesamten Rückfahrt meinem Hörbuch widmen…

  • Die Idee des Machtwechsels unterstütze ich völlig.

    Allerdings wirken manche Artikel etwas unübersichtlich. Alles eine Frage der Gewöhnung. Wir sind ja doch flexibel.

    Aber eine TAZ ohne verboten und die Wahrheit geht gar nicht.

    Ist wie ein Kuchen ohne Kirsche darauf, wie wir Franzosen sagen.

  • Überzeugend ist das leider nicht mit der „jungen“ taz, ohne verboten, Wahrheit und Tom fehlt Entscheidendes. Wirkt auch etwas unübersichtlich und erinnert einen eher an junge welt oder jungleworld style und damit etwas abturnend. Die alte taz wirkt da frischer und die comics sind echt öde!! taz zwei ist auch klarer und übersichtlicher. Schade drum!

  • Alles gut und schön: aber ohne Wahrheitsseite und verboten ist die TAZ nicht mehr dass, was sie ist. Diese comics machen mich null an – wo ist mein TOM?

  • Wow, Nadine Fischer! Layout der Print-taz ist schon jetzt besser als bei der „Alten“-Ausgabe. Zwar nicht revolutionär, aber irgendwie aufgeräumter… schön viel Weiß, abgerundete Ecken, schön!

    Aber (da hat Icke ja nun wirklich Recht): taz ohne Wahrheit und TOM geht echt nicht!!! Ganz schlechte Entscheidung – und wenn es dabei bliebe ganz klar ein Grund, das taz-Abo zu kündigen (aber das wissen „die Jungen“ natürlich – und wollten die alten taz-Säcke vielleicht nur mal an der empfindlichsten Stelle kitzeln, nicht wahr?)!

  • Gute sache das. ich wünsch euch allen ein glückliches Händchen. Und bloß den Spaß nicht vergessen.
    Nur eins noch: „Machtwechsel in der taz“?
    Aber aber. Keine Macht füt Niemand!

  • Richtig so. Die Diktatur der alten Säcke muß an allen Stellen durch den Einmarsch unverbrauchter junger Diktatoren durchbrochen werden. Schreiten Sie bitte zum Diktat!

  • Hoffentlich werde ich nicht auch noch ausgetauscht als „alter“ Abonnent.
    Glückwunsch zu dieser Idee. Mal sehen, was die Jungen drauf haben.

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