Selbst die Zensur hat ihre zwei Seiten: Gäbe es einen Zensor, würde den der möglicherweise politsche Gehalt meines Gedichts sofort beunruhigen. Und jedes meiner Worte und jede meiner Wendungen würde sich dem, der an den Zensor dächte, mit einer Nebenbedeutung aufladen. Gibt es ihn nicht, denkt keiner an ihn. Und so handelt mein Gedicht ganz unpolitisch davon, dass ich untätig auf das richtige Wetter warte, um wieder hinaus und auf die Straße zu gehen.
18.02.2026
In Flecken Schnee von gestern auf dem Dach,
darüber Wolken, die ins Kalte nässen.
Ein Nachbarhund schlägt hin und wieder Krach.
Ich mache Pläne. Um sie zu vergessen.
Bewegung wärs, Bewegung! Bloß, wohin?
Sie ziehen sich, die letzten Wintertage.
Ich friere, weiß ich, weil ich lustlos bin.
Und lustlos schick ich mich in meine Lage.