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vonChristian Ihle 31.05.2012

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Die Rock’n’Roll Detektive legen los. Eben noch arbeiteten Max Mandel und Sigi Singer als Musikjournalisten beim Rock’n’Roll Express und interviewten Popstars. Jetzt sind sie arbeitslos. Mandel und Singer beschließen ein Detektivbüro zu übernehmen und belegen bei der IHK einen Kurs, um das Zertifikat „staatlich geprüfter Detektiv zu erhalten“…



mandels büro


Ganz ehrlich, was einleitende Promotexte zu Büchern angeht, steht obiger auf der Skala von „sofort zum Buch greifen!“ zu „erst wenn mein letztes TKKG – Buch gelesen ist“ schon sehr klar in der TKKG-Ecke. Aber damit tut man „Mandels Büro“ tatsächlich unrecht, handelt es sich doch bei Berni Mayers Debütroman um einen lakonischen, gut zu lesenden, kleinen Krimi, der in der Musikindustrie spielt und mit schönen, eingeschobenen Slayer-Analysen aufwartet.

Mayer, früher Chefredakteur bei MTV, spielt schön mit den Rock-Klischees und versucht sich an einem Wolf Haas’schen Tonfall, auch wenn sein Mandel sicher kein Brenner ist – dafür fehlt es dann doch an der latenten Bösartigkeit und bissigen Schärfe des österreichischen Vorbilds.


Spaß macht „Mandels Büro“ auch, weil man nie genau weiß, ob Mayer hier im Ansatz einen Schlüsselroman geschrieben hat oder einfach nur humortechnisch etwas simpler gestrickt ist und aus purer Lazyness die Plattenfirma „Global“ statt „Universal“ oder den „Musikexpress“ eben „Rock’n’Roll-Express“ nennt…


Auch wenn der Geschichte um einen Mord an einem campinohaften Rockmusiker mit Punkwurzeln gegen Ende ein wenig die Luft ausgeht und bei der Krimiauflösung dann doch zu viel Egalheit mitschwingt als es der Spannung zuträglich wäre, bietet Mayer mit seinem Debüt gute Unterhaltung, die – dank seiner eigenen Branchenerfahrung – durchaus glaubwürdig mit dem Musikbusiness als Hintergrund für seine Film Noire – Handlung spielt.

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