vonDaniél Kretschmar 17.12.2016

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„Schengen für uns, Zäune für Afrika“ war der Titel der Premierenveranstaltung einer taz-Recherche zur Migrationspolitik der EU in Afrika. „Es würde keine gute Unterhaltung werden“ , hatte taz-Chefredakteur Georg Loewisch zu Beginn der Veranstaltung gewarnt. Denn die Fragen des Abends sind eher unangenehm: Wie versucht die EU, Menschen in Afrika davon abzuhalten, nach Europa zu kommen? Und wer hilft ihr dabei? Und wer bezahlt da was?

Es ist ein riesiges Unterfangen, was sich die Strateg*innen in Brüssel da ausgedacht haben, verstreut in tausenden Verhandlungsprotokollen, Strategiepapieren und Vertragswerken. Grenzanlagen sprießen auf dem afrikanischen Kontinent aus dem Boden, Millionen von Menschen werden mit ihren biometrischen Daten erfasst, Entwicklungshilfe für Diktatoren als Belohnung für Abschottung. Einen auch nur ungefähren Überblick zu haben, ist für Einzelne kaum möglich.

Was 24 Journalist*innen in 21 Ländern herausgefunden haben, wurde am Abend, 15.12.16, im überfüllten Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg vorgestellt. Die Afrika-Korrespondentin Simone Schlindwein, Reportage-Redakteur Christian Jakob und taz.de-Chef Daniél Kretschmar präsentierten das Resultat: Eine Onlineplattform (erreichbar unter https://migration-control.taz.de/), mit Dossiers zu den einzelnen Ländern, denen Reportagen, Statistiken und EU-Originaldokumente beigefügt sind.

Screenshot migration-control.taz.de

Weiteres Licht ins Dunkel brachten an diesem Abend die Redner*innen Samir Abi von der togoischen NGO Observatoire Migration, Michael Flynn vom Genfer Global Detention Project und Chris Jones von Statewatch aus London, alle samt Partnerorganisationen des taz-Projekts.

Berichte über das Projekt finden sich unter anderem bei der Deutschen Welle, dem Deutschlandradio und Radio 1.

Bilder: oben – das Podium im Ballhaus Naunynstraße; unten – Screenshot von Migration Control.

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