vonChristian Ihle 10.05.2010

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

1. Der Film in einem Satz

It’s life, and life only.

2. Darum geht’s

Al und Ivy sind schon seit frühen Schultagen miteinander befreundet und verbringen die Sommerferien miteinander. Nach und nach wird deutlich, dass Al mehr als freundschaftliche Gefühle für Ivy entwickelt. Ivy ist aber noch mit Greg zusammen, zumindest glaubt sie das.
Als Greg per Telefon Schluß macht, versucht Al zaghafte, etwas linkische Annäherungsversuche, die Ivy zunächst blockt.

Eine der schönsten Genrewortneuschöpfungen, die uns der Filmjournalismus in den letzten Jahren bescherte, ist „Mumblecore„. Mumblecore zeichnet sich durch die Absenz jeglicher plottreibender Einflüße aus, arbeitet kaum mit Kamerabewegungen, Close-Ups oder gar Montage, bevorzugt die Improvisation und zeichnet so ein direktes, „unverfälschtes“ Bild vom „Leben“. Mumblecore ist vielleicht die filmische Entsprechung von im eigenen Schlafzimmer auf 4-Track-Geräten aufgenommenem Ultra-LoFi-Singer/Songwriter-Twee-Pop, bei der man um alles in der Welt nicht verstehen kann, was der Typ eigentlich gerade singt.

So sind Filme wie „Exploding Girl“ natürlich ein Gegenentwurf zum schnellen Schnitt, den die MTV-Generation mit der Muttermilch aufgesogen hat und mögen die Geduld des einen oder anderen zu sehr auf die Probe stellen. Kann man sich aber auf „Exploding Girl“ einlassen, belohnt Bradley Rust Grays Film mit einer lebensnahen, zarten Geschichte um das Suchen und Finden in der späten Adoleszenz und zwei wirklich fantastischen Darstellern in Person von Mark Rendall und Zoe Kazan (der Enkelin von Elia Kazan, „Faust im Nacken“), die in Zukunft sicher noch für Aufsehen sorgen werden.

3. Der beste Moment

Bezeichnend, dass der lustigste Moment des Films aus einer improvisierten Szene heraus entstand, wie der Regisseur erklärte: Ivy zieht Al damit auf, dass er immer das gleiche T-Shirt trägt. Dabei handelt es sich aber eigentlich um eine Konversation der beiden Schauspieler, die auf dem Weg zum nächsten Drehort waren während die Kamera nur noch ungezielt mitlief.

4. Diese Menschen mögen diesen Film

Wem Pavements Musik immer schon zu strukturiert und zu kommerziell war.

* USA
* Regie: Bradley Rust Gray
* imdb

Anzeige

Dir hat der Beitrag gefallen? Teile ihn über Social Media. Du möchtest etwas dazu sagen? Weiter unten gelangst du zu den Kommentaren.

https://blogs.taz.de/popblog/2010/05/10/the_exploding_girl_regie_bradley_rust_gray/

aktuell auf taz.de

kommentare

  • […] Eine der schönsten Genrewortneuschöpfungen, die uns der Filmjournalismus in den letzten Jahren bescherte, ist “Mumblecore”. Mumblecore zeichnet sich durch die Absenz jeglicher plottreibender Einflüße aus, arbeitet kaum mit Kamerabewegungen, Close-Ups oder gar Montage, bevorzugt die Improvisation und zeichnet so ein direktes, “unverfälschtes” Bild vom “Leben”. Mumblecore ist vielleicht die filmische Entsprechung von im eigenen Schlafzimmer auf 4-Track-Geräten aufgenommenem Ultra-LoFi-Singer/Songwriter-Twee-Pop, bei der man um alles in der Welt nicht verstehen kann, was der Typ eigentlich gerade singt. (Quelle: Taz-Blog) […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert