vonChristian Ihle 08.05.2020

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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7inch #recordoftheday
The Stranglers – Nice N Sleazy
1978, United Artists / UK #18

„Nice N Sleazy“ ist mein Lieblingstrack der frühen Stranglers und wie „Peaches“ oder „No More Heroes“ deutlich mehr aggressiver Post-Punk als die Hits der mittleren Ära („Golden Brown“) oder gar der „Always The Sun“ – Pop der späten 80er.Wie es sich für eine richtige Punkband zur damaligen Zeit gehörte, sorgte natürlich auch „Nice N Sleazy“ für Schlagzeilen: das Cover zeigt eines der Opfer des Boston Stranglers und ein Konzert im Battersea Park wurde von der Polizei abgebrochen, da die Stranglers Stripper beiderlei Geschlechts zur visuellen Begleitung von „Nice N Sleazy“ bestellt hatten, was wiederum auch das Publikum zum Blankziehen animierte.

Diese Aktion war übrigens eine formidable Trollerei den Autoritäten gegenüber, da das Battersea Park Konzert das erste innerhalb Londons seit mehr als einem Jahr war, nachdem die Band mit einem Konzertverbot (!) durch das Greater London Council belegt wurden, weil 1977 ein Stranglers-Gig abgebrochen werden „musste“, da Sänger Hugh Cornwell ein T-Shirt mit der Aufschrift „Fuck“ trug

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kommentare

  • Jetzt lese ich gerade, dass Dave Greenfield vor ein paar Tagen verstorben ist. Schade. Ich hatte das gar nicht mitbekommen.

  • Wobei natürlich „Golden Brown“ als Code für Heroin sozusagen ein vergiftetes Geschenk für das Mainstream-Radio war.

  • Uh- The Stranglers, lange ist das her.
    „Nice’n’Sleazy“ ist, wenn ich mich recht erinnere, von der LP „BLACK AND WHITE“, dem sperrigsten Werk der Frühphase, nicht so Doors-mäßig wie „RATTUS NORVEGICUS“ und „NO MORE HEROES“.

    Als mein Stranglers-Favourite hat sich über die Jahre die LP „THE RAVEN“ herausgebildet. Der Titelsong mit einem exquisiten Text, der in den Zeilen mündet „The northern seas are cold but they’re our own. We’ve sailed the southern seas before too long“ ist groß, wirklich groß.

    „THE RAVEN“ bildet auch die Schnittstelle zwischen den frühen, nicht jugendfreien Stranglers, zu der airplay-tauglichen Spätphase im Sinne von „Golden Brown“ oder „Skindeep“.

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