vonChristian Ihle 30.06.2010

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Sollte noch jemand schwanken, wem er all seine Sympathien zu Füßen legen möchte, halfen die beiden Bundespräsidentschaftskandidaten vorgestern mittels ihrer popkulturellen Interessen in der ARD-Sendung „Die Kandidaten: Der Kampf um das Präsidentenamt“ mehr als deutlich nach:

In welchem Kinofilm waren Sie zuletzt?

Christian Wulff: „Ich war zuletzt in… Keinohrhasen ist der erste und Zweiohrküken ist der zweite, nicht?
Das ist natürlich Kult!
*wissendes Lächeln, popkulturell informiertes Nicken*

…und das sind großartige Schauspieler!“

Joachim Gauck: „Das war ein Film – nicht mit Menschen, sondern mit Animationen – der beschrieb die Gefühle eines israelischen Soldaten, der gegen die Palästinenser kämpft. Das war ein selbstkritischer Rückblick mit einer interessanten filmischen Umsetzung.“

Der Präsidentenshowdown lässt sich also darauf verkürzen: lieber jemand der homophoben Massenschund Kult findet (und allen Ernstes Til Schweiger für einen großartigen Schauspieler hält!)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=AE-pG9smslI&feature=channel[/youtube]
.

….oder jemand, der gerne in einen der brillantesten, originellsten und ungewöhnlichsten Arthouse-Filme der letzten Jahre ins Kino geht?

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ylzO9vbEpPg[/youtube]
.

(Text: Christian Ihle, Quelle: ARD Mediathek, bei 39:50 Minuten, gefunden von Martin – ein Dank dafür!)


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https://blogs.taz.de/popblog/2010/06/30/entscheidungshilfe_fuer_die_bundespraesidentenwahl/

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kommentare

  • Ja, da hat Herr Gauck sich falsch erinnert – um Libanon geht’s in Waltz With Bashir. Aber ja auch um das Subjektive, das jeder Erinnerung anhaftet – von daher eigentlich schon wieder ganz schön passend…

  • Super Vergleich.
    Die Frag lautet doch „Wer macht sich mehr gedanken um diese Erde um diese Welt?“

  • +++Sensation bei der Präsidentenwahl+++

    Das gab’s noch nie!! Gemeinsam sind wir stark !!

    gewählt wird Gauck zum Bundespräsidenten
    des Volkes und Wulff zum Bundespräsidenten
    der Regierung im 4.Wahlgang, also 2 Bundespräsidenten,
    jeweils zum halben Salär (Sparpaket) und
    entsprechender Aufgaben -Teilung.

  • Wie um alles in der Welt, können uns die Staatsoberhäupter bitte SO eine Wahl vor die Füße legen?! Ob nun der eine Kunde der aktuellen Filmkultur hat oder auch nicht. Das macht ihn doch nicht automatisch zum gerechten Entscheidungsmachthaber! Die Alternative zu diesem Kandidaten, ist ein ehemaliges SED Mitglieg!!! Das heißt doch im Klartext für uns einfachen Bürger dann, entweder die CDU schnallt uns allen die Gürtel NOCH enger, weil der Staat pleite ist oder wir bekommen einen NOCH straffer geführten Überwachungsstaat! WAS FÜR EINE WAHL! Oh, mein Gott!

  • Weitergehend dazu, heute als Titel auf der FAZ:
    Lieblingsbücher:

    Gauck – Wem die Stunde schlägt (Hemingway)
    Wulff – Der kleine Prinz (Saint-Exupéry)

    Es kommt eben doch drauf an, welche Musik man hört, welche Bücher man liest, welche Filme man schaut.

  • Die Bewertung ist doch völlig ok. Sowas wird sicher demnächst in Bewerbungsgesprächen aufgenommen und mach 30% der Entscheidung aus…

  • Habe das auch im InterviewAuschnitt in ARD am MoAbend gesehen/gehört. Mit dieser Aussage hat sich Herr Wuff für mich endgültig disqualifiziert. Und der soll Deutschland repäsentieren? Nehmen wir doch gleich Kallwas, Salesch & co und RTLII als Deutsche Welle. OMG sooo mega peinlich, Fremdschämen….

  • Weiß man auch, was die beiden vor der Wahl gefrühstückt haben? Ich mein ja nur, falls es irgendwelche Rückschlüsse zulässt #qualitaetsblogjournalismus

  • Na, dass es sich hierbei eher um Aufgreifen popkultureller Aussagen handelt als um eine ernsthafte Wahlempfehlung (für wen? an wen?) dürfte doch im Popblog nicht überraschen. Vielleicht lieber in den Politikteil schauen für all das andere.

  • Die Qualitäten eines Bundespräsidenten durch den Filmgeschmack beurteilen zu wollen ist allerdings auch gar kein eindeutiges Argument für oder gegen denjenigen der dies fordert.

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