vonHans-Ulrich Dillmann 07.05.2010

Latin@rama

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Zum guten Schluss bekamen die Organisatoren der „Feria de Libro 2010“ in der dominikanischen Hauptsatadt Santo Domingo kalte Füsse. Der „Triumph des Willen“, der NS-Propagandafilm von Leni Riefenstahl, den sie als einen der „zehn besten Dokumentarfilme der Welt“ angekündigt hatten, wurde Donnerstagabend kurzfristig abgesetzt. Tagelange Proteste einzelner dominikanischen Intellektuellen, die sich gegen die unkommentierte Veröffentlichung des Films über den NSDAP-Parteitag 1934 in Nürnberg wandten, und Presseberichte blieben vergeblich. „Der Film wird gezeigt“, wurde inoffiziell mitgeteilt. Offizielle Stellungnahmen gab es weder von der Leitung der Buchmesse noch vom zuständigen Kulturministerium. Auch schriftliche Anfragen des Autors an die Pressestelle blieben unbeantwortet.

Am Donnerstag kam dann die Wende. Wenige Stunden vor der Vorführung wurde „Der Triumph des Willens“ ohne Kommentar vom Programm gestrichen. Wie auf der Buchmesse bekannt wurde, hat eine Anfrage der israelischen Botschaft, warum ein ausgewiesener NS-Propagandafilm gezeigt werde, die Verantwortlichen „zum Umdenken“ bewegt. Anstelle von Leni Riefenstahls Auftragsarbeit für Adolf Hitlers wurde der Film „La Hora de los Hornos„, „die Stunde der Öfen“ gezeigt. Dies sei aber „keine Anspiel an die Verbrennungöfen in den Konzentrationslagern“, erklärte eine Mitarbeiter der Videoteca auf der Buchmesse.

http://blogs.taz.de/latinorama/2010/05/06/eros_nein_danke_nazipropaganda_kein_problem/

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