vonChristian Ihle 10.09.2021

Monarchie & Alltag

Neue Bands und wichtige Filme: „As long as the music’s loud enough, we won’t hear the world falling apart“.

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Schau an, ein deutsches „Burn After Reading“ das fast auf jeder Ebene gelingt!
„Curveball“ nimmt die wahre Geschichte um einen falschen Informanten des BND, der den Irakkrieg ausgelöst hat (mal grob verkürzt gesprochen) zum Ausgangspunkt, um daraus eine Agenten- und Bürokratiekomödie zu drehen, die sich gewaschen hat.

Alle Kollegen hier sind entweder machtgeil oder karrieristisch oder beides und bringen so einen Ball ins Rollen, der irgendwann nicht mehr aufzuhalten ist, weil sich falsche Fakten wie Anthrax verbreiten.

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Ich hätte nicht gedacht, dass ich soviel Spaß mit „Curveball“ habe, selbst wenn es gegen Ende in eine etwas klamaukige Schlittenfahrt übergeht und sich die US-Agenten in bester „Top Secret“-Tradition in bayerische Gewänder zur Verkleidung werfen, hat sich der Film diese Überdrehtheit durch vorherigen subtilen Aufbau verdient.

Lediglich der eine oder andere BND-Mitarbeiter spielt etwas arg auf der karikaturesken ZDF-Tonleiter und fehlt die eigentlich notwendige stoische Leslie-Nielsen-Haftigkeit, aber darüber sehe ich gerne hinweg, wenn hier der deutsche Film mal aus einer echten politischen Geschichte einen so amüsanten wie ernsthaften Film fabriziert.

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