vonChristian Ihle 19.03.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

Mehr über diesen Blog

Gibt es einen Song aus den letzten zwanzig Jahren, der sich besser für Coverversionen eignet? Will Oldhams „I See A Darkness“ ist wirklich ein Eintrag fürs Great American Songbook, überzeugt er doch im verhuscht-depressiven Klavier am Lagerfeuer-Original, im weird beschwingten Selbst-Cover von Bonnie ‚Prince‘ Billy, in der dystopisch-kräftigen Johnn Cash Version, in seinen Electro-Varianten von Martin Gretschmann (hartschiebend und softglöckelnd) oder nun auf österreichisch durch Ernst Molden & Nino aus Wien:

„Mei oallerbester Haberer,
verstehst wovon I red?
Und dann siech I wos finsdas…“

Hier wurde ein eingebetteter Medieninhalt blockiert. Beim Laden oder Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern des Anbieters hergestellt. Dabei können dem Anbieter personenbezogene Daten mitgeteilt werden.

Sowohl Nino als auch Molden haben übrigens „I See A Darkness“ bereits vor etlichen Jahren jeder für sich gecovert. Die nun gemeinsam aufgenommene Version lehnt sich stärker an Moldens 2008er Cover als Nino aus Wiens Aufnahme von 2014 an.

Die neue Album-Kollaboration von Molden und Mandl aber auf dieses Cover zu reduzieren, würde „Zirkus“ aber nicht gerecht werden. Auf ihrer ersten Zusammenarbeit aus dem Jahr 2015 spielten sich beide durch das „Great Austrian Songbook“: Danzer, Ambros, Heller und Falco. Gerade Falcos „Ganz Wien“ als Folksong

Hier wurde ein eingebetteter Medieninhalt blockiert. Beim Laden oder Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern des Anbieters hergestellt. Dabei können dem Anbieter personenbezogene Daten mitgeteilt werden.

sowie „Und Dann Bin I Ka Liliputaner Mehr“ von Andre Heller sind fantastisch gelungen. Zu „Liliputaner“ hat der ORF auch ein wunderbares Video gedreht, in dem die beiden im düsternsten Herbst auf einer kleinen Bahn durch einen Freizeitpark fahren:

Hier wurde ein eingebetteter Medieninhalt blockiert. Beim Laden oder Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern des Anbieters hergestellt. Dabei können dem Anbieter personenbezogene Daten mitgeteilt werden.

Ernst Molden und Nino aus Wien ergänzen sich auch auf der neuen Zusammenarbeit „Zirkus“, die anlässlich eines Dokumentarfilms über Bernhard Paul, den Gründer des Circus Roncalli zustandekam, sehr gut, korrespondiert doch die rauhe, von den Lebensjahren geröstete Stimme Moldens mit den lieblicheren Vocals von Nino aus Wien, um den Songs im Zwiegesang eine weitere Ebene zu verleihen. Wie beispielsweise in der neuen Aufnahme zu Ninos eigenem Eintrag in das Great Austrian Songbook, den modernen Klassiker „Es geht immer ums Vollenden“, der sicher auch in 20 Jahren noch gespielt werden wird.

„Zirkus“ bietet am Ende das beste aus drei Welten: Molden solo (wie im wehmütigen) Albumhöhepunkt „Kenig“: „und dazu no an Schnaps aus St Paul / auf den bin rauschig und stolz“, Nino solo („Café der Artisten“) und das Zusammenspiel aus beiden Stimmen:

„Es gibt Menschen, es gibt Freunde,
aber meistens sind es Leute.“

Hier wurde ein eingebetteter Medieninhalt blockiert. Beim Laden oder Abspielen wird eine Verbindung zu den Servern des Anbieters hergestellt. Dabei können dem Anbieter personenbezogene Daten mitgeteilt werden.

Anzeige

Wenn dir der Artikel gefallen hat, dann teile ihn über Facebook oder Twitter. Falls du was zu sagen hast, freuen wir uns über Kommentare

https://blogs.taz.de/popblog/2021/03/19/album-der-woche-ernst-molden-der-nino-aus-wien-zirkus/

aktuell auf taz.de

kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.