Seit Tagen diskutiert die EU über die Frage, ob und wie man mit Kremlchef Putin sprechen sollte, um den Krieg um die Ukraine zu beenden. Nun ist Finnlands Präsident Stubb vorgeprescht – und prompt bricht Streit aus.
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen äußerte sich ablehnend. „Ich bin sehr skeptisch gegenüber dieser unabhängigen Initiative Norwegens und Finnlands. Sie wurde mit niemandem von uns abgestimmt“, sagte sie.
Auch Schwedens Ministerpräsident Kristersson äußerte Zweifel an der Initiative. „Mein Eindruck ist, dass alle Frieden wollen – außer Putin. Ich habe sehr geringe Erwartungen an diese Art direkter Gespräche“, sagte er.
Der Streit überschattete eine Sitzung des Nordischen Rates in Helsinki. Normalerweise treten die Nordeuropäer geschlossen auf – nun sind sie gespalten. Neben Finnland war auch Norwegen aus der harten Linie ausgeschert.
Merz hat Gespräche verhindert
Und was macht die EU-Führung in Brüssel? Sie führt nicht, sondern sie schweigt. Beim EU-Gipfel im Juni hatte Kanzler Merz verhindert, daß EU-Ratspräsident Costa einen Draht zum Kreml aufbaut.
Seitdem passierte – nichts. Offenbar wissen Merz, von der Leyen und die eigentlich zuständige Außenbeauftragte Kallas nicht, was sie tun sollen, nachdem die Trump-Flüsterei offensichtlich gescheitert ist.
Eigentlich wollten die Chefs die EUropäer auf ein weiteres Kriegsjahr vorbereiten und noch mehr Geld für die Ukraine locker machen. Nun bröckelt die Einheit…
Siehe auch Stubb hat mit Putin gesprochen – aber nicht im Namen der EU