vonChristian Ihle 08.01.2010

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Rough Trade Shops: Indiepop 09roughtradeindiepop

Mal wieder ein gutes Timing der Herren von Rough Trade Shops! Selten in den letzten 23 Jahren war das gute alte C 86 – Genre so sehr Einfluss für eine Generation von Musikern, die – zwar immer noch weit von kommerziellen Erfolgen entfernt – den Unterground beherrschen. Während insbesondere in den USA mit Times New Viking, Wavves, Titus Andronicus und Konsorten die Fuzzgitarre ein Comeback feiert, wie man es kaum für möglich gehalten hätte, entscheiden sich die Rough Trade Shops Kompilateure aber für den noch klassischeren (also weniger mit Noise verheirateten) Indiepop-Ausdruck, den C 86 damals erfunden hatte und der in den letzten Jahren vor allem von Love Is All und Tullycraft mit Bravour auf die Bühnen dieser Welt gebracht wurde. Diese beiden sind dann auch die etabliertesten Künstler auf dieser Compilation, wobei Tullycraft mit ihrem „The Punks Are Writing Love Songs“ das Album mit einem Song eröffnen, der gleichermaßen als Ein-Satz-Zusammenfassung des ganzen Genres gelten darf.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=kiUzo38BbSA[/youtube]
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Doch nach der willkommenen Begrüßung durch zwei alte Freunde zeigen Rough Trade Shops – die unbestrittenen Könige des Mixtapeprinzips – wieder einmal eine beklatschenswerte Mischung aus bereits bekannt (Girls, Vivan Girls, Los Campesinos!), demnächst heiß (Dum Dum Girls) und völlige Neuentdeckung (Betty & The Werewolves). Kurz: die perfekte Genre-Compilation. Schon wieder.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=a9vzgSloTtk[/youtube]
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Anhören:
* Betty & The Werewolves: David Cassidy
* Love Is All: Wishing Well
* Girls: Morning Light

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Krautrock: Echoes & Masters

krautrock

Insbesondere in Großbritannien – aber auch den USA – wird wohl kaum ein Genre so sehr mit Deutschland verbunden wie „Krautrock“, was ja bereits im Schubladenetikett zum Ausdruck kommt. Dabei bleibt Krautrock bizarrerweise gerade hierzulande ein Musikgenre, von dem die meisten häufiger lesen als es tatsächlich zu hören. Während auch schon im letzten Jahrzehnt mit Stereolab oder Brian Jonestown Massacre und den Dandy Warhols aktuelle Bands ihre Krautrock-Einflüsse mehr oder weniger deutlich zu erkennen gaben, ist spätestens mit der sensationellen Rückkehr der Horrors klar, dass Krautrock vor allem im Pop-Mutterland wieder ein zentrales Thema ist.

Diese Krautrock-Compilation teilt sich in zwei Seiten: „Masters“ für die Klassiker, „Echoes“ für die Jünger. Die Pflichtaufgaben werden mit Faust und Neu! erfüllt (wenn man auch Can vermisst) und es darf eine gelungene Zusammenstellung bei den neueren Stücken auf der „Echoes“-Seite ebenfalls vermeldet werden. Schön ist hier auch zu verfolgen dass neue Krautrock-Jünger wie die Horrors oder LCD Soundsystem in das Krautrock-Template ihre anderen Einflüsse einbauen, ob Shoegaze und Post-Punk bei ersteren oder Post-Punk und die elektronische Revolution bei letzteren. Eine gelungene Genre-Compilation zum Einstieg, der wir jetzt auch die immer müßige Genrezugehörigkeits-Diskussion ersparen wollen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=K1lD5cE6Bwc[/youtube]

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