vonHelmut Höge 25.08.2008

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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mädchen am kanalufer

„Wie ist das holländische wort für poller nochmal,verflixt,“
schrieb Peter Grosse zu diesem, seinem Bild. Das Wort, das
ihm nicht einfiel – zu der lesenden Amsterdamerin am
Kanalufer, war „Amsterdammertje“, es heißt jedoch übersetzt
„Kleiner aus Amsterdam“. Das war wohl nichts, Grosse, dachte
ich, aber dann las ich: „Seit 2000 werden jährlich etwa
2.000 Amsterdammertjes entfernt. Im Jahr 2003 waren nur
noch 37.616 Amsterdammertjes von einst über 100.000 übrig.“
Und begriff: Er wollte mit seiner Bildunterschrift sagen:
Da wo jetzt die Amsterdamerin sitzt, stand früher ein
Amsterdammertje. Das war bevor in Amsterdam das
„Entpollerungsprogramm“ griff.
Als ich 2000 einmal in einem mecklenburgischen Bauernhof,
der zu einem toskanischen Seehotel umgebaut worden war,
übernachtete, las ich dort in einer herumliegenden
Broschüre, das dieses Haus, in dem man sich die ganze Nacht
mit italienischem Wein selbst bedienen konnte, dem
Dortmunder Professor und Berliner Architekten Natubs
gehörte. Natubs war allgemein bekannt: In den späten
Siebzigerjahren hatte er die überkandidelten “Kudamm-
Poller” entworfen – als neue stumme Polizisten zur

Reterritorialisierung der einstige 68er-Demo- und

Randale-Meile durch die dortigen Haus-

und Boutiquenbesitzer (nach 1989 wurde dann ein Relaunch
fällig, der noch immer anhält).
Durch die Broschüre im Seehotel erfuhr ich nun auch noch,
dass Natubs ein „Entpollerungsprogramm“ für Amsterdam
entworfen hatte. Das ist zwar alles schon in einer anderen
Pollergeschichte erzählt worden, aber ich wiederhole es hier
trotzdem noch einmal.

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