Kanzler Merz habe sich bei seinem dritten Besuch bei US-Präsident Trump gut geschlagen, heißt es in Berlin. Doch in Brüssel und Madrid sieht man das völlig anders. Merz wirkte wie Trumps treuer Pudel.
Aus Brüsseler Sicht hat es Merz nicht geschafft, wie angekündigt den neuerlichen Zoll- und Handelsstreit zwischen den USA und der EU zu klären. Im Gegenteil, er ließ sich von Trump vorführen und durch den Kakao ziehen.
An den US-Handelsbeauftragten Greer gewandt sagte der US-Präsident: „Wie behandeln wir Deutschland? Ich denke, bei denen solltest du sehr, sehr hart zuschlagen.“ Trump gab Merz dabei einen Klaps aufs Knie. Reaktion? Keine!
Auch auf die Ausfälle und Drohungen gegen den spanischen Regierungschef Sanchez reagierte Merz nicht, jedenfalls nicht öffentlich.
„Sie waren unfreundlich”, sagte Trump mit Blick auf die spanische Weigerung, die US-Basen in Andalusien für den Krieg gegen Iran zu nutzen.
Deshalb habe er seinen Finanzminister Bessent angewiesen, „alle Deals“ mit Madrid einzustellen, so Trump. Welche Abkommen er meinte, blieb zunächst unklar. Klar ist, daß ein solches Vorgehen gegen EU-Recht verstoßen würde.
Merz verzichtete auf offener Bühne darauf, Sanchez in Schutz zu nehmen. Auf Nachfrage stimmte er sogar in das Sanchez-Bashing ein – und forderte, Spanien müsse sich an die Vorgaben zu den Nato-Verteidigungsausgaben halten.
Das ist jedoch falsch – denn diese Vorgaben sind nicht verbindlich, und Spanien hat beim letzten Nato-Gipfel eine Ausnahme erwirkt. Merz ist also einem wichtigen EU-Partner in den Rücken gefallen, statt ihn zu verteidigen.
Das will der CDU-Chef zwar später getan haben, hinter geschlossenen Türen. Dennoch ergießt sich in den sozialen Medien ein Shitstorm über den deutschen Kanzler. Man darf gespannt sein, ob dies auch ein Nachspiel in der EU hat.
Den deutschen Führungsanspruch in EUropa dürfte Merz’ Auftritt in Washington jedenfalls nicht stärken. Statt die EU und ihre Mitglieder zu verteidigen, hat er sich wieder als Trumps getreuer Pudel erwiesen…
Siehe auch „Spanien zeigt der EU, wie man Trump die Stirn bietet“
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