vonChristian Ihle 21.02.2019

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Das neue Dreifach-Album der Staatsakt’schen Haus-und Hofband Die Türen um Labelchef Maurice Summen ist ein Kraut-Exzess. Die 19 Tracks auf „Exoterik“ sind das Ergebnis einer langen Jam-Session und zum Großteil gemeinsam erspielt, nicht vorab geschrieben. Neben der ersten Single „Gas Wasser Strom“, die den Kraut-Rock der Platte noch am stärksten in eine reguläre Liedstruktur fasst, ist vor allem der darauffolgende Track „Fiesta Antifa“ Höhepunkt des neuen Albums.

Im Gegensatz zu anderen Songs auf „Exoterik“ übernimmt hier übrigens Ja,Paniks Andreas Spechtl das Mikrofon.
„Nothing will / Stop The Fiesta / Antifa“ singt Spechtl wieder und wieder über einen sich aufschichtenden Song, der durchaus auch auf seinen beiden bisherigen Soloalben einen Platz gefunden hätte. In gewisser Weise wirkt „Exoterik“ so wie eine Vereinigung dieser beiden Spechtl-Alben mit der letzten Türen-Platte „ABC…“, die in ihrer Single „Rentner und Studenten“ durchaus auch schon Krautwurzeln geschlagen hatte. „Exoterik“ ist rhythmischer, treibender als Spechtl solo, aber auch abstrakter, instrumentaler und weniger soulig als bisherige Türen-Platten.

Wer diese Pop-Seite der Türen vermisst, dem sei nachträglich noch einmal Maurice & Die Familie Summen von 2017 ans Herz gelegt, auf der Türenkopf Maurice Summen seine Funk-Vorliebe anscheinend so umfassend ausgelebt hat, dass auf der Platte der Hauptband nun wenig vom alten Türen-Soul übrig geblieben ist und dafür das Metronom den Takt vorgibt.

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