1. Der Film in einem Satz:
Schüchterne Hipster in hübschen Farben auf der Suche nach Liebe.
2. Darum geht‘s:
Der hübsche, schwule Francis (Regisseur Xavier Dolan selbst) und seine beste Freundin Marie (Monia Chokri) verlieben sich in den neu in die Stadt gezogenen Nicolas (Niels Schneider). Wie in einem kleinen Wettkampf versuchen beide, den besten Eindruck bei Nicolas zu hinterlassen, der aber mit beiden nur spielt und niemanden wirklich an sich heranlässt.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=znpU_Aup-Bg[/youtube]
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Viel mehr Inhalt hat „Heartbeats“ dann auch tatsächlich nicht zu bieten. Das 22-jährige franko-kanadische Wunderkind Xavier Dolan ist jung, hübsch, fraglos talentiert – und arbeitswütig, macht er doch in seinem zweiten Spielfilm beinahe alles selbst: er führt Regie, er schreibt das Buch, er schneidert die Kostüme und übernimmt den Schnitt. Vielleicht überfordert er sich damit aber am Ende doch: denn so schön die Bilder auch anzusehen sind, fehlt es Heartbeats an einer Story, einer Plotentwicklung, die eine Spielfilmdauer rechtfertigen würde. Ist einmal die Ausgangssituation erklärt, treten im Grunde alle Figuren auf der Stelle. Das alleine wäre noch zu verkraften, hätte Dolan Dialoge geschrieben, die für sich alleine unterhaltsam genug wären – aber nur die Figur der Marie ist für Einsichten gut, die auch ein wilder, junger Woody Allen nicht besser hinbekommen hätte. Dagegen ist der It Boy der Geschichte, Nicolas, ein dermaßen uninteressanter Charakter, dass man als Zuschauer wirklich nicht nachvollziehen kann, warum die beiden bedingt lebensfähigen, aber immer charmant-verrückten Hipster-Freunde Francis und Marie auf den jungen Lockenkopf nun gar so arg abfahren.
Schade, so ist Heartbeats leider doch nicht mehr als ein hübsches Stück Nichts mit einer handvoll bemerkenswerten Dialogzeilen.
3. Der beste Moment:
Immer wenn Dolan seine Figuren in Zeitlupe zu Dalidas Nancy-Sinatra-Cover „Bang Bang“ Straßen entlang schlendern und für einen kurzen Moment das Hipstertum als einzig gültigen Lebensentwurf erscheinen lässt.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=E8TX7huaiU4[/youtube]
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4. Diese Menschen mögen diesen Film:
Wer darauf hofft, dass doch endlich jemand Wong Kar Wais Nachfolge als Nouvelle Vague – Modernisierer antritt – und wem bei Miranda July – Filmen zwar die Hipster gefallen, aber das zuviel an „Geschichte“ stört.
* Regie: Xavier Dolan
* imdb
[…] ebenso in seinem Repertoire unterbringt wie die bunten, schrillen Fetzen der Marke “herzensbrecher“. Nahe gehend und gleichzeitig fesselnd gelingt Tausendsassa Dolan – erneut Regisseur, […]