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von 06.05.2010

taz Hausblog

Wie tickt die taz? Das Blog aus der und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Ute Scheub, Vorsitzende des Kuratoriums der taz Panter Stiftung
Ute Scheub, Vorsitzende des Kuratoriums der taz Panter Stiftung
Von Ute Scheub

„Manchmal ist nicht nur wichtig, was geschrieben wird. Sondern auch, wer schreibt.“ So hieß es in einer Stellenanzeige, die vor kurzem in der taz erschien. Über 110 Bewerberinnen haben sich gemeldet und allein die Zahl war schon ein großartiger Erfolg für die taz und für die StifterInnen, die mit Ihrem Geld dieses Volontariat der taz Panter Stiftung möglich gemacht haben.

Viele Bewerbungen ließen hochspannende Biografien und vielfältige Talente durchschimmern, sodass Chefredakteurin Ines Pohl die Auswahl von fünf Anzuhörenden nach ihrem eigenen Bekunden „sehr schwer“ fiel. Ebenso schwer war es für Ines Pohl und mich, die fünf Kandidatinnen anzuhören und danach eine einzige auszuwählen. Am liebsten hätten wir alle fünf gleichzeitig angestellt, so begeistert waren wir von diesen frischen, lebendigen und vielseitigen Frauen.

Am Ende haben wir uns für eine junge Deutschirakerin entschieden. Sie wurde im Irak geboren, lebt seit 1990 in Deutschland und macht gerade ihren Studienabschluss. Die Bewerberin überzeugte uns durch ihre klare politische Haltung, ihre kreativen Ideen, ihre große sprachliche Begabung und ihre Identifizierung mit dem taz-Projekt. Wir sind uns sicher, dass sie die taz mit wichtigen Impulsen bereichern kann. Sie ist derzeit dabei, ihre Magisterarbeit vorzubereiten und wird deshalb frühestens am 1. Dezember antreten können.

Und das führt direkt zu unserer zweiten Entscheidung. Im Haushalt der taz-Stiftung hatten wir bereits ab Oktober Kosten für das Volontariat eingestellt. Da diese nun frühestens ab Dezember anfallen, haben wir unserer zweiten Spitzenkandidatin ein Trainee-Programm von Oktober bis Dezember angetragen, das ebenfalls mit 1.000 Euro monatlich bezahlt wird.

Unsere zweite Favoritin ist in Ruanda geboren, hat eine Tutsi-Mutter und einen deutschen Vater – was die Familie 1994 vor dem Genozid, aber nicht vor Traumata gerettet hat. Die junge Frau hat in Berlin studiert und eine Tischlerausbildung gemacht, betreibt einen Kulturverein und hat sich sehr viel mit Traumaforschung und Tanztherapie auseinandergesetzt.

Wir geben nun zwar mehr als beabsichtigt aus, glauben aber, dieses Geld gut angelegt zu haben in die Förderung dieser beiden beeindruckenden Frauen.

Wenn Sie uns weiterhin geneigt bleiben und an die Stiftung spenden, dann können wir perspektivisch noch mehr solche Vorhaben fördern. Deshalb hier noch mal der Link zu den Spendenmöglichkeiten.

Mit heißem Dank für Ihre Unterstützung grüßt Sie sehr herzlich Ihre

Ute Scheub
Kuratoriumsvorsitzende der taz Panter Stiftung

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https://blogs.taz.de/hausblog/unsere_neue_volontaerin/

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kommentare

  • @Neon: Das ist so nicht ganz richtig. Die 108 anderen Bewerber hatten ebenfalls Migrationshintergrund (dieser war in der Stellenausschreibung ausdrücklich als Einstellungsvoraussetzung genannt worden).

    Zusätzlich zu dem gerade neu geschaffenen Volontariat für eine Frau mit Migrationshintergrund haben wir noch vier Volontariatsplätze, die auch Männern und auch Nichtmigranten offenstehen.

    Insgesamt hat die taz gut 200 Mitarbeiter. Wenn wir jetzt 110 Volontäre eingestellt hätten, hätten wir diese nicht mehr so gut betreuen können, wie es unseren Ansprüchen entspricht. Es hätte uns auch finanziell überfordert. Sie helfen uns mit einem Abo, die Finanzkraft der taz zu stärken und zusätzliche Mitarbeiter einzustellen.

  • Wirklich schön für Sie, dass sie so aus dem Vollen schöpfen können. Die andere Seite der glänzenden Medaille sind die 108 „Übriggebliebenen“, ohne exotischen familiären Hintergrund. Diejenigen aus Ostwestfalen-Lippe, deren Mütter nur in einer Kantine gearbeitet haben und schon froh sind beim Italiener auszuhelfen um gerade so über die Runden zu kommen. Sie können zusehen wie ihr Leben, ihre Talente und ihre Hoffnungen an sie vorbeiziehen wie ein vorbeifahrender Bus, in den man nie die Chance gehabt hat einzusteigen.

  • Ein wenig mehr Informationen zu den beiden und etwas weniger zum Organisatorischen hätten mir besser gefallen ;)

    freue mich darauf auf ihre Beiträge zu lesen!

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