vonChristian Ihle 15.02.2019

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

Der Atem, Regie: Uli M. Schüppel

Wer des Nächtens durch Berlin wandert und sich fragt, welches Leid wohl hinter dem einen oder anderen beleuchteten Fenster versteckt ist, erhält in „Der Atem“ Antworten – womöglich mehr als er ertragen kann. Auf grobkörnigem 16mm – Film in schwarzweiß erzählen Protagonisten aus der Berliner Nacht über Episoden aus ihrem Leben. Nahtoderfahrungen, Prügelei mit der Ehefrau, plötzlicher Kindstod – bis auf wenige Geschichten sind alle Erzählungen selbst finster wie die Nacht.

Marighella, Regie: Wagner Moura

Wagner Moura, Hauptdarsteller von „Elite Squad“ (Berlinale Gewinner 2008) und „Narcos“, debütiert als Regisseur mit einer überlangen Erzählung über den brasilianischen Revolutionär Marighella. Zwar sind die Actionsequenzen, zumeist mit Handkamera gefilmte Straßen-Schießereien, kompetent und dringlich gedreht, fehlt Moura aber das nötige Händchen, die Charaktere auch in ihren ruhigeren Momenten ausreichend zu entwickeln. Moura hat sicher das Herz am linken Fleck, sein Film gewinnt aber durch die holzschnittartigen Zeichnung der Gegner – zum Beispiel ein auf ein Fahndungsplakat pissender Geheimdienstchef – nun wirklich nicht.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2019/02/15/der-atem-ueber-die-berliner-nacht-mourighella-ueber-den-brasilianische-revolutionskampf/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.