vonHelmut Höge 04.06.2014

Hier spricht der Aushilfshausmeister!

Helmut Höge, taz-Kolumnist und Aushilfshausmeister, bloggt aus dem Biotop, dem die tägliche taz entspringt.

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Lokal handeln

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Auf den Einsatz warten

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Veranstaltungsankündigung

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Es gab bereits die „Konferenz der Tiere“, den „Kongreß der Regenwürmer“, der „Pinguine“, „Führungskräftetraining mit Pferden“, den „Krieg der Molche“, „Tiergestützte Pädagogik als Chance für verhaltensauffällige Kinder“, einen „Benny-Haerlin-Kongreß über Pflanzen“, das „Internationale Symposium ‚Hufrehe'“, ein „Symposium über die Zukunft der Wildkatze in Deutschland“ und sogar mehrmals eine „Verleihung der ‚Goldenen Ringelgansfeder’“ auf der Hallig Hooge…

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Nun kommt es auf eine Veranstaltung (mit Catering!) mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an:

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Themen (Impulsiv-Vorträge):

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Kreuzotter

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Frosch

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Kühe/Rinder

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Hunde

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Schweine

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Molche/Salamander

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Katzen

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Singvögel

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Menschen/Affen

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Mikroben

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Hühner

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Bären-Massage gegen Rheuma

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Der Bauer soll sich hüten, nur über Eiern zu brüten,“ titelte die FAZ heute über einige „Politikempfehlungen“ des deutschen Bioökonomierats, einem „unabhängigen Beratungsgremium der Bundesregierung“. Diese empfiehlt sich da also quasi selbst – aber ganz unabhängig voneinander. Eine andere Landwirtschaft muß her! „Folkhard Isermeyer, Präsident des Thünen-Instituts in Braunschweig (wo Boden-, Holz- und Fischereiforschung betrieben wird) und zugleich Vorsitzender des Bioökonomierats, hat das in einem mehrseitigen Papier deutlich gemacht. Wissend, dass sich die Landwirtschaft strukturell vom Leitbild des kleinen bäuerlichen Familienbetriebs verabschiedet und sich zur „marktausgerichteten Hochleistungslandwirtschaft“ wandelt und darüber hinaus auch noch mehr denn je mit Klimawandel, Umweltschutz und Energiefragen auseinanderzusetzen hat, erteilt er der Politik eine Reihe konkreter Politikempfehlungen…Den breiten Ausbau von Aquakulturen auf Bauernhöfen – ein weltweit wachsender Markt. Der Anteil Deutschlands an der Welterzeugung sei in 50 Jahren von einem Prozent auf weniger als 0,05 Prozent gesunken, der Selbstversorgungsgrad Deutschlands bei Fischen und Fischereierzeugnissen liege bei nur 22 Prozent. „Durch die Integration von Aquakulturen in agrarische Produktionssysteme ließen sich Synergien erzielen.“ Mit Algenproduktionen etwa werden weltweit immer mehr Rohstoffe wie Öle oder Nahrungsgänzungsmittel erzeugt. Auch die gegenwärtige Nutztierhaltung, die Vielfalt der geförderten Kultursorten und die Konzentration in der sogenannten „Eiweißstrategie“ auf Nutzpflanzen wie die Sojabohne sehen die Bioökonomen kritisch. Damit ist endgültig klar: Das harte ökonomische Ringen um Boden und natürliche Ressourcen geht in eine weitere Runde.“

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Auf der gleichen Seite berichtet die FAZ über die „Politikempfehlungen der Klimawissenschaftler“. Unter dem Titel „Wieviel Klimaforschung braucht ihr noch?“ heißt es da: „Seit fast 25 Jahren bemüht sich die internationale Klimadiplomatie nun schon um den Abschluss eines globalen Abkommens, mit dem die Treibhausgasemissionen wirksam begrenzt werden können. Und ebenso lange sind die Klimawissenschaften ein unerlässlicher Begleiter dieses politischen Prozesses gewesen. Doch nach der Veröffentlichung aller drei Teile des fünften IPCC-Sachstandsberichts…hat sich allenthalben Ernüchterung breitgemacht. Vergleicht man die Stimmung mit jener zwischen der Veröffentlichung des vierten IPCC-Berichts 2007 und dem Klimagipfel von Kopenhagen 2009, so fällt zum einen auf, dass heute kaum noch jemand riskiert, den baldigen Durchbruch bei den Klimaverhandlungen zu verkünden. Zum anderen nehmen auch Warnungen vor nahenden Großkatastrophen wesentlich weniger Raum ein.“ (1)

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Dennoch gilt nach wie vor das Diktum des Dramatikers Heiner Müller: „Hoffnung ist vor allem ein Mangel an Information.“

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Und dann die Frage: Kann man „Synergien“ nicht künstlich herstellen – warum muß man dabei denn noch in Echtzeit den mühsamen und sündhaft teuren Umweg über Fischzuchtanlagen auf Bauernhöfe nehmen?

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Anmerkung:

(1) Weiter schreibt die FAZ in ihrem Klimaartikel: „Unter dem Eindruck, dass die Absage an die Erreichbarkeit des 2-Grad-Ziels zu einem Fatalismus führen könnte und einem Drittmittelmarkt, auf dem Zuversicht nach wie vor großzügig honoriert wird, ist eine immer paradoxere Situation entstanden. Mit jedem weiteren Jahr weltweit steigender Emissionen fallen die Modellannahmen über die Transformationsfähigkeit unserer Volkswirtschaften immer optimistischer aus. Während es in der Politikberatung lange „Common sense“ war, dass der globale Emissionsgipfel deutlich vor 2020 erreicht werden müsse und anschließende Emissionsminderungsraten von jährlich mehr als drei Prozent nicht realistisch seien, hält der neueste IPCC-Bericht auch einen Höchststand der Emissionen 2030 noch für 2-Grad-kompatibel, wenn auch nur mit anschließenden Minderungsraten von sechs Prozent. Zudem geht die Gesamtrechnung des IPCC nur dann noch auf, wenn in erheblichem Umfang „negative Emissionen“ miteinkalkuliert werden, also das planförmige Entziehen von Treibhausgasen aus der Atmosphäre, etwa durch den großflächigen Einsatz von Biomasse-Kraftwerken mit CCS-Technologie. Mit dieser Herangehensweise, die einen späteren Ausgleich für zunächst unterlassene Emissionsminderungen ermöglicht, belegen Klimaökonomen wohl eher ungewollt ihre Politikfähigkeit. Im Politikbetrieb ist es gängige Praxis, bei der Formulierung gesamtstaatlicher Budgets die Option zur Verschuldung schon miteinzukalkulieren.“

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Aufmerksame Tiere

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P.S.: In der Reihe „Kleiner Brehm“ erschien soeben der Band 8 „Bienen“, der Band 9 „Kühe“ folgt in der nächsten Laktationsperiode.

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https://blogs.taz.de/hausmeisterblog/2014/06/04/globallokalegal/

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