vonericbonse 25.10.2026

Lost in EUrope

Eric Bonse, EU-Korrespondent der taz in Brüssel, schreibt hier all das über Europa und seine Krise(n), was die EU gerne verdrängen würde | Headerbild: dpa

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Die Regierung habe die Kontrolle verloren, hieß es nach den Krawallen und Plünderungen am Wochenende in Paris. Doch was ist mit Präsident Macron? Hat er das Heft des Handelns noch in der Hand?

Und kann er noch über Krieg und Frieden in der Ukraine und in EUropa entscheiden (als Chef der “Koalition der Willigen”), während in seiner Heimat fast schon Bürgerkrieg herrscht?

Die Krawalle hätten Macron “in politische Handlungsunfähigkeit” gestürzt, schreibt Reuters.

“Sie offenbaren die politische Ohnmacht eines Staatschefs, der im Umgang mit dem gesellschaftlichen Unmut kaum noch finanziellen Spielraum oder politischen Rückhalt besitzt.”

Die Kassen sind leer, die Schulden explodieren, die Umfragewerte stecken im Keller – rund sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl steht Macron mit dem Rücken zur Wand.

Vorzeitiger Rücktritt?

Angesichts der verfahrenen Situation wird in Macrons Lager schon über einen vorzeitigen Rücktritt spekuliert. Dies wäre ​das Beste für das Land, sagte der frühere Abgeordnete Moreau.

Doch Macron will weiter den großen Staatsmann geben. Trotz der Krise brach er am Montag zu ​einer mehrtägigen Reise in die Golfregion auf, um über Energielieferungen zu verhandeln.

Aus Brüssel muß er keine Kritik fürchten: Die EU-Kommission verurteilte zwar die Ausschreitungen, sagte aber kein Wort zur Verantwortung von Macron – und zu seiner ungewissen Zukunft…

Mehr zu Macron hier.

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